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Aktion „Mach mit“ kommt in Brenkhausen an – Bürger säubern Dorf, Wald und Flur

„Es kommt viel zusammen“

Brenkhausen (WB)

Mülltüten, Masken und Zangen. Das sind die Utensilien, die in Brenkhausen sehr begehrt sind. Die Bürgerinnen und Bürger im Schelpedorf sind Müllsammler geworden.

Jürgen Drüke

Der Blick in die Blauen Tonnen: In Brenkhausen und in der angrenzenden Feldmark kommt einiges zusammen. Fleißige Helferinnen und Helfer sammeln bei Spaziergängen oder Waldläufen Müll und Unrat ein. Foto: Jürgen Drüke

Albert Speith, Vorsitzender des Ortsausschusses Brenkhausen, gehört zu den Initiatoren der Aktion die unter der Überschrift „Mach mit“ auf immer größere Resonanz trifft. „Wir wollen unser Dorf und unsere schöne Umgebung sauberhalten“, stellt der CDU-Ratsherr heraus. „Es ist erschreckend, was wo und wie entsorgt wird. Plastik und Kunststoff in all seinen Facetten, Metall, Möbelstücke, Bilder Zigarettenschachteln und sogar Blaue Säcke, die in Wald und Flur herumliegen. „Es gibt bevorzugte Orte, die dabei immer wieder aufgesucht werden. Müll und Unrat werden ohne Rücksicht auf uns Menschen und die Umwelt hinterlassen“, berichtet Albert Speith.

Vier fleißige Sammler und eine engagierte Sammlerin der Müllaktion „Mach mit“: Martin Hillebrandt (von links), Christian Claes, Freya Vieth, Johannes Hüls und Albert Speith. Foto: privat

Das Naturschutzgebiet am Räuschenberg in der Nähe des Flugplatzes Höxter-Holzminden, oder das Vogelschutzgebiet an den Teichen entlang der Bundesstraße 239 von Brenkhausen Richtung Fürstenau würden immer wieder angesteuert. „Der Unrast verteilt sich auf große Flächen. Wir haben inzwischen eine Einsatztruppe, die den Müll sammelt“, stellt der Ortsausschussvorsitzende heraus. Die Fortschritte seien inzwischen sichtbar. „Neben der Müllentsorgung ist es zudem wichtig, die Umweltverschmutzer ausfindig zu machen. Für Hinweise sind wir dankbar.“

Die Brenkhäuser Müllaktion werde bei der Stadt begrüßt. „Wir können noch fleißige Helferinnen und Helfer gebrauchen. Je mehr desto besser“, sagt Speith. Ein weiteres „gravieren Ärgernis“ seien die Hundekotbeutel und generell der Hundekot. „Einige Hundehalter sammeln den Kot des Tieres erst ein, um ihn dann mitsamt Tüte in die Natur zu werfen.“ Warum, das so sei, ist aus Sicht von Speith rätselhaft. Es gebe doch entsprechende und genügend Stellen, an denen die Tüten entsorgt werden könnten. Zudem seien die Hundekottüten aus Plastik – ein weiteres Problem. „Der Umwelt zuliebe sollte über ein anderes Material nachgedacht werden“, regt Steuerberater Albert Speith an.

Müll liegt in der Brenkhäuser Feldmark herum. Foto: privat

Bei Spaziergängen, Läufen durch die Natur oder den Ort sowie bei Fahrradtouren – Tüten zum Sammeln könnten und sollten immer dabei sein. Die Brenkhäuser Sammelinitiative läuft gut. Gehwege, Straßenränder und Straßengräben sowie die Feldmark seien deutlich sauberer geworden. Die Sammeltüten liegen im Schelpedorf in der Bäckerei Balke aus. Mülltonnen stehen zudem am Spritzenhaus bereit. „Es kommt viel zusammen. Die Tonnen sind jeden Tag randvoll“, weiß Martin Hillebrand, Mitglied des Ortsausschusses und FDP-Ratsherr.

Die Wälder werden vermüllt. Foto: privat

2022 wird Brenkhausen 1200 Jahre alt. „Das Jubiläum wollen wir in einem sauberen Ort feiern. Unrat hat in unserem Dorf und der Feldmark nichts zu suchen“, ist den Brenkhäusern der viele Müll schon lange ein Dorn im Auge.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Müllentsorgung in Natur- und Vogelschutzgebieten. Müllentsorgung auf und neben Gehwegen. Müllbeseitigung auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt. Den Verschmutzern ist anscheinend nichts und niemand heilig.

Die einen werfen ihren Müll rücksichtslos fast überall weg und hin. Die anderen entfernen den Müll – ebenfalls fast überall. Wer macht schon gerne den Müll anderer weg? Die Brenkhäuser verdienen für die Aktion „Mach mit“ deshalb höchsten Respekt. Mit der Müllbeseitigung wird zudem das Umweltbewusstsein geschärft. Der rücksichtslose und erbärmliche Müllvandalismus wird verurteilt. Müll geht uns schließlich alle an.

Mehr als 45 Millionen Tonnen nur an Haushaltsmüll wandern in Deutschland jedes Jahr in die Tonne. Da gehört er auch hin. Gleichzeitig werden Tonnen von Müll in der Natur hinterlassen. Die Strafen dafür können nicht hoch genug sein.

Wir alle sollten beim Müll in Wald und Flur sowie im Dorf und in der Stadt genau hinschauen – arglos daran vorbeigehen ist keine Lösung. In Brenkhausen machen sie es vor. Mach mit!

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