1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Höxter
  6. >
  7. Holzmindener Unternehmer  Ralf Schwager ist gestorben

  8. >

Motor und Ideengeber für viele Projekte im Weserbergland und in seiner Heimatstadt

Holzmindener Unternehmer  Ralf Schwager ist gestorben

Holzminden/Steinheim

Der Holzmindener Unternehmer Ralf Schwager ist tot. Er starb unerwartet im Alter von 80 Jahren kurz vor dem Himmelfahrtstag. Das Kaufhaus Schwager in Holzminden und Steinheim hat die Todesnachricht Freitagvormittag öffentlich gemacht.

Von Michael Robrecht

Unternehmer Ralf Schwager aus Holzminden ist plötzlich verstorben. Foto: Alciro Theodoro da Silva

Ralf Schwager galt als Motor und Ideengeber von Holzminden. Mit seinem Namen sind unzählige Projekte verbunden.

Das Kaufhaus Schwager schreibt zum Tode des Eigentümers diese Worte: „Wir alle, das gesamte Schwager-Team, sind tief betroffen und unendlich traurig. Uns fehlen die Worte, denn wir haben einen außergewöhnlichen, liebenswerten und unersetzlichen Menschen verloren. Seine herzliche, offene Art, seine Begeisterungsfähigkeit und sein Optimismus werden uns sehr fehlen. Nicht nur als großartigen Chef mit stets offenem Ohr für die Anliegen seiner Mitarbeiter, sondern vor allem als gütigen, warmherzigen Menschen werden wir ihn sehr vermissen. So wie Ralf  Schwager seinen Blick immer fest nach vorn gerichtet und allen Stürmen getrotzt hat, so werden auch wir mit ganzem Herzen und vollem Einsatz seine Ziele weiterverfolgen. Sein Erbe treibt uns an, und wenn er uns von oben zuschaut, möge er immer mit Stolz und Freude sehen, wie wir seine Werte weiterleben und sein Lebenswerk weiterführen.  Unser tiefempfundenes Mitgefühl gilt insbesondere seiner lieben Frau, Roswitha, sowie seinen beiden Schwestern Utta und Britta.“

Schwager hinterlässt eine große Lücke

Schwager  hinterlässt eine große Lücke in Holzminden und in der Weserberglandregion. Er   wird vielen  im Stadtbild von Holzminden fehlen. Zuletzt erweiterte er mit einem Millionenprojekt sein Hotel an der Weser direkt an der Landesgrenze zu Höxter, Stahle und NRW. Stadtmarketing, Weihnachtsmarkt und Ausbau des Einzelhandelsstandortes Holzminden: All das waren ihm Herzensprojekte. Er stand oft in der ersten Reihe und hatte den Anspruch, mitzugestalten! Und er schaute auch regelmäßig über die Weser. Sein Hotelideen hatten immer auch mit der Landesgartenschau 2023 in Höxter und ihren Chancen für die Region zu tun.

Seine letzte Weihnachtsmarkteröffnung in Holzminden auf der Eisbahn im Dezember 2021 mit Bürgermeister Christian Behlke. Ralf Schwager war bis zuletzt aktiv im Firmen- und Stadtleben präsent. Foto: Michael Robrecht

„Voran, voran, immer weiter.“ Das war ein Leitsatz, der zu Schwager passte. Viele mochten die forsche Art, andere aber überhaupt nicht. 2021 ist er 80 Jahre alt geworden, und er strahlte immer noch eine fast jugendliche Dynamik aus.  "Es gibt immer Optimierungsbedarf und neue Ideen und Projekte, die auf Umsetzung warten", sagte er in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag.  Den Holzmindenern fallen folgende Begriffe ein, wenn der Name Schwager fällt: Ideengeber, Antreiber, Macher, Motor, Kümmerer, Netzwerker und Antreiber,  ehrbarer und erfolgreicher Kaufmann, Hotelier,  Gönner, Mäzen,  Ehrenamtler.   Er setzt sich immer wieder den Hut auf und stürmte voran,  wenn es um sein Holzminden ging.  Für seine Stadt und für die Weserberglandregion wollte er immer viel erreichen.  Schwager war fordend und immer voller Ungeduld, wenn es nicht voran ging -  besonders bei seinen Bauprojekten, zuletzt bei der Hotelerweiterung.

Er wollte 90 Jahre alt werden

Am 26. November 2021 beging Ralf Schwager seinen 80. Geburtstag. „Sie wundern sich sicher, dass ich mit gut 80 nochmal ein Hotel erweitere und nicht an den Ruhestand denke. Ich mache weiter bis ich 90 Jahre alt bin. Dann möchte ich im Kaufhaus umfallen. Und das ist dann das Ende.  Das können Sie mir glauben“, sagte Ralf Schwager einmal am Telefon in einem Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT als es um sein Weserhotel, das Kaufhaus  und das Stadtmarketing in Holzminden ging.

Ralf Schwager in der Gastronomie seines Kaufhauses in Holzminden. Foto: Sabine Robrecht

Sportlehrer, Lokomotivführer, Offizier, Bäcker nannte er einmal seine Berufswünsche und musste dann doch mit Rücksicht auf die Familie Einzelhandelskaufmann in Hamburg lernen. Er war dann im Kaufhaus Hertie tätig und kam so im In- und Export rund um die Welt. 1974 kehrte er, der in Eisenach geboren wurde,  nach Holzminden zurück. Mit seinem  Vater machte er das damals moderne Kaufhaus zur Nr.1 in Holzminden -- in einem hohen 70er-Jahre-Betongebäude. Ralf Schwager war "Mister Holzminden". Seine Dynamik und Unruhe war jedes Jahr an der Eisbahn am Weihnachtsmarkt zu besichtigen, wenn er die Eröffnung dort mitorganisiert. Er war in vielen Vereinen Mitglied, interessierte sich für die Politik in Holzminden.
Es  gehören heute Kauf- und Sporthäuser in Holzminden, Seesen, Steinheim, Bad Pyrmont, Eisenach  und Bad Langensalza zum Unternehmen Schwager.

Viele Projekte in Holzminden hat er auch finanziell unterstützt. Sein Kopf war immer voller neuer ideen. Seine Ehefrau, oft sein Hund  und die Firma waren sein Lebensinhalt. Kinder waren ihm und seiner Frau leider nicht vergönnt.

Die Trauer in Holzminden ist groß. Viele sagen: „Ralf Schwager hat sich um Holzminden verdient gemacht.“

Startseite
ANZEIGE