1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Hoexter
  6. >
  7. Gemeinsamer Flyer für den Mutterpass

  8. >

Schwangerschaftsberatungsstellen im Kreis Höxter starten Informationsoffensive

Gemeinsamer Flyer für den Mutterpass

Kreis Höxter (WB). Die Schwangerschaftsberatungsstellen im Kreis Höxter haben einen gemeinsamen Info-Flyer herausgebracht. Er ist handlich, passt in den Mutterpass und enthält vom Hilfespektrum bis hin zu Anschriften, Telefonnummern und E-Mail-Adressen kompakt die wichtigsten Informationen. Am Zug sind nun die Teams der Frauenarzt-Praxen: Auf sie wollen die Beraterinnen von AWO, Caritas und Donum Vitae zugehen und sie bitten, in jeden Mutterpass, der Frauen bei Feststellung der Schwangerschaft ausgehändigt wird, einen Flyer hineinzulegen.

Sabine Robrecht

Stellen den gemeinsamen Info-Flyer der drei Beratungsstellen vor: Michaela Aisch (von links), Mechthild Fernhomberg (Caritas), Christina Irgang (Donum Vitae), Beate Knievel-Boraucke, Annika Rosche und Silke Niggemann-Boffer (AWO). Foto: Sabine Robrecht

Auf diesem kurzen Dienstweg werden Frauen, wenn sie beim Arzt ihren Mutterpass bekommen, diskret auf die Hilfsmöglichkeiten aufmerksam gemacht. Daher hoffen die Beraterinnen der drei Träger auf die Mithilfe der Praxis-Teams. Die Bandbreite der Beratungsmöglichkeiten ist nämlich nicht unbedingt bekannt. Viele Frauen wissen beispielsweise nicht, dass sie über die Schwangerschaft hinaus bis zum dritten Geburtstag des Kindes in den Beratungsstellen von AWO, Caritas und Donum Vitae Unterstützung finden. Familienpflege, Kur, Frühförderung für das Kind: Bei Fragen wie diesen können junge Mütter die Beratungsstellen aufsuchen.

Während der Schwangerschaft bekommen Ratsuchende rund um die Themen Mutterschutz, Elterngeld und Kündigungsschutz Unterstützung. „Der Weg muss also nicht zum Anwalt führen“, erläutern Beate Knievel-Boraucke (AWO), Mechthild Fernhomberg (Caritas) und Christina Irgang (Donum Vitae). Die allesamt kostenfreien Hilfsangebote der Beratungsstellen erstrecken sich aber auch auf Fragen rund um die Geburt, finanzielle Sorgen und Unterstützungsmöglichkeiten etwa durch die Bundesstiftung „Mutter und Kind“, einen Schwangerschaftskonflikt, Partnerschaftsprobleme aufgrund der Schwangerschaft sowie sichere Verhütung und Familienplanung.

Wenn Frauen während oder nach der Schwangerschaft ein Kind verloren haben, können sie sich ebenfalls an die Beratungsstellen wenden. Und auch bei unerfülltem Kinderwunsch sind die Fachfrauen der drei Träger für Betroffene da.

Der Bedarf ist nach wie vor groß, resümieren Mechthild Fernhomberg, Christina Irgang und Beate Knievel-Boraucke auch in der Rückschau auf das vergangene Jahr unisono. Das Altersspektrum der Ratsuchenden reicht von minderjährig bis über 40. „Wir schaffen einen geschützten Raum, in dem die Frauen alle Themen offen ansprechen können.“ Über Netzwerke vermitteln die Sozialpädagoginnen und Sozialarbeiterinnen im Bedarfsfall unbürokratisch Kontakte zu anderen Stellen wie etwa der Schuldnerberatung oder, sofern Gewalt im Spiel ist, zur Frauenberatungsstelle. „Wir sind Lotsen“, resümieren sie.

In dieser gemeinsamen Funktion arbeiten die Schwangerschaftsberatungsstellen unter Beibehaltung des jeweils eigenen Profils auf verschiedenen Feldern zusammen. Im vergangenen Jahr beispielsweise organisierten die Kolleginnen gemeinsam einen runden Tisch zur vertraulichen Geburt. Jetzt gestalteten sie zusammen den Info-Flyer für die Mutterpässe. Erschienen ist er in einer Auflage von 3000 Exemplaren. Sie liegen druckfrisch vor. Nachbestellungen sind jederzeit möglich. „Wir schreiben jetzt gemeinsam die Arztpraxen im Kreis an.“

Damit auch Frauen mit Migrationshintergrund auf die Hilfsmöglichkeiten aufmerksam werden, ist die Überschrift „Schwanger! Was nun?“ auf dem Flyer in mehreren Sprachen zu lesen.

Startseite
ANZEIGE