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Intensiv-Fortbildung für leitende Angestellte: Familienbetrieb Gebrüder Becker liegt Arbeitszufriedenheit seiner Beschäftigten am Herzen

Gute Führung will gelernt sein

Höxter

Entscheidungsfreude, positive Fehlerkultur, konstruktive Kommunikation, individuelle Ansprache, wertschätzender Umgang auch im Konflikt: Mit Führungsqualitäten wie diesen schaffen Verantwortungsträger in Unternehmen ein Arbeitsklima, das die Beschäftigten motiviert.

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Nils Becker (links) und Mark Becker setzen auf die fundierte Schulung Ihrer Führungskräfte durch Dr. Dorit Baucke Foto: privat

Diese Arbeitszufriedenheit – und damit die Bindung an das Unternehmen – liegt dem Höxteraner Familienbetrieb Gebrüder Becker am Herzen. Deshalb drücken bei dem Spezialisten für die technische Gebäudeausrüstung 26 Führungskräfte ein Jahr lang regelmäßig die Schulbank.

Das geballte Fortbildungsangebot für so viele Führungskräfte eines einzigen Unternehmens hat durchaus Modellcharakter. Einmal im Monat versammelt sich jede der zwei Gruppen im großen Tagungsraum am Unternehmenssitz in Höxter zum „Unterricht“ in guter Führung und Reflexion des eigenen Führungsstils. Dr. Dorit Baucke, Inhaberin der renommierten Leaders-Academy Paderborn-Bielefeld, trainiert mit den Führungskräften an den zwölf verlängerten Vormittagen intensiv, worauf es in leitender Position ankommt. Auf diesem Gebiet, der Führung, bestehe durchaus Nachholbedarf, konstatieren die beiden Geschäftsführer des Traditionsunternehmens, Mark und Nils Becker: „Führungskräfte kommen in der Regel aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz in diese verantwortliche Position. Die Führungsaufgaben selbst sind aber genauso wichtig. Deshalb nehmen wir sie mit der Schulung in den Blick. Wir versprechen uns einen nachhaltigen Nutzen im Sinne der Arbeitszufriedenheit unserer Beschäftigten.“

Die Beschäftigten – das sind, Auszubildende inklusive, 145 an der Zahl. Zu ihnen einen „Draht“ aufzubauen, sei (Führungs-)Aufgabe des oder der Vorgesetzten, sagt Dr. Dorit Baucke. In ihr Coaching mit einer Fülle einleuchtender Erkenntnisse und pragmatischer Tipps fließen 20 Jahre Führungserfahrung bei Größen wie BASF, Henkel und Symrise ein. Die Führungskräftetrainerin weiß, wovon sie spricht und reißt ihre Zuhörer mit.

Im Mittelpunkt steht ein Paradigmenwechsel gegenüber der „Ich-sage-wo-es-langgeht“-Mentalität von gestern. Wer heute führt, versetzt sich in denjenigen hinein, den er anleiten soll und stimmt die Mitarbeiter-Ansprache in Ton und Botschaft auf den Charakter des Gegenübers ab. Dabei ist es, wie Dorit Baucke im Training erläutert, nicht selbstverständlich, dass eine Botschaft so ankommt, wie der Absender es will. Dazu seien Menschen zu verschieden. Jeder Mensch habe so genannte Wahrnehmungsfilter, die eine Botschaft auf unterschiedlichen Boden fallen lassen. Daher empfiehlt die Trainerin, im Gespräch immer wieder nachzufragen.

Gerade weil die Wahrnehmung nie objektiv ist, liegen in der internen Kommunikation Fehlerquellen, die für ein Unternehmen teuer sein können. Dieses Phänomen führt Dorit Baucke den Führungskräften mit Hilfe der Erkenntnisse des eloquenten Piloten Peter Brandl aus der Luftfahrt vor Augen. Er sensibilisiert für die Gefahr von Missverständnissen und liefert Vermeidungsstrategien mit. Am Beispiel einer spektakulären Notlandung im Hudson-River in New York bringt er die richtige Reaktion auf eine Krisensituation auf eine einfache Formel: Nicht jammern, sondern fragen „Was ist jetzt zu tun?“ „Wenn wir das fragen, schaffen wir viel“, bekräftigt Dr. Baucke.

Kommunikation und Fehlerkultur sind nur eines der 24 Module des Intensiv-Trainings. Dr. Dorit Baucke arbeitet abwechslungsreich mit Impulsvorträgen, Videobotschaften und Übungseinheiten. Die Führungskräfte bekommen zu jedem Modul ein Workbook an die Hand, in dem sie während der Fortbildung Fragen beantworten und die wesentlichen Inhalte später nachschlagen können.

Das Teilnehmer-Feedback ist durchweg positiv: „Das Training ist verständlich und praxisnah zugeschnitten“, bilanziert beispielsweise Thorsten Heidemeyer. „Viele Aspekte lassen sich auch nach langjähriger Betriebszugehörigkeit in die tägliche Praxis umsetzen.“ Diesen Eindruck unterstreicht auch Johanna Loges: „Wir lernen viel.“

O-Töne und Impulse von Dr. Dorit Baucke: 

- „Meine Vision ist, dass alle Führungskräfte und Mitarbeiter in OWL gerne zur Arbeit gehen.“

- „Ich unterstütze Menschen dabei, in ihre persönliche Führungskraft zu kommen!“

- „Mit ’Ich sage, wo es langgeht’“ erreiche ich als Führungskraft im 21. Jahrhundert die jungen Menschen nicht mehr. Das lässt sich kaum noch jemand gefallen.“

- „Dinge unter den Teppich zu kehren, macht den Teppich so buckeling, dass wir irgendwann nur noch stolpern.“

- „Konflikte gehören zu unserem Leben wie das Ein- und Ausatmen.“

- „Was wir Führungskräfte vorleben, macht die Kultur des Unternehmens aus.“

- „Wir sind dafür verantwortlich, den Draht zu unseren Mitarbeitern aufzubauen, nicht umgekehrt.“

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