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Baubeginn für Vier-Gruppen-Anlage nächste Woche: Johanniter   Betreiber und Beermann GmbH  Investor des Millionenprojektes

Höxters größte Kindertagesstätte wird neben KWG an Bergstraße gebaut

Höxter

Höxters größte Kindertagesstätte wird ab kommenden Montag auf der Freifläche zwischen KWG-Lehrerparkplatz und Bergstraße/Bielenberg gebaut. Die viergruppige Einrichtung soll schon im Frühjahr 2023 eröffnet werden. Damit können bald 70 Kinder versorgt werden, die in Höxters Kernstadt schon länger keinen Kindergartenplatz bekommen haben.

Claudia Pelz-Weskamp (Stabsstelle Familie und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Höxter) und Bürgermeister Daniel Hartmann haben  das KiTa-Großprojekt am Mittwochnachmittag im Stadthaus in Höxter vorgestellt . Foto: Stadt Höxter

Nachdem die Vertragsverhandlungen abgeschlossen sind, konnte  Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann am Mittwochnachmittag in einem Pressegespräch  endlich die Bürgerschaft informieren: „Ich freue mich, den Familien unserer Stadt mitteilen zu dürfen, dass im Flor ein viergruppiger Kindergarten errichtet wird. Bereits nächste Woche werden die ersten Bagger rollen. Das Gebäude wird in einer Holzrahmenbauweise entstehen, sodass voraussichtlich bereits im Mai nächsten Jahres dort ca. 70 Kinder mit den Erzieherinnen und Erziehern einziehen können.“

Auf der Freifläche oberhalb des Lehrerparkplatzes des Gymnasiums direkt an Bergstraße und mit Zufahrt Am Flor wird eine neue viergruppige Kindertagesstätte gebaut. Als Erweiterungsareal für das KWG wird das Grundstück nicht gebraucht. Foto: Maike Robrecht

Schon seit 2018 verfolgt die Stadt Höxter die Entwicklung der Bedarfe. Gemeinsam mit dem Kreis Höxter, der für die Bedarfsdeckung der Kinderbetreuung zuständig ist, wurden zunächst neue Betreuungsplätze in den Kitas der Ortschaften geschaffen. Dies geschah in Form von Anbauten, Umbauten oder auch durch Gruppenumstrukturierungen innerhalb der Kitas. Vor allem die Hochstift gGmbH, die Trägerin der Kitas in allen Dörfern der Stadt Höxter ist, hat sich hier sehr engagiert. Auch weitere Tagespflegegruppen (Betreuung von unter Dreijährigen durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater) sind in Höxter und den Ortschaften zusätzlich entstanden.

So sieht die neue KiTa vom Flor aus: links ist der KWG-Lehrerparkplatz, rechts der Bergstraße der Berufskolleg-Parkplatz und der Dirt-Track für Geländefahrräder am Bielenberg. Baustart ist nächsten Montag, 22. August.  Foto: Stadt Höxter

Viele Eltern und Betriebe brauchen KiTa-Plätze

Bürgermeister Hartmann, der das Projekt nach Amtsübernahme im November 2020 zur Chefsache erklärt hatte, weil so viele Eltern und Betriebe den Mangel an KiTa-Plätzen in Höxter beklagt hatten, erläuterte viele Details des Vorhabens: "Um  auch die Bedarfsdeckung in der Kernstadt zu optimieren, ging die Stadt Höxter hier auf die Suche nach geeigneten Gebäuden für eine Kita. Da ein Neubau sehr kostenintensiv sein kann, wurde zunächst das Ziel gesteckt, bereits bestehende Gebäude umzubauen. Leider haben sich hier keine geeigneten Möglichkeiten ergeben. Auch Gespräche mit Betrieben bezüglich Betriebskindergärten blieben leider erfolglos."

In Holzrahmenbauweise soll die neue Kita auf der Wiese am KWG in nur acht Monaten gebaut werden. Mit der Beermann Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG aus Bad Salzuflen wurde ein Investor gefunden, der bereits Erfahrungen mit dem Bau und der Verwaltung von Sozialimmobilien hat. Das Gebäude wird vom Generalunternehmer Kögel und Nunne aus Horn Bad Meinberg errichtet. Foto: Maike Robrecht

Die Zeit drängte, denn die negativen Auswirkungen der fehlenden Kita-Plätze wurden immer deutlicher. „Wir erhielten zahlreiche besorgte Anrufe von Familien und Arbeitgebern, denn ohne Kinderbetreuung können Mütter und Väter nach der intensiven Familienphase mit einem Säugling oder Kleinkind nicht wieder in ihren Beruf zurückkehren. Nicht zu vergessen, dass Kinder, die keinen Kita-Platz erhalten, kaum die Möglichkeit haben, mit Gleichaltrigen zu spielen und innerhalb einer Gruppe gefördert zu werden. Auch geflüchtete Kinder haben eine geringere Chance, Deutsch zu lernen, bevor sie eingeschult werden“, macht Claudia Pelz-Weskamp, Stabsstelle Familie und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Höxter, deutlich.

Nachdem zahlreiche Anstrengungen der Stadt Höxter  nicht zum gewünschten Ziel geführt hatten, entschied sich der Bürgermeister für das so genannte Investorenmodell. Demnach lässt ein Investor das Gebäude errichten, dass dann ein Träger anmietet und betreibt. Selbstverständlich geschieht dies unter Aufsicht und mit Beratung des Landesjugendamtes sowie mit flankierender Begleitung der Stadt Höxter.

Bereits im Mai 2021 lud der Bürgermeister die Fraktionen des Rates zur Besichtigung einer Kita ein, die in einer Holzrahmenbauweise errichtet wurde. Schließlich gab der Rat der Verwaltung den Auftrag, das Projekt voranzutreiben. Daraufhin galt es, zahlreiche Verträge zu verhandeln und abzuschließen. „Vertragsverhandlungen können sich manchmal recht zäh gestalten, schlussendlich waren sie aber erfolgreich“, erläutert der Bürgermeister das Prozedere. „Die Trägerschaft hat der Regionalverband Johanniter Lippe-Höxter übernommen. Damit übernehmen sie  im Stadtgebiet Höxter erstmalig die Trägerschaft  einer Kita. Die Stadt Höxter ist bemüht, eine breite Trägerlandschaft in unserer Stadt aufzubauen, damit den Eltern eine große Wahlmöglichkeit zur Verfügung steht.“

Mit der Beermann Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG aus Bad Salzuflen wurde ein Investor gefunden, der bereits Erfahrungen mit dem Bau und der Verwaltung von Sozialimmobilien hat. Das Gebäude wird vom Generalunternehmer Kögel und Nunne aus Horn Bad Meinberg errichtet, der in den letzten drei Jahren vier Kitas gebaut hat.

Daniel Hartmann stellt die Vorteile des Standortes Im Flor heraus: „Die Kita wird oberhalb des König-Wilhelm-Gymnasiums errichtet. Somit liegt sie direkt in einer Wohnsiedlung. Die Eltern können ihre Kinder also durchaus auch zu Fuß zur Kita bringen. Außerdem ist es auch zu den großen Arbeitgebern Bundeswehr, Schulen und Krankenhaus nicht weit.“

Daniel Hartmann ist sich sicher: „Die angespannte Situation in der Kernstadt bezüglich der Kinderbetreuung wird sich voraussichtlich ab Mai 2023 merklich entspannen. Ich werde aber weiterhin die Bedarfe der Kinderbetreuung im Blick behalten und entsprechend reagieren, damit solch eine Situation für die Familien unserer Stadt nicht nochmals entstehen wird.“

Bürgermeister Hartmann sagte auch, dass die Lage im Frühjahr 2022 durch die Baukrise nicht einfacher geworden sei. Viele Dinge mussten neu durchdacht werden. Explodierende Baumaterialpreise und das Thema Rendite seien für den Investor zu bedenken gewesen. Claudia Pelz-Weskamp lobte die Baufirma, die sich schon 2021 weit vor der Krise mit vielen Baumaterialien für das Höxter-Projekt vorausschauend eingedeckt habe und so das Vorhaben letztlich zeitnah umsetzbar gemacht habe.

Bürgermeister Hartmann bestätigte, dass ein alternatives Baugrundstück oberhalb des Berufskollegs am Bielenberg-Wald anfangs ins Auge gefasst worden sei. Der Hang habe aber 17 Meter Höhenunterschiede für den Bau bedeutet, was auch deutlich teurer geworden wäre. Die Fläche vom Flor sei auch für Eltern gut erreichbar, Parkplätze und Aussteigemöglichkeiten seien hier möglich - besonders auch für Gehbehinderte. Natürlich steige das Verkehrsaufkommen im Flor vor KWG und Berufskolleg, das sei aber verkraftbar.

70 Kindergartenplätze fehlen zurzeit in der Kreisstadt. Auch mit Blick auf eine gesetzlich geforderte Vollversorgung werden neue Plätze gebraucht: Hier Höxteraner Kinder beim Höxteraner Frühling. Foto: Michael Robrecht

Beim ersten Spatenstich am nächsten Dienstag wird auch die neue Leiterin der Kita dabei sein und etwas zum pädagogischen Konzept berichten. Die Johanniter sind  erfahrene Betreiber von Kindertageseinrichtungen in OWL, so die Stadt. Stellenausschreibungen für Erzieherinnen/Erzieher soll es im Spätherbst geben.

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