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2900 Anträge allein in Höxter – Menschen unter Betreuung geben erstmals Stimme ab

Immer mehr Bürger wählen per Brief

Höxter (WB). Im Kreis Höxter zeichnet sich bei der Landtagswahl eine hohe Briefwahlbeteiligung ab. Allein in Höxter hatten bis Donnerstagmittag bereits 2900 Menschen einen Wahlschein beantragt – das entspricht rund zwölf Prozent aller Wahlberechtigten. Damit gibt es auf jeden Fall mehr Briefwähler als die 2815 bei der Landtagswahl 2015.

Dennis Pape und Marius Thöne

In der Kreisstadt Höxter haben bis Mittwochmittag bereits 2900 Wähler ihre Stimme per Brief abgegeben. Foto:

Ähnlich sieht es auch in den übrigen Städten des Kreises aus. In Nieheim hatten bis gestern 535 Wähler (11 Prozent) ihren Stimmzettel angefordert, in Steinheim 1170 (12 Prozent), in Marienmünster 345 (8,4 Prozent), in Beverungen 1480 (13 Prozent), in Brakel 1250 (10 Prozent) und in Bad Driburg 1975 (13 Prozent).

Wahlvorbereitungen

Die Vorbereitungen für die beiden Wahlen 2017 ist in den Rathäusern bereits in vollem Gange. Darum kümmert sich in Höxter ein fünfköpfiges Team. »Für uns bedeutet ein Jahr mit Landtags- und Bundestagswahl sowie der Abstimmung zu G9 einen Extra-Arbeitsaufwand – immerhin steht das normale Tagesgeschäft nicht still« erläutert Stadtsprecherin Sabine Hasenbein.

Wahlhelfer

Unter anderem musste das Wahl-Team bei der Stadt Höxter 181 Wahlhelfer für die 23 Wahlbüros und vier Briefwahllokale anwerben, damit bis zum Landtagswahl-Sonntag, 14. Mai, jeder der insgesamt 23 467 Wahlberechtigten ab 18 Jahren seine Stimme abgeben kann. Die Wahlhelfer bekommen ein Erfrischungsgeld von 35 Euro. »Ein Großteil sind Mitarbeiter der Stadt. Auch die Parteien und andere Behörden haben einige Personen gemeldet. Leider haben sich über unser Online-Formular lediglich fünf Freiwillige als Wahlhelfer gemeldet«, hofft Benjamin Koch auf eine höhere Resonanz bei der Bundestagswahl im September.

Betreute dürfen wählen

Simone Eils, die für das Wählerverzeichnis zuständig ist, weist darauf hin, dass in Höxter bei einer Landtagswahl erstmals auch 31 Personen wahlberechtigt sind, die unter einer so genannten vollen gesetzlichen Betreuung stehen. Eine Hilfsperson darf in diesem Fall mit in die Kabine. »Das kann jemand aus der Familie sein. Aber auch unsere Wahlhelfer, die zu Verschwiegenheit verpflichtet sind, können dies übernehmen«, erläutert Sabine Hasenbein. Für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit gibt es darüber hinaus spezielle Schablonen – diese müssen jedoch bereits vor der Wahl bei den Landesvereinen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes angefordert werden. Ausgeschlossen von der Wahl sind nach Angaben von Sabine Hasenbein Menschen, die infolge einer gerichtlichen Entscheidung kein Wahlrecht besitzen.

Wahl trotz Erkrankung

Die Briefwahl können Höxteraner regulär noch bis Freitag um 18 Uhr im Stadthaus beantragen, das ist in der Kreisstadt über die Stadthomepage auch online möglich. Darüber hinaus gibt es noch eine Ausnahme, wie Sabine Hasenbein erläutert: »Wenn jemand am Sonntag wegen einer nachweisbar schweren Erkrankung – und darunter fällt kein Schnupfen – nicht wählen gehen kann, können Angehörige mit einer Vollmacht auch dann noch die Briefwahl beantragen.« www.hoexter.de

Hintergrund

undefined Es wird sehr spannend: Kurz vor der NRW-Wahl am 14. Mai liegen SPD und CDU in Umfragen nahezu gleich auf. Mehr zur Wahl und zu Umfragen lesen und sehen Sie auf der Wahl-Sonderseite des WESTFALEN-BLATTS mit interaktiven Grafiken. Dort erfahren Sie am Sonntagabend auch die Ergebnisse aller Wahlkreise in NRW.

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