1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Höxter
  6. >
  7. Hotel kommt unter den Hammer

  8. >

„Weserberghof“ in Höxter eine Ruine – Zwangsversteigerung 2021

Hotel kommt unter den Hammer

Höxter

Das Hotel „Weserberghof“ wird zwangsversteigert. Das Amtsgericht Höxter hat den Termin auf Dienstag, 16. März 2021, 8.30 Uhr, festgesetzt.

Michael Robrecht

Das Hotel „Weserberghof“ ist seit elf Jahren geschlossen. Bäume und Sträucher sind wie eine Dornröschenhecke um das Gebäude Foto: Michael Robrecht

Was für ein unwürdiges Ende für eines der über Jahrzehnte renommiertesten Hotelrestaurants der Kreisstadt. Gläubiger haben die Zwangsvollstreckung jetzt angestoßen.

Eigentümer abgetaucht

Nachdem Familie Krause 2009 das Hotel am Ortsausgang oberhalb der B64 unweit von Villa Haarmann und Felsenkeller aufgegeben hatte und der rumänische Investor und Neu-Eigentümer Laurentiu Manole aus Bukarest seit Jahren völlig abgetaucht war, wurde das Gebäudeensemble über Jahre durch wilde Partys verwüstet. Ein Bauzaun verwehrt neugierige Blicke auf das Gelände, ebenso die „Dornröschenhecke“ und Verbuschung des Areals. Manole bot das Hotel erfolglos längere Zeit sogar über Ebay im Internet zum Kauf an: Erst für 249.000 Euro, dann für 200.000 Euro, später für weniger. Der Eigentümer kündigte mehrfach an, er wolle nach Höxter kommen, um eine neue Nutzung für den einst erfolgreichen Gastronomiebetrieb zu finden. Jetzt können Interessierte den „Weserberghof“ für 115.000 Euro ersteigern. Das ist letztlich der reine Grundstückswert für die 2500 Quadratmeter große Fläche.

Ein Blick auf die Kegelbahn Foto: privat

Das Gebäudeensemble ist seit 1949 sukzessive baulich gewachsen und besteht aus einem Haupthaus mit Betreiberwohnung, einem Erweiterungsbau mit Fremdenzimmern von 1961 sowie einem Restaurantteil mit Kegelbahn und Clubräumen, die 1990 nach dem Brand des Fachwerkanbaus 1986 errichtet worden sind. 1300 Quadratmeter Nutzflächen haben die Räume, zuletzt gab es 16 Zimmer, ein gehobenes Restaurant mit 70 Plätzen, einen Saal mit 60 Plätzen sowie Außengastronomie mit Terrassen mit Weserblick. Bar, Fitnessbereich und Kegelbahn gehörten auch zum Haus. Hochzeiten, Geburtstage, Geschäftsessen, Seminare und einfach nur einmal gut essen gehen – dafür stand der

„Weserberghof“ einst.

Bau- und Feuchtschäden

Der Gutachter Andreas Böhl sagt, dass durch Bau- und Feuchtschäden, offene Fenster und groben Vandalismus der „Weserberghof“ so stark über Jahre beschädigt worden sei, dass ein Abbruch der Altgebäude von 1949 und 1961 als wirtschaftlich alternativlos erscheine und vielleicht nur der 30 Jahre alte Anbau trotz des Sanierungsstaus noch zu retten sei. Ein wirtschaftlich tragbares Konzept zur Betriebsreaktivierung sei dort wegen der eklatanten Schäden, des Raumzuschnitts und Überalterung aber unrealistisch. Heizung, Wasser und Elektroeinrichtung seien wohl betriebsunfähig geworden. Der Sachverständige Andreas Böhl sowie die Bauaufsicht der Stadt Höxter haben das Hotel im Mai besichtigt. Denkmalschutz bestehe hier nicht, heißt es in dem Gutachten.

Einstmals war hier die Küche. Foto: privat

Der „Weserberghof“ sollte vor zwölf Jahren von Wilfried Krause und Familie noch saniert und erweitert werden. Dazu kam es nicht. Banken und die Eigentümer beendeten unter Druck die Hotelgeschichte.

Der Gesellschaftsraum. Foto: privat

Für 200.000 Euro kaufte Raumfahrtingenieur Laurentiu Manole das Hotel. Er nahm es aber nie richtig in Besitz, kündigte aber einige Vorhaben an und übergab dem Ex-Felsenkeller-Wirt Uwe Linsdorf, der inzwischen verstorben ist, das Anwesen, um neue Ideen zu entwickeln. Der Verwahrlosungsgrad ist erschreckend. Unbemerkt haben „Partypeople“ dort über Jahre gehaust und wüst gefeiert.

Startseite
ANZEIGE