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Noch kein Durchbruch bei Entgeltordnung für das Hallenbad in HFA-Sitzung – Bürgermeister Hartmann schlägt neues Konzept vor

Höxter gerät bei Preisen ins Schwimmen

Höxter (WB)

70 Minuten Redebedarf. 70 Minuten Anträge und Veränderungsvorschläge. 70 Minuten – solange hat sich der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Höxter am Donnerstagabend mit den Eintrittspreisen für das Hallenbad beschäftigt. Letztlich ist der Beschluss vertagt worden.

Jürgen Drüke

Das Wasser steht bereits im Becken des neuen Höxteraner Hallenbades. Das schmucke Bad soll demnächst eröffnet werden. Die Eintrittspreise stehen nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend immer noch nicht fest. Dieses soll in der Sitzung am 15. Februar endlich gelingen Foto: Jürgen Drüke

Bürgermeister Daniel Hartmann will in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses einen Kompromiss vorstellen. „Es wird aus meiner Sicht ein gutes und tragbares Preiskonzept sein“, betonte der Bürgermeister am Freitagmorgen auf Anfrage dieser Zeitung. „Voraussetzung ist, dass der Haupt- und Finanzausschuss dieses in der nächsten Sitzung am 15. Februar absegnet.“ Die Einzelpreise für Erwachsene und Kinder, der Familienpreis, Ermäßigungen für ehrenamtlich tätige Personen sowie ein möglicher freier Eintritt für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr waren Gegenstand der Diskussionen.

Das neue Hallenbad Höxter wirkt sehr einladend. Foto: Jürgen Drüke

Dabei hatte der Rat in seiner letzten Sitzung am 10. Dezember des vergangenen Jahres die Entgelte bereits beschlossen. „Der Einzel-Eintrittspreis für Erwachsene von fünf Euro und der Preis für eine Familie mit zwei Kindern von 16 Euro standen bei den Bürgern in der Kritik. Deshalb sind wir noch einmal in die Diskussion eingetreten“, erklärte Hartmann.

Zurück zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses: „Wir müssen jetzt zum Ende kommen. Es sind alle Bedenken und weiteren Vorschläge eingebracht worden“, stellte UWG-Fraktionschef Georg Heiseke nach mitunter langen Redebeiträgen fest.

Die langen Bahnen im Hallenbad Höxter. Foto: Jürgen Drüke

Die Verwaltung hatte in ihrem Vorschlag den Einzeleintritt für Erwachsene jeweils mit fünf Euro und für Kinder bis 18 Jahre jeweils mit drei Euro abgebildet. Die SPD und die BfH hatten jeweils Anträge gestellt und Veränderungen in der Preisstruktur vorgeschlagen: SPD-Fraktionschef Günter Wittmann stellte fest: „Insbesondere Familien und Frühschwimmer sind unzureichend oder gar nicht berücksichtigt worden. Auch den bisherigen Ansatz für die Einzelkarte für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sehen wir mit drei Euro als zu hoch an und möchten diesen auf 2,50 Euro absenken.“ Bei der Familienkarte schlugen die Sozialdemokraten drei Euro pro Erwachsenen und 1,50 Euro pro Kind vor. „Zudem sollten Bezieher von Grundsicherung und Sozialhilfe ebenfalls den ermäßigten Tarif von 2,50 Euro erhalten.“ Die SPD sei davon überzeugt, dass die Akzeptanz, die Attraktivität und die Familienfreundlichkeit deutlich gesteigert würden.

CDU-Fraktionschef Günther Ludwig sprach sich für mehr „Übersichtlichkeit und ein übersichtliches Modell“ aus. Sein Vorschlag: „Das Einzelticket für Erwachsene sollte fünf Euro und das für Kinder 1,50 Euro kosten. Beim Familienticket sollten die Erwachsenen jeweils vier Euro und die Kinder jeweils einen Euro entrichten Das wären zehn Euro. Insgesamt sollten wir es nicht zu kompliziert machen.“

Ein Pilz schießt im Hallenbad Höxter aus dem Wasser. Foto: Jürgen Drüke

Die BfH plädierte in ihrem Antrag unter anderem dafür, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr vom Eintritt zu befreien. „Die Freiwillige Feuerwehr hat in den vergangenen drei Jahren mehr als 1000 Einsätze absolviert“, stellte Fraktionschef Ralf Dohmann ­heraus. „Wo fangen wir bei Freistellungen und Ermäßigungen an, und wo hören wir auf?“, fragte wiederum der Bürgermeister.

Der Turm wartet im Hallenbad Höxter auf die Schwimmer. Foto: Jürgen Drüke

Daniel Hartmann will nun den Kompromiss ausarbeiten und vorstellen. Das Einzelticket für Erwachsene soll demnach vier Euro und das für Kinder bis 18 Jahre zwei Euro kosten. Bei der Familienkarte soll jeder Erwachsene jeweils drei Euro und jedes Kind 1,50 Euro bezahlen. „Bei zwei Erwachsenen und zwei Kindern würden wir im Hallenbad bei neun Euro liegen“, rechnete Hartmann vor.

Wasserspiele sind im Hallenbad Höxter möglich. Foto: Jürgen Drüke

Fortsetzung folgt: Die Eintrittspreise sollen nun in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag, 15. Februar, endgültig beschlossen werden.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Als wäre es der Sprung ins kalte Wasser. Bei der Festlegung der Eintrittspreise für das neue Hallenbad in Höxter wirkt es so, als herrsche große Angst vor dem Absprung vom Dreimeterturm vor. Im Haupt- und Finanzausschuss gab es Anträge. Vorschläge und lange Redebeiträge. Dabei entstand mitunter mehr Verwirrung als Klarheit. Einen Rekord werden die Höxteraner Kommunalpolitik und die Verwaltung bei des Festlegung der Eintrittspreise jedenfalls nicht mehr hinlegen können.

Das neue Hallenbad soll demnächst eröffnet werden, doch der „Preis dafür ist heiß“. Es ist gut, wenn sich die Fraktionen

Gedanken machen und insbesondere die Familien- und Einzel-Eintrittspreis verringern wollen. Die Kritik aus der Bürgerschaft an den Preisen war berechtigt. Ermäßigter Eintritt für ehrenamtlich tätige Personen oder ganz freier Eintritt für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr? Wo soll beim Eintritt angefangen und wo aufgehört werden?

Das Wasser im Becken des Hallenbads ist bereits eingelassen worden. In Sachen Eintrittspreise sollte nun endlich der Sprung vom Turm gewagt werden. Eine Medaille gibt es allerdings dafür nicht mehr.

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