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Innovations-Managerin Imke Schlechter hat noch viele Ideen – erstes Jungunternehmer-Treffen geplant

Innovation, Gründergeist und Fachkräfte für die Region

Höxter (WB). Die Welt driftet auseinander, und im Weserbergland haben Unternehmen aus Höxter und Holzminden ländergrenzenübergreifend ein Zeichen für eine enge Kooperation gesetzt: Imke Schlechter hat als erste Innovationsmanagerin Grundlagenarbeit geleistet und möchte ihre Mission »Innovation, Gründung, Fachkräfte« für die Region gerne fortsetzen.

Michael Robrecht

An der Werkbank: Managerin Imke Schlechter möchte ihre Arbeit fortsetzen und hofft viele neue Baustellen. Mark Becker (Vizeprojektleiter, Vorstand der WIH) unterstützt sie. Foto: M. Robrecht

Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT zieht Schlechter zusammen mit dem Höxteraner Unternehmer Mark Becker, der im Netzwerk als stellvertretender Projektleiter involviert ist, eine positive Bilanz ihrer ersten Jahre, die jetzt verlängert werden soll, wie sie hofft. Einmischen, aufmischen, durchmischen: Das ist das Motto der Initiative, die den Wirtschaftsstandort Höxter-Holzminden voran bringen will. Inititalzündung war die »Fürstenberger Erklärung« von Firmen und Behörden vor genau fünf Jahren.

Imke Schlechter ist stolz auf die lange Presseartikelsammlung auf den Netzwerk-Homepages von »wih« oder »weserallianz«: »Wir sind sehr aktiv«, sagt sie. Die Überschriften der Medienberichterstattung bestätigten das: »Projekt altersgerechtes Arbeiten«, »Von der Wirtschaft für die Wirtschaft«, »Das Ohr am Bedarf der Unternehmen«, »Azubi-Hilfe zu beiden Seiten der Weser«, »Das Zauberwort heißt Networking« oder »Junge Talente erkunden die Wirtschaft« und »Bildungspolitik auf dem Holzweg« spiegeln die Vielfalt der Themen, die Imke Schlechter beackert. »Viele Vorhaben entstehen aus Konferenzen, Firmengesprächen und Projekten heraus«, berichtet die Netzwerkmanagerin über ihre tägliche Arbeit, die sich stets stark im Organisationsbereich abspielt.

Das Innovationsnetzwerk sorge für Angebote, die sonst länderübergreifend und im ländlichen Raum so nicht angeboten würden, sagte Mark Becker (Inhaber Gebrüder Becker und im Vorstand der Wirtschaftsinitiative Kreis Höxter). Wichtig sei, dass das Netzwerk zur positiven Außenwahrnehmung der Region als Wirtschaftsstandort sichtbar beitrage. Ohne eine hauptamtliche Kraft wie Imke Schlechter sei die Arbeit von den Betrieben jedoch ehrenamtlich nicht möglich. Daher, so Mark Becker, habe immer der Wunsch nach einer Managerin bestanden. Und Imke Schlechter habe Maßstäbe gesetzt, meinte Becker. Aus ganz Deutschland kämen Nachfragen, wo Interessierte wissen wollten, wie die Region Höxter-Holzminden so ein Projekt länderübergreifend auf die Weser-Schiene setzen und zudem Doppelstrukuren verhindern könne.

Imke Schlechter rechnet vor, dass sie bisher bereits 1065 Personen in Gesprächen und Veranstaltungen konkret erreicht habe. Beratungen und das Netzwerken, all das gehöre zu ihrem Job. Am nächsten Samstag organisiert sie wieder mit anderen den »Tag der offenen Betriebstür«. 600 Eltern, Schüler und Lehrer seien angemeldet. Bei Stiebel Eltron in Holzminden beginne um 9 Uhr der Tag, dann würden 19 Firmen in der Umgebung länderübergreifend besucht. Die Schüler sollen diverse Branchen kennen lernen.

Ganz stark kümmert sich die Managerin auch um den Fachkräftemangel, der vielen Unternehmen weh tut. Ihre Projekte und Workshops heißen »Lösungen für altersgerechtes Arbeiten«, »Azubi-Online-Marketing«, »Bewusstsein für Wissen stärken«, »Duales Studium« und »Karriere-Netzwerke«.

Ein Anliegen sind Mark Becker und Imke Schlechter auch die Förderung des Austausches zwischen Unternehmen und Hochschulen. Begrüßt werden Azubiaktionen oder Rückkehrerangebote für ausgebildete junge Leute aus Ballungsräumen, die in die Kreise an der Weser zurückziehen sollen. Viel »Klinkenputzen« gehöre zum Geschäft. Im Visier hat sie auch die Startup-Szene und die jungen Gründer. Neuestes Projekt ist der »Jungunternehmer-Stammtisch« (»Meetup«) am Dienstag, 9. April, ab 17 Uhr in der Gastronomie »Glücksmomente« (Meinbrexer Straße 1) am Schloss Fürstenberg. Sie hofft auf Zuspruch von Firmennachfolgern- oder gründern an einem lockeren Austausch untereinander und mit Experten. Alle Interessierten sind willkommen: Anmeldungen bis 29. März per Mail an imke.schlechter@weserallianz.de. Infos: www.weserallianz.de , www.wih.de oder bei Imke Schlechter 0176/42018169.

Rat Höxter entscheidet über Zuschuss

Die Stadtverwaltung schlägt dem Rat Höxter vor, in der Sitzung am Donnerstag, 21. März, Mittel für die Fortführung des »Innovationsnetzwerkes Holzminden-Höxter« bereit zu stellen. Weitere drei Jahre soll so die umfangreiche Förderung durch die Länder Niedersachsen und NRW gesichert werden. Die Stadt Höxter würde einen Eigenanteil für 2020 bis 2022 pro Jahr in Höhe von 8.000 Euro als Zuschuss bereit stellen.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung haben die niedersächsische Wirtschaftsvereinigung Weserpulsar und die ostwestfälische Wirtschaftsinitiative im Kreis Höxter (WIH) eine länderübergreifende Zusammenarbeit im Wirtschaftsraum Höxter-Holzminden initiiert. Getragen von diesem Grundgedanken folgten am 21. Mai 2014 die »Fürstenberger Erklärung«, zwei Regionalkonferenzen und das am 24. Juni 2015 in Corvey verabschiedete »Corveyer Programm«. Als Ergebnis des Entwicklungsprozesses entstand 2017 das von Weserpulsar und der WIH initiierte »Innovationsnetzwerk«.

Mit dem Netzwerk ist ein länderübergreifender Kooperationsverbund entstanden, der die Voraussetzungen für länderübergreifendes Wachstum und wirtschaftsgetriebene Innovation schafft. Dafür wurden in der Projektlaufzeit von drei Jahren Vorhaben aus den Handlungsfeldern Innovation, Gründung und Fachkräfte organisiert.

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