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Ralf Jung ist der alte und gleichzeitig neue Militärpfarrer in Höxter sowie Holzminden

»Ich bin wieder daheim«

Höxter (WB). »Ich bin sehr glücklich, zurück im Weserbergland zu sein.« Ralf Jung ist der alte und gleichzeitig neue Militärpfarrer des Panzerpionier-Bataillons 1 Holzminden und des ABC-Abwehrbataillons 7 Höxter. Der 54-Jährige ist mit einem Festgottesdienst unter der Leitung von Militärdekanin Petra Reitz feierlich in sein Amt eingeführt worden.

Dennis Pape

Nach seinem ersten Wirken von 2012 bis 2015 in Höxter und Holzminden ist Ralf Jung gestern in Corvey erneut als Militärpfarrer für die beiden Standorte begrüßt worden. Seine Amtseinführung hat Militärdekanin Petra Reitz geleitet. Foto: Dennis Pape

»Christen sehen sich nie ein letztes Mal« – mit diesen passenden Worten begann Petra Reitz den Gottesdienst in Corvey. Die Region Höxter/Holzminden sei während seines Wirkens von Juni 2012 bis November 2015 ein sicherer Hafen für Ralf Jung gewesen – und dorthin kehrt der gebürtige Sauerländer auch gerne wieder zurück: »Ich mag die Natur, die Weser und vor allem auch die Menschen, die diese Region prägen.

Eine neue Heimat

Damals sind viele Freundschaften entstanden, die ich nun nach meiner Rückkehr in das Bataillon pflegen kann. Es fühlt sich an, wie nach Hause kommen«, sagte Jung gestern vor dem Gottesdienst im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Rückblick: Im Winter 2015 sollte Jung eigentlich in die USA versetzt werden, der Aufenthalt war für fünf Jahre vorgesehen. Angesichts gesundheitlicher Probleme kam es jedoch nie dazu.

Nach seiner Genesung wurde der sympathische Sauerländer zunächst Pfarrer beim deutsch-niederländischen Korps in Münster. Doch schon damals hegten seine Frau Anke und er den Wunsch, wieder ins Weserbergland zurückkehren zu können. Die Region Höxter und Holzminden sei so etwas wie Heimat geworden. Seit dem 1. Dezember ist Jung nun bereits wieder in der Kaserne in Holzminden.

Jung war selbst Offizier bei der Bundeswehr, begann anschließend eine theologische Ausbildung. »Ich habe es als meine Berufung angesehen, Menschen eine Brücke zu Gott zu bauen.«

Brücke zu Gott zu bauen

Die Brücken baute er später dann zum ersten Mal als Militärpfarrer – der heute 54-Jährige suchte damals eine neue Herausforderung. Im Mittelpunkt seiner Arbeit beim Militär steht vor allem die Seelsorge. »Ich bin für die Soldaten da – und zwar bei allen Problemen, mit denen sie im Alltag umgehen müssen.

Ich denke da vor allem an die Trennung von der Familie und die tägliche Auseinandersetzung mit dem Tod.« Gewirkt hat Jung unter anderem auch schon in Krisengebieten wie Kabul in Afghanistan. Er betont: »In einer unfriedlichen Welt bekommt der Friede Gottes eine ganz besondere Kraft.« Ein ebenfalls eindrucksvolles Erlebnis sei sein Wirken bei der Flutkatastrophe 2013 gewesen: »Diese ausgeprägte Kameradschaft und den Zusammenhalt werde ich nie vergessen.«

In der Corveyer Kirche betonte unter anderem Gunnar Wirth, Pfarrer der Evangelischen Weser-Nethe Kirchengemeinde (Bezirk Amelunxen/Bruchhausen), in seinem Grußwort: »Wir freuen uns sehr auf seine zupackende und bodenständige Art und Weise. Am Ende liegt alles in Gottes Hand – so steht auch in der Bibel bei Sacharja 4,6: ›Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.‹«

Major Matthias Döpping, Stellvertretender Bataillonskommandeur aus Holzminden, begrüßte Jung ebenfalls herzlich und sagte: »Unsere Soldaten finden auch im Glauben Halt. Militär und Kirche sind ohne Frage Stützen der Gesellschaft.«

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