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Astrazeneca-Impfstoff stößt im Kreis Höxter nur in Einzelfällen auf Ablehnung

Impfung bald auch in Arztpraxen?

Kreis Höxter

Im Kreis Höxter könnten schon in vier bis sechs Wochen so genannte Impfschwerpunktpraxen entstehen. Davon geht der Leiter des Brakeler Impfzentrums, Dr. Jens Grothues, aus. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) plane in diese Richtung.

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Auf Ablehnung stößt der Impfstoff von Astrazeneca im Kreis Höxter nur in Einzelfällen. Vielleicht schon Ende März könnte es die Corona-Schutzimpfung auch in ausgewählten Arztpraxen geben. Foto: Thomas F. Starke

In den Praxen sollen dann niedergelassene Mediziner Impfungen gegen das Corona-Virus vornehmen. So könne die Zentral-Einrichtung in Brakel entlastet werden, die an ihre Kapazitätsgrenzen geraten könnte, sobald es keine Engpässe mehr beim Impfstoff gibt. Grothues geht davon aus, dass in Brakel täglich maximal 800 Menschen geimpft werden können. Pro Gemeinde könnte nach seinen Angaben zusätzlich eine Schwerpunktpraxis entstehen. „In Höxter vielleicht zwei.“ Die Terminvergabe könne aber nicht von den Praxen selbst geregelt werden. „Das muss von außen kommen“, sagte Grothues, damit nicht der Verdacht entstehe, dass die Ärzte in den Praxen ihre eigenen Patienten zuerst einladen.

Seit Montag wird in Brakel auch der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca angewendet. Mit ihm werden derzeit hauptsächlich Angehörige des Rettungsdienstes und Mitarbeiter von Pflegediensten geimpft, weil Menschen unter 65 keinen Biontech-Impfstoff erhalten dürfen. Auf besonders große Ablehnung wie in Paderborn oder Bielefeld stößt Astrazeneca im Kreis Höxter nicht. Am Montag und Dienstag habe es je eine Terminabsage gegeben, weil sich der Betroffene nicht mit dem Vakzin impfen lassen wollte, berichtete Grothues. Er spricht von einem „guten Impfstoff“.

In anderen Regionen, beispielsweise in Emden oder in Minden-Lübbecke, hatten sich Rettungsdienst- und Krankenhausmitarbeiter nach der Impfung reihenweise krank gemeldet. Dr. Jens Grothues hält Impfreaktionen für erwartbar. Großbritannien habe darum empfohlen, zur Erstimpfung Paracetamol zu nehmen, um Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Fieber zu begegnen.

Damit es im Kreis Höxter nicht zu Ausfällen ganzer Pflegedienst-Teams kommt, werden die Mitarbeiter eines Pflegedienstes nicht an einem Tag, sondern auf mehrere Tage verteilt geimpft.

Grothues hofft, dass neben Sanitätern und Pflegekräften auch bald Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden geimpft werden können, die Patienten in Heimen behandeln.

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