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»Leader« bezuschusst »Bildungshaus Natur-Land-Jagd« in Modexen mit 500.000 Euro

Förderung in Rekordhöhe

Brakel (WB). Das Projekt »Bildungshaus Natur-Land-Jagd« ist in zweierlei Hinsicht ein besonderes: Zum einen ist es einzigartig in Nordrhein-Westfalen, dass Verantwortliche aus den Fachgebieten Jagd, Naturschutz und Landwirtschaft so eng zusammenarbeiten. Zum anderen wird die Finanzierung des Bildungshauses eben aus diesem Grund von »Leader« mit 500.000 Euro gefördert.

Angelina Zander

Das »Bildungshaus Natur-Land-Jagd« soll sich durch die Verwendung heimischer Materialien in das Landschaftsbild einfügen. Das Holzhaus soll zwei Etagen, einen umlaufenden Balkon und große Glasfronten haben, durch die der Blick in die Natur geboten werden soll. Foto: Visualisierung: Architekturbüro Krekeler und Böhl

Eigentlich liegt die Obergrenze der Förderung bei »Leader« bei 250.000 Euro. In diesem Fall waren deshalb Überzeugungsarbeit gefragt und die Beantragung einer Ausnahmegenehmigung, berichtete Christiane Sasse, Regionalmanagerin der Lokalen Aktionsgruppe Kulturland Kreis Höxter von »Leader« am Mittwoch.

Innovation

Und auch die Innovation spielte eine Rolle. Deshalb wurde aus der Initiative der Kreisjägerschaft heraus ein Gemeinschaftprojekt der drei Fachgebiete entwickelt. Sasse sagte, dass mit 500.000 Euro ein »Förderhöchstbetrag« erzielt worden sei.

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl erklärte, die Verdopplung »war eine harte Nuss, die von unserem Haus geknackt werden musste.« Dennoch könne nun durch die Zusammenarbeit der Protagonisten eine »singuläre Stellung in NRW« eingenommen werden.

Im »Wohnzimmer« der Walderlebnisschule Modexen, die direkt neben dem zukünftigen Bildungshaus steht, überreichte Thomann-Stahl den Förderbescheid an den Vorsitzenden des Trägervereins Bildungshaus Modexen, Carlo Fimmel. »Bis jetzt waren wir nicht auffällig, aber ich glaube, jetzt geht es los«, sagte er.

Landwirte, Naturschützer und Jäger seien für die Planung an einen Tisch gebracht worden. Im Hinblick auf das Image der Ostwestfalen sagte er: »Wir sind zwar ein bisschen wortkarg, aber wenn wir reden, dann kommt auch etwas dabei rum.«

Keine Konkurrenz

Das Bildungshaus soll laut dem dritten Vorsitzenden Dr. Burkhard Beinlich eine »gemeinsame Kommunikationsplattform« für die drei beteiligten Bereiche sein.

Bürgermeister Hermann Temme brachte das Ziel auf den Punkt: »Miteinander reden, nicht übereinander.«

Beinlich betonte außerdem, dass mit dem Bildungshaus keine Konkurrenz zum Waldinformationszentrum Hammerhof entstehen soll. »Wir wollen uns den Themen der Kulturlandschaft widmen.« Dazu zählten zum Beispiel Heimatkunde und Brauchtum.

Karin Hanewinkel-Hoppe, geschäftsführender Vorstand von »Leader«, bezeichnete das Bildungshaus als »Leuchtturmprojekt«: »Ich hoffe, dass das Projekt genau die Wirkung und Strahlkraft entwickelt, die wir uns vorstellen.«

Das Bildungshaus soll sich an Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Höxter richten, aber ebenso an Erwachsene, die einen Zugang zur Kulturlandschaft erfahren sollen. Auch Angebote für Flüchtlinge sind geplant.

Ebenso können beispielsweise Vereine oder Institutionen das Bildungshaus nutzen. Temme sei es wichtig, dass Jugendlichen im Zeitalter der Digitalisierung das Thema Natur näher gebracht wird.

Ein Jahr Bauzeit

Das bestätigte auch Thomann-Stahl. Beinlich sagte, dass das Bildungshaus auch von der Walderlebnisschule genutzt werden könnte. So wäre ein ganzjähriger Betrieb möglich.

Mit der »Leader«-Förderung ist es beim Bildungshaus nicht getan: Auch die NRW-Stiftung trägt einen erheblichen Teil zur Umsetzung bei, nämlich 265.000 Euro. Für die Stadt Brakel bleibt damit ein Eigenanteil von 216 Euro.

Architektin Susanne Krekeler rechnet mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr. Mit der Zusage der Fördermittel können die Ausschreibungen beginnen.

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