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Lange Schlangen und Apotheken im Kreis Höxter am Limit

FFP2-Masken nicht überall verfügbar

Ottbergen

Gut gemeint ist nicht immer gleich gut gemacht: die FFP2-Masken, die seit Dienstag kostenlos an Menschen aus Risikogruppen ausgegeben werden, um diese besser vor Corona-Infektionen zu schützen, sind nicht in allen Apotheken verfügbar.

Iris Spieker-Siebrecht

Martina Unger, Apothekerin in Ottbergen, hat noch keine FFP2-Masken im Angebot. Sie übt Kritik an der Regierung. Foto: Iris Spieker-Siebrecht

Auch Martina Unger, Inhaberin der Marien-Apotheke in Ottbergen, kann derzeit nur bedauernd mit dem Kopf schütteln, wenn Bürger über 60 oder solche mit Vorerkrankungen und Risikofaktoren nach den versprochenen drei Exemplaren fragen. „Viele unserer Kunden waren gleich am Mittwoch hier, aber leider musste ich sie wieder weg schicken. Die Masken sind nicht etwa vom Bund an uns Apotheker geliefert worden, damit wir die Verteilung übernehmen. Wir müssen die Masken selbst bei Lieferanten bestellen und in Vorkasse gehen. Der Referentenentwurf, der die Verteilung regelt, ist mir erst am Freitagnachmittag per E-Mail zugestellt worden, und mit der hohen Nachfrage sind Lieferengpässe eingetreten. Wir haben einfach keine mehr bekommen, die meiner Bewertung nach den Qualitätsansprüchen gerecht geworden wären. Wenn alles gut läuft, bekomme ich zum Wochenende ein kleines Kontingent, sonst erst am 21. Dezember.“

Auch andere Berufskollegen betroffen

Die Apothekerin bedauert diese Situation, die auch andere Berufskollegen betrifft. „Zum Glück sind unsere Kunden sehr verständnisvoll“, sagt sie. Trotzdem hätte dieser Engpass nicht eintreten müssen, ist sie überzeugt. „Die Situation entwickelt sich ja seit Wochen und Monaten, die hohen Infektionszahlen, die wir nun haben, waren zu erwarten. Wenn FFP2-Masken schon im September oder Oktober ausgegeben worden wären, hätten sie die Inzidenzwerte vielleicht abschwächen können, die Maßnahme kommt reichlich spät und ist schlecht koordiniert“, sagt die Apothekerin.

Die Verteilung hätte auch anders gelöst werden können, so hätten zum Beispiel die Krankenkassen, die ja die gesundheitliche Situation ihrer Mitglieder kennen, Masken an Bedürftige verschicken können. „Ich liebe meinen Beruf und bin gerne bereit, meinen Beitrag bei der Bekämpfung der Corona-Infektionen zu leisten, aber diese Schutzmasken-Verordnung ist nicht gut geplant.“

Dr. Nina Grunsky, Sprecherin des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe, unterstützt diese Aussage: „Die Verordnung ist sehr kurzfristig erlassen worden, der zeitliche Vorlauf sehr knapp. Der Markt für Masken ist nach wie vor sehr schwierig, die Nachfrage hoch. Da kann es natürlich zu Engpässen kommen.“

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