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"Wir feiern Jubiläum" in Schloss Bevern: „Innovationsnetzwerk Region Holzminden-Höxter“ besteht seit fünf Jahren

Im Weserbergland gemeinsam starke Unternehmen schaffen

Höxter/Holzminden/Bevern

Das „Innovationsnetzwerk Region Holzminden-Höxter“ besteht seit fünf Jahren. Bundesweit gilt die länderübergreifende Initiative als Vorbild dafür, dass eine Wirtschaftsregion im ländlichen Raum trotz uralter und sehr aktiver Grenzen gemeinsam etwas auf die Beine stellen kann. Gefeiert wurde am Dienstag mit vielen "Multiplikatoren" der Region in Schloss Bevern.

Von Michael Robrecht

Gäste aus Politik, Städten, Unternehmen und Organisationen bei der "Geburtstagsfeier" zum Fünfjährigen des Innovationsnetzwerkes in Schloss Bevern. Foto: Michael Robrecht

Fachkräftemangel in allen Firmen, immer weniger Azubis, die geringe Anzahl im Weserbergland bleibender Studenten und viele junge Leute, die die Region für immer verlassen: Diese Sorgen plagen alle Unternehmen der Region - auch die großen. „Unser Zusammenschluss mit sehr viel Angeboten wie Lehrstellenoffensiven, Jobmessen, Meister- und Ausbilder-Netzwerke, offene Betriebstüren, Förderprojekte, Fortbildungen, Standortinitiativen und oder Hierbleiber- und Rückkehrerprojekte findet bundesweit Beachtung“, sagt das Netzwerkmanagement mit Carl-Otto Künnecke (Projektleiter), Mark Becker (Stellvertreter Projektleiter) und Imke Müller-Stauch (Innovationsmanagerin) in ihrer Fünfjahresbilanz.

Aktionen wie die Azubi-Werbeaktion "Superhelden" sind Initiativen des Innovatiosnnetzwerkes. Foto:

Seit neun Jahren arbeiteten die Unternehmen an der Weserschiene aus NRW und Niedersachsen bereits eng zusammen und hätten so manches für die Region erreicht, wie Mark Becker in seiner Rede sagte.  2014 habe man in Schloss Fürstenberg mit ersten Ideen begonnen, sich mit dem Corveyer Programm einen roten Faden erarbeitet und biete heute mit dem Innovationsnetzwerk sehr viel Nützliches für Firmen, Mitarbeiter und Auszubildende an.

Die Kreisstädte Holzminden und Höxter liegen nur neun Kilometer voneinander entfernt diesseits und jenseits der Weser:  Mit den umgebenden kleineren Gemeinden und Samtgemeinden bilden die beiden Städte einen gemeinsamen Wirtschaftsraum. Gemeinsam ist ihnen außerdem die idyllische Lage im Weserbergland sowie die große Entfernung zu den Autobahnen. Dennoch verfügen die beiden Landkreise über eine Reihe von erfolgreichen produzierenden Handwerks- und Industriebetrieben.

Die ansässigen Wirtschaftsvereinigungen – Weserpulsar auf der niedersächsischen und die Wirtschaftsinitiative im Kreis Höxter auf der ostwestfälischen Seite – haben 2017 ein Innovationsnetzwerk ins Leben rufen, dessen Fokus auf der Bewältigung der Herausforderungen durch den digitalen Wandel und durch immer höhere Anforderungen an Innovations- und Anpassungsgeschwindigkeit liegt, erinnerten die Innovationsmanager.   Dabei werden die Unternehmen vom gemeinsamen Forschungszentrum der Hochschulstandorte Holzminden und Höxter, dem ZZHH, unterstützt. Die Initiative resultiert aus einem zweijährigen Dialogprozess zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie öffentlichen und gesellschaftlichen Akteuren beider Landkreise.

Unternehmer Carl-Otto Künnecke, der sich sehr darüber freute, dass zahlreiche Gäste aus Politik, Firmen, beruflichen Schulen, Banken und Organisationen ins Schloss Bevern zur mehrstündigen „Geburtstagsveranstaltung“ gekommen waren, nannte einen wichtigen Grund für das Netzwerk: „Wir müssen Menschen zusammenbringen. Und wir haben viele zusammengebracht, die zusammen jetzt für die Region etwas bewirken.“ Zudem ist ein weiterer Förderantrag an NRW und Niedersachsen abgeschickt worden, um die professionelle Aufstellung des Innovationsnetzwerkes weiter abzusichern. Die heimischen Städte haben das unterstützt. „Wir tragen zur positiven Außenwahrnehmung und zur Profilierung der Region bei“, sagen die Netzwerkmanager. Standortvorteile und Vielseitigkeit der Region müssten weiter bundesweit noch bekannter gemacht werden, so Firmenchef Mark Becker aus Höxter.

Aus dem Emsland war Jens Stagnet vom dortigen Innovationsnetzwerk „Emsachse“ nach Bevern gekommen. Die 2006 gegründete Wachstumsregion Ems-Achse ist ein Bündnis von Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen, Kammern und Verbänden in ganz Ostfriesland (Landkreise Wittmund, Aurich, Leer und   Stadt Emden).
Das Ziel ist die Profilierung einer gemeinsamen Wirtschaftsregion Ems-Achse bei gleichzeitiger Stärkung des Wirtschaftswachstums und Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen. Die Region habe weitaus mehr neue Arbeitspkätze geschaffen als bei Gründung gedacht, sagte Stagnet. Plus 12.000 seien 2009 geplant gewesen, 72.500 Jobs seien es 2017 geworden, wozu auch die Meier-Werft Papenburg und die VW-Autozuliefererbetriebe  als Anker beigetragen hätten. Etwas stellte der Gast aber auch fest: Viele Firmen seien überall immer noch digital sehr schwach aufgestellt.

Aus dem Emsland war Jens Stagnet vom dortigen Innovationsnetzwerk „Emsachse“ nach Bevern gekommen. Er schildert,w as in Ostfriesland Wirtschaftsförderung 2022 bedeutet. Foto: Michael Robrecht

Betriebsabläufe vereinfachen und gleichzeitig Papier und Ressourcen sparen: Die Digitalisierung hat für Unternehmen verschiedene Vorteile. Diese Potenziale loteten Auszubildende mehrerer heimischer Firmen im Rahmen eines branchenübergreifenden Projekts aus. Die vom Innovationsnetzwerk der beiden Wirtschaftsvereine Weserpulsar Holzminden und Wirtschaftsinitiative Kreis Höxter (WIH) ins Leben gerufene „Azubi.Werk.Statt“ hat dieses Angebot initiiert und an den Start gebracht. Den Besucherinnen und Besuchern präsentieren mehrere Azubigruppen ihre Erkenntnisse bei den Digitalisierungs-Ideen.

Den Input für die Konzepte bekamen sie von professionellen Partnern:  Die zeigen auf, was in Unternehmen digitalisiert und mithin vereinfacht werden kann. „Das fängt beim Personalmanagement an und erstreckt sich von Dienstplänen und Urlaubsanträgen bis hin zu Mittagessenbestellungen. Die Lagerbestände und vieles in der Produktion  lasse  sich ebenfalls digital verwalten“, so die Azubis. Vorgestellt wurden auch Beispiele der Zusammenarbeit mit Kommunen und heimischen Hochschule.

Auszubildende setzen sich für verstärkte Digitalisierung ein

Haben sich die Diggitalisierung in den betrieben auf die Fahne geschrieben: Die jungen Leute der vom Innovationsnetzwerk der beiden Wirtschaftsvereine Weserpulsar Holzminden und Wirtschaftsinitiative Kreis Höxter (WIH) ins Leben gerufenen „Azubi.Werk.Statt“. Foto: Michael Robrecht

Die Azubi-Kampagne "Superhelden" ist eine Erfindung des Innovationsnetzwerkes. Auch das Magazin "Wirtschaft plus X - echt stark" hat die Initiative - zusammen mit dem WESTFALEN-BLATT Höxter - entwickelt.

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