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100 Jahre Spielmannszug Höxter von 1922: Samstag Jubiläumsfeier mit Ehrungen und Party in Stadthalle 

Höxteraner Spielleute hauen auf die Pauke

Höxter

Der Spielmannzug Höxter-Lüchtringen, der ewige Wegbegleiter bei den Schützenfesten  und anderen Festivitäten, feiert am Samstag, 19. November, sein 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass lädt der Spielmannzug Höxter ab 14 Uhr die Bürgerschaft in die Stadthalle Höxter ein, um mit seinen Gästen das Fest gebührend zu feiern.

Von Michael Robrecht

Der Spielmannszug Höxter-Lüchtringen: 1998 ging man mit dem Spielmannszug Lüchtringen eine Zusammenarbeit und ein Zusammenspiel ein, die bis heute Bestand und Erfolg hat. Foto: Spielmannszug Höxter-Lüchtringen

In der Zeit von 14 Uhr bis 18 Uhr unterhalten die Musikvereine nach einem Grußwort und diversen Ehrungen die Besucher mit einem Bühnespiel. Für die Kinderunterhaltung und das leibliche Wohl ist reichlich gesorgt, der Eintritt ist bis 18 Uhr frei. Ab 18 Uhr spielt dann die Partyband „Dolce Vita“ in der Stadthalle auf und lädt die Gäste bis in die Nacht zum Tanz bei Discomusik. Die Spielleute hauen also richtig auf die Pauke.

Für das leibliche Wohl stehen Würstchen- und Pizzabuden, sowie Getränkewagen bereit. Ab 18 Uhr beträgt der Eintritt fünf Euro. Die Schützenkameraden in Uniform und ihre Begleitung haben weiterhin freien Eintritt, so ein Hinweis der Schützengilde.

Zur Geschichte des Spielmannszuges, wo Thorsten Rehder als Vorsitzender im Jubiläumsjahr den Takt angibt, ist dieser Chronikbericht überliefert: Karl Henneke aus Höxter, der Gründer des Spielmannszuges hat 1917 in einem Weltkriegs-Unterstand von Cambrai in Nordfrankreich nach der großen Panzerschlacht in einer zurückeroberten deutschen Stellung, eine deutsche Militärtrommel gefunden. Da er selbst Trommler war, machte er das Gelöbnis, wenn er gesund aus dem Krieg heimkehrt, gründet er in seiner Heimatstadt Höxter einen Spielmannszug. 1922 fand sein Aufruf, in Höxter einen Spielmannszug zu gründen, Gehör. Es fanden sich neun junge Menschen zu gemeinsamen Übungsstunden zusammen. Mit großer Hingabe haben diese Spielleute über Jahre in Höxter gewirkt.

1931 nahmen die Höxteraner Spielleute am ersten Wettstreit teil. Der Weg führte sie nach Winterberg im Sauerland. Anschließend folgten Einladungen zu Schützenfesten oder weiteren Wettstreiten. Pokale und Ehrenzeichen künden von großen Erfolgen. Der Spielmannszug hieß im Jahr 1934 noch „Tambourcorps Höxter“. In diesem Jahr sollten die Spielleute die Fahne der Höxteraner 55er Soldaten mit klingendem Spiel zum Felsenkeller in Höxter bringen. Der damalige Standartenführer untersagte dies jedoch, denn die Spielleute wollten mit ihrer eigenen Uniform marschieren. Wenn in der eigenen Uniform gespielt würde, folge die Auflösung des Vereins durch die SA, so die Drohung. Gutes Zureden durch den damaligen Stadtdirektor Ritterbusch verhinderte das Schlimmste.

1938 wurde der „Tambourcorps Höxter“ in die Feuerwehr Höxter als Spielmannszug-Gruppe eingegliedert. Bis zum Kriegsanfang blieb man dann in einer Stärke von zwölf Spielleuten zusammen. Das Kriegsgeschehen, hat dann aber alle Musiker auseinander gerissen. Nach dem Krieg 1947 haben die Spielleute Karl Henneke, Karl Schniggenfittig und Wilhelm Elbert ihren Verein neu aufgebaut. Mit sechs Spielleuten und neuen Tambourmajor (Wilhelm Elbert) startete man wieder durch.

Spielmannszug Höxter im Einsatz: Zusammen mit den Lüchtringern werden viele Termine wahrgenommen. Foto: Spielmannszug Höxter

1954 gründete Karl Henneke den Jugendspielmannszug, der zusammen mit dem Stammzug 27 Spielleute zählte. Im Oktober 1956 riefen Karl Henneke und Heinz Ebeling den Schülerspielmannszug ins Leben, es wurden 25 Schüler neu ausgebildet. Den ersten Auftritt hatte der Schülerzug 1957 beim Wettstreit in Sommersell. Durch „innere Konflikte“ 1961 wurde der „Spielmannszug von 1922 Höxter“ auseinander gerissen, so dass es in Höxter von nun an zwei Spielmannszüge gab. Den Schülerzug und Fanfarenzug Rot-Weiß Höxter. Trotz der Trennung hat sich der „Spielmannszug von 1922 Höxter“ durchgesetzt und feierte 1972 sein goldenes Vereinsjubiläum verbunden mit dem 4. Kreiswettstreit. Im Herbst 1973 gründete der Spielmann Hans-Joachim Kruppe und Helmut Marx. sen. einen Jugendspielmannszug. Der erste Auftritt erfolgte zur Saisoneröffnung der Oberweserdampfschifffahrt mit 25 jungen Spielleuten.

Im August 1982 konnte man aus Anlass des 60-jährigen Bestehens in Verbindung mit der Siedlergemeinschaft Höxter ein Zeltfest feiern. 1987 feierte der „Spielmannszug von 1922 Höxter“ sein 65-jähriges Bestehen, verbunden mit einem Freundschaftstreffen. Das Jahr 1991 war eines der schwersten Jahre. Es drohte die Auflösung des Vereins, da immer weniger Jugendliche für die Musik zu begeistern waren. Zehn aktive Spielleute beschlossen jedoch den Spielmannszug weiterzuführen. Im Oktober 1992 feierte man im dann kleinen Rahmen das 70.Vereinsjubiläum. 1998 ging man mit dem Spielmannszug Lüchtringen eine Zusammenarbeit und ein Zusammenspiel ein, die bis heute Bestand und Erfolg hat. Seither werden Einladungen für Schützenfeste sowie Wettstreite zusammen durchgeführt.

Im Jahr 2012 bestand der „Spielmannszug von 1922 Höxter e.V.“ seit 90 Jahren und feierte dies auch. Auf einer gemeinsamen Seite der Spielmannszüge Höxter und Lüchtringen gibt es weitere Informationen: www.spielmannszug-hxl.de

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