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Tino Wenkel (40) möchte 2020 Samtgemeindebürgermeister in Holzminden-Boffzen werden – Wahl im März

»Ich bin unabhängig und kompetent«

Höxter/Holzminden (WB). Die Kinder in der Beverunger Ortschaft Wehrden kennen ihn längst. Tino Wenkel engagiert sich dort als Übungsleiter beim Eltern-Kind-Turnen des SSV. Der 40-Jährige lebt auf dem Schlossareal mit Ehefrau Christiane (Oberärztin am St. Ansgar, Höxter) und den beiden Kindern (zwei und fünf Jahre alt). Wenkel: »Ich möchte im nächsten Jahr das Amt des Samtgemeindebürgermeisters in Boffzen antreten!«

Harald Iding

Der unabhängige Kandidat für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters, Tino Wenkel (40), freut sich mit Ehefrau Dr. med. Christiane (38, sie arbeitet als Internistin) auf die nächsten Monate. Bei einem Wahlsieg läuft die Amtszeit für ihn bis mindestens 2026. Foto: Harald Iding

Mit einem Schmunzeln auf den Lippen betont der smarte Diplom-Verwaltungswirt (FH) im blauen Anzug noch: »Ich bräuchte dann wohl nur ein paar Minuten bis zu meinem Arbeitsplatz in Boffzen – per Boot auf der Weser!« Aber dazu wäre ja ein spezieller Anleger notwendig, mal abwarten.

Tino Wenkel, der aus Thüringen (Mühlhausen) stammt und viele Jahre als Schiedsrichter auf dem Fußballplatz gestanden hat, sieht sich als »Motivator«. Zugleich wäre er als Bürgermeister gerne ein vermittelnder Teamplayer für alle Mitgliedsgemeinden – um alle in eine sichere Zukunft zu führen. Der junge Familienvater lacht gerne und packt die Dinge an. »Es zählen immer die Lösungen. Da kann man sich auch mal kritisch mit anderen auseinandersetzen.« Aber man müsse stets fair bleiben, findet der Sportsmann. Das gelte für die Verwaltung als auch bei kommunalpolitischen Fragen.

Amtsinhaber hört im Frühjahr 2020 auf

Bereits seit zehn Jahren ist Wenkel, der vorher sechs Jahre lang bei der Stadt Holzminden beschäftigt war, Kämmerer in der Samtgemeinde Boffzen, auch Gemeindedirektor (GD) von Lauenförde und Fürstenberg sowie stellvertretender GD von Boffzen und Derental und in der Verwaltung seit 2010 der »Allgemeine Vertreter« des Amtsinhabers Uwe König. Sozialdemokrat König hat öffentlich erklärt, zum 30. April 2020 als Samtgemeindebürgermeister aufhören und mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen zu wollen – also noch vor den Kommunalwahlen in Niedersachsen im Herbst 2021. Wenkel sagt mit fester Stimme: »Ich traue mir das Amt zu. Ich verfüge über genügend Erfahrung!«

»Habe kein Parteibuch«

Es sind nicht mehr viele Monate bis zum Urnengang für die knapp 7000 Einwohner der Samtgemeinde. Deswegen möchte sich Wenkel schon jetzt der Bürgerschaft als Kandidat für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters vorstellen.

Wenkel betonte im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT: »Ich trete als Unabhängiger an. Ich bin frei und kompetent. Wegen der Kandidatur in eine Partei einzutreten – das liegt mir fern und das werde ich auch nicht tun. Ich möchte mit allen Parteien konstruktiv, fair und in der Sache leidenschaftlich zusammenarbeiten.« Er will keiner Fraktion über ein Parteibuch verpflichtet sein.

Breite Unterstützung

Diese klare Aussage und auch sein bisheriges Wirken in der Samtgemeinde in den vergangenen zehn Jahren haben die örtlichen Parteien wohl in Mehrheit bereits überzeugt. So erklärten ihre Unterstützung für eine Wahl von Wenkel in 2020 zum Beispiel das »Bündnis 90/Die Grünen« der Samtgemeinde (SG), die FDP SG, die Wählergemeinschaft SG und Lauenförde sowie die SPD Lauenförde. In Aussicht gestellt, den parteilosen Kandidaten Wenkel zur Seite zu stehen, habe auch die SPD Sollingtor (Boffzen, Derental und Fürstenberg), die aber erst nach der Mitgliederversammlung am 25. Oktober eine eindeutige Aussage treffen will. Einen Gegenkandidat gäbe es derzeit nicht.

Bislang kein Gegenkandidat

Wenkel: »Die CDU hat sich bislang in dieser Sache mir gegenüber noch nicht verbindlich erklärt.« Es bleiben also noch spannende Wochen, ob Wenkel der einzige Bürgermeisterkandidat bleibt. Dieser nimmt die Herausforderung sportlich, würde sich fast schon über einen zweiten Namen auf dem Wahlzettel freuen.

»Ich will mit meinem Wissen, meiner Kraft und Leidenschaft punkten – und alle überzeugen. Da spielt auch das Ehrenamt eine große Rolle. Als neuer Chef würde ich extra eine Stelle einrichten, die sich um Fragen rund um das Ehrenamt kümmert. Anträge würde ich gerne selbst an das Land weiterleiten.«

Und wie schätzt Wenkels Ehefrau, Dr. Christiane Wenkel (Fachärztin für Innere Medizin), die Kandidatur ein? »Ich stehe voll hinter meinem Mann. Wir lieben die Region, die Menschen und fühlen uns hier sehr wohl!«

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