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Am 29. Juni ist Schluss: Aus für letzten großen Poststandort in der Kreisstadt – Kleinfilialen als Ersatz

Höxters Post schließt für immer

Höxter (WB). Es sind die letzten Tage, an denen die Postbank-Mitarbeiter Claudia Leßmann und Michael Gröne in der Höxteraner Filiale ihren Dienst leisten. Ende der Woche wird die Filiale geschlossen – die Kunden der Kreisstadt-Niederlassung müssen sich dann in Zukunft umorientieren.

Sarah Schünemann

Claudia Leßmann und Michael Gröne arbeiten die letzten Tage in der Postbank-Niederlassung in Höxter. Es gibt weiterhin viel zu tun, die gute Stimmung bleibt dabei aber immer. Beide haben schon feste Zukunftsperspektiven. Foto: Sarah Schünemann

Wenn am Freitag die Türen der Post in der Uferstraße schließen, dann dieses Mal für immer. Ein Stück Postgeschichte in Höxter geht zuende. Wie berichtet, wird die Filiale in der Höxteraner Innenstadt ab 29. Juni geschlossen. Kurz vor Schluss werden jetzt die ersten Waren aus dem Geschäftsraum abgeholt.

»Wenn wir Freitag abschließen, geht es richtig los. Dann wird alles ausgeräumt«, schildert Mitarbeiterin Claudia Leßmann. Sie wird in Zukunft in der Postbank-Niederlassung in Holzminden arbeiten. »Das ist eine Lösung, mit der ich leben kann. Es ist nur schade, weil man viele Kunden hier einfach kennt«, verrät sie im Gespräch.

Kunden verabschieden sich

Das sehen viele der Kunden ähnlich. Sie verabschieden sich herzlich von den Postbank-Mitarbeitern, wünschen ihnen alles Gute oder fragen etwas ungläubig: »Und ihr wollt wirklich hier weg?« Das merkt auch der langjährige Mitarbeiter Michael Gröne. Seit 47 Jahren ist er dabei, arbeitete erst für die Post und nach der Übernahme für die Postbank. »Man hat ein lachendes und ein weinendes Auge«, sagt er mit dem Blick in den mit Kunden gefüllten Geschäftsraum gerichtet – denn die bleiben auch in den letzten Tagen nicht aus.

Gröne wird, ebenso wie Filialleiterin Birgit Grottke, in den Vorruhestand gehen. »Ich freue mich auch ein klein wenig darauf. Wahrscheinlich werden mir trotzdem schnell die Gespräche mit den Leuten fehlen – das gehört einfach dazu«, sagt er. Alternativ hätte er in einer Göttinger Filiale arbeiten können. Das sei ihm mit Blick auf sein Alter und die bergige Strecke durch den Solling, insbesondere bei Schnee und Glätte, zu risikoreich gewesen.

Bleiben ältere Kunden auf der Strecke?

Vor allem für die älteren Kunden sei die Schließung eine Katastrophe. »Klar, die jungen Leute können Online-Banking und alles drumherum, aber die langjährigen Kunden – die bleiben irgendwo ein bisschen auf der Strecke«, erklärt Gröne, der in den vergangenen Tagen viele Gespräche darüber geführt hat, wie die Abläufe in der Zukunft aussehen könnten.

Überweisungen nur in Holzminden möglich

So lässt sich an den Automaten der Deutschen Bank, deren Filiale sich um die Ecke in der Weserstraße befindet, kostenlos Geld abheben. »Nur überweisen geht da nicht. Dazu muss man in die Postbank-Filiale nach Holzminden«, so Leßmann. Die liegt in der Nachbarstadt sehr zentral: In der Fußgängerzone, der Oberen Straße 17, stehen von Montag bis Freitag jeweils von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr sowie Samstag von 9 bis 12 Uhr Mitarbeiter der Postbank bereit.

Einiges bleibt aber doch beim Alten: Das Verteilerzentrum Höxter im Hof des Gebäudes bleibt bestehen, auch die Postfächer im Vorraum werden nicht umgesetzt. Inhaber können weiterhin im Eingangsbereich ihre Fächer leeren. »Bis 10 Uhr können sogar weiter deren Einschreiben und Nachentgelte geklärt werden«, erklärt Leßmann und wendet sich mit einem freundlichen Lächeln den nächsten Kunden zu. Höxter wird ohne die große »Post« etwas fehlen.

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