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Schlüsselerlebnis 1999 – Alexander Fischer will erneut Höxters Bürgermeister werden

Johannes Rau ist sein großes Vorbild

Höxter  (WB). 1999: Alexander Fischer erinnert sich, als wäre es gerade erst gewesen: Johannes Rau hält auf dem Marktplatz der Kreisstadt eine begeisternde Rede. Der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, der 1999 zum Bundespräsidenten (1999 bis 2004) gewählt worden ist, fesselt die Menschen. Fischer ist ebenfalls beeindruckt.

Jürgen Drüke

Mittendrin in Höxter: Alexander Fischer will als Bürgermeister in seine dritte Amtszeit gehen. Foto: Jürgen Drüke

20 Jahre Landesvater

Der Auftritt Raus, der als Wuppertaler von 1969 bis 1970 Bürgermeister seiner Heimatstadt und von 1978 bis 1998 NRW-Ministerpräsident war, ist für die spätere politische Laufbahn von Alexander Fischer an der Weser ein Schlüsselerlebnis: „1999 lebte ich bereits seit vier Jahren in Höxter und war als Rechtsanwalt tätig. Die Politik hatte mich immer interessiert. Warum sollte ich nicht auf lokaler Ebene einsteigen?“, spielte der damals 36-jährige Jurist zumindest mit diesem Gedanken. Höxter sei eine ausgeprägte CDU-Hochburg gewesen. „Mit Hermann Hecker wurde 1999 erstmals ein hauptamtlicher Bürgermeister in Höxter gewählt“, blickt der aktuelle Bürgermeister zurück. Die Genossen, seit seinem 16. Lebensjahr hat sich Fischer bereits in seiner Heimatstadt Wuppertal für die SPD eingesetzt, waren in seiner neuen Heimat mit weitem Abstand nur die zweite Kraft. Die meisten Höxteraner Sozialdemokraten hätten sich zur Jahrtausendwende nicht vorstellen können, dass sie jemals den ersten Bürger der Stadt stellen würden.

Ratsmitglied

Vier Jahre später, 2003: Fischer wird von Lutz Linde, damals ein bekannter Sozialdemokrat in der Kreisstadt, gefragt: „Können Sie sich vorstellen mit der Unterstützung unserer Partei für das Bürgermeisteramt zu kandidieren?“ Fischer kann es sich vorstellen. Bei der Kommunalwahl 2004 bringt es der Rechtsanwalt gegen Hermann Hecker auf mehr als 30 Prozent. Fischer war fortan im Rat der Stadt vertreten und zudem stellvertretender Bürgermeister.

Überraschung 2009

Fünf Jahre später, bei der Kommunalwahl 2009, dann die große Überraschung: Fischer siegte gegen den heutigen Kreisdirektor Klaus Schumacher und ist erster Bürger von Höxter. Wiederum fünf Jahre später, 2014, wird der alte auch der neue Bürgermeister: Der Erfolg Fischers gegen Uwe Schünemann, er war vorher Innenminister von Niedersachsen, war der nächste Paukenschlag.

2020: Alexander Fischer kündigte am Freitag, 26. Juni, seine erneute Kandidatur für das Amt des ersten Bürgers von Höxter mit dem staatsmännischen Satz an: „Ich möchte ihnen heute und jetzt mitteilen, ja, ich trete wieder an. Ja, ich möchte auch in den nächsten fünf Jahren wieder Bürgermeister von Höxter sein.“ Der 56-jährige Amtsinhaber nahm damit seine öffentliche Erklärung vom Februar 2019, er wolle nicht mehr kandidieren, zurück.

Noch viel vor

„Gemeinsam viel erreicht und noch viel vor.” So lautet sein Wahlkampf-Slogan. „Wir sollten respektvoll miteinander umgehen und einander wertschätzen“, vermisst der Höxteraner diesen Leitsatz zu oft in der heimischen Kommunalpolitik. Höxter solle eine für alle Generationen lebendige Stadt sowie ein begehrter Wirtschafts-, Einkaufs-, Erholungsort und Hochschulstandort bleiben und sich in allen Bereichen weiterentwickeln. „Diese Stadt hat engagierte Bürger in allen Vereinen und Unternehmen.“ Fischer will in den nächsten fünf Jahren mehr Kindergärten. Das Sportstättenkonzept mache die Stadt, die Ortschaften, die Sportvereine und Schulen konkurrenzfähig. Höxter benötige zudem ein drittes Seniorenzentrum. „Die Landesgartenschau 2023 ist das Konjunkturpaket schlechthin.“ Die Corona-Pandemie sei allerdings die größte Herausforderung.

„Johannes Rau war 20 Jahre der Landesvater von NRW und fünf Jahre Bundespräsident. Ich bin inzwischen im elften Jahr Bürgermeister. So gesehen habe ich noch Nachholbedarf“, schmunzelt Fischer. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren viel erreicht und können gemeinsam noch so viel schaffen. Dabei sollten wir alle an einem Strang ziehen“, sagt der Bürgermeister, der es wieder werden will.

Zur Person

Name: Alexander Fischer Wohnort: Höxter

Geburtstag/Geburtsort: 18.12.1963 in Wuppertal

Familienstand/Kinder: seit 2014 verheiratet mit Saskia Fischer-Lensen

Junior-Generation der Familie: Kim-Loreen Fischer sowie Tom Laurens und Björn Philip Büttner

Schule/Ausbildung/aktueller Beruf: 1970 bis 1974 Grundschule Wuppertal, 1974 bis 1982 Gymnasium Wuppertal, 1982 bis 1984 Wehrdienst, 1984 bis 1988 Studium an der Bergischen Universität Wuppertal Fachbereich: Wirtschaftswissenschaften, 1988 bis 1993 Studium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Fachbereich: Rechtswissenschaften, 1993 Abschluss des ersten . Staatsexamens, 1993 bis 1995 Rechtsreferendariat, Stammdienststelle Paderborn, 1995 Abschluss des zweiten Staatsexamens, 1995 bis 2009 Rechtsanwalt in Höxter, 2004 erster Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisteramts, 2004 bis 2009 stellvertretender Bürgermeister, Vorsitzender des Schul-, Familien- und Sportausschusses und Ratsmitglied, seit September 2009 Bürgermeister von Höxter

Politisch aktiv: mit 16 Jahren in der SPD-Hochburg Wuppertal gestartet

Hobbys/Lieblingsbeschäftigungen: Rennradfahren, Literatur, Musik (Rockmusik so Pink Floyd, Jazz, Klassik – italienische, französische Opern

Mitgliedschaften in Gremien unter anderem: Vorsitzender des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung der GWH, Vorsitzender Aufsichtsrat Landesgartenschau, Vorsitzender des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung der SEH, Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Höxter

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