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Staatsanwaltschaft Paderborn spricht von schweren Pflichtverletzungen

Kind tot: drei Ärzte angeklagt

Höxter/Paderborn (WB). Drei Ärzte aus Höxter sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Sie sollen den Tod eines zweijährigen Jungen durch schwere Pflichtverletzungen verschuldet haben. Die Eltern des kleinen Malik Soyak warten seit dreieinhalb Jahren auf einen Prozess. Nun soll er am Amtsgericht Höxter eröffnet werden.

Ingo Schmitz

Der kleine Malik Soyak ist im Oktober 2013 im Alter von knapp drei Jahren verstorben. Die Eltern Yildiray und Bahriye Soyak trauern um ihren Sohn, der nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Paderborn noch leben könnte. Die Eltern machen den Ärzten im St.-Ansgar-Krankenhaus schwere Vorwürfe. Foto: Ingo Schmitz

Ende September 2013 suchten die Eltern Yildiray und Bahriye Soyak mit Malik einen Hausarzt auf. Die Symptome: Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen. Die Beschwerden blieben. Weil die Eltern keine Ruhe gaben, wurde Malik am 15. Oktober zur Untersuchung ins Höxteraner St.-Ansgar-Krankenhaus gebracht.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in Paderborn hätten es die angeklagten Ärzte dort versäumt, eine neurologische Untersuchung vorzunehmen. Erst einen Tag später, als es dem Jungen deutlich schlechter ging, wurde demnach eine Untersuchung im Tomographen (MRT) vorgenommen. Die niederschmetternde Diagnose: Im Hirnstammbereich war der Fluss des Hirnwassers durch eine Schwellung unterbrochen, der Druck im Gehirn wurde immer höher. Es habe akute Lebensgefahr bestanden, meint die Staatsanwaltschaft nach Auswertung der Ermittlungen.

Verzögerungen bei der Verlegung

Anstatt das Kind sofort nach Kassel zu verlegen, gab es nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen erhebliche Verzögerungen bei der Alarmierung des Krankenwagens. Erst acht Stunden später kam Malik in Kassel an. Der Junge wurde zwar noch operiert, aus der Narkose wachte er allerdings nicht mehr auf. Das zweijährige Kind starb.

Beschuldigte im Prozess, der demnächst eröffnet wird, sind ein ehemaliger sowie ein jetziger Chefarzt der Kinderklinik sowie eine Ärztin.

Die Verhandlungstermine stehen noch nicht fest.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Freitag, 12. Mai, im WESTFALEN-BLATT.

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