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Polizei ermittelt über soziale Medien Besitzer herrenloser Fahrräder

Kommissar Facebook

Höxter (WB). 240 Fahrräder werden im Kreis Höxter pro Jahr etwa als gestohlen gemeldet. So weist es die polizeiliche Kriminalstatistik aus. Aufgeklärt wird nur ein Bruchteil der Fälle – gut 13 Prozent. Selbst wenn die Beamten ein Fahrrad finden, können sie es oft nicht dem Besitzer zuordnen. Neuerdings gelingt das aber immer häufiger, denn die Polizeipressestelle postet die Bilder aufgefundener herrenloser Fahrräder im sozialen Netzwerk Facebook (Polizei NRW Höxter).

Marius Thöne

Andreas Hellwig ist Polizeihauptkommissar in Höxter. Er kommt jeden Tag aus Albaxen mit dem Rad. Bei der Suche nach herrenlosen Rädern hilft den Beamten auch die Möglichkeit, Fotos der Fahrräder bei Facebook hochzuladen. Foto: Marius Thöne

Das richtige Schloss

Fahrradschlösser dürfen sich niemals mit einfachen Hilfsmitteln oder Werkzeugen wie Kombizange oder Seitenschneider knacken lassen. „Vielmehr sollen sie zuverlässig dazu beitragen, Räder oder Rahmen an einem festen Gegenstand zu verankern“, sagt Andreas Hellwig. Er empfiehlt, Fahrräder immer an einem festen Gegenstand wie Laternenpfählen oder Fahrradständern anzuschließen. Verbindliche Normen für Fahrradschlösser gibt es nicht. Es seien nur besonders massive Bügel- oder Panzerkabelschlösser tatsächlich geeignet, Fahrraddiebstähle zu verhindern. Ungeeignet seien dünne Ketten und Spiralkabelschlösser, weil diese leicht zu knacken seien.

„Mehr als ein Dutzend Räder konnten wir auf diesem Weg schon an Eigentümer zurückgeben“, sagt Polizeisprecher Jörg Niggemann. Über Facebook-Beiträge, die geteilt werden, könne schnell eine große Reichweite erzielt werden. „Wir haben auch schon Fahrradbesitzer ausfindig gemacht, die von weiter her gekommen sind“, berichtet Niggemann.

Oftmals wird die Polizei informiert, wenn Fahrräder längere Zeit an einem Ort stehen und sich niemand für sie interessiert. „Früher haben wir die Räder dann abgeholt und versucht, über Diebstahlsanzeigen die richtigen Eigentümer zu finden. Das sei aber nicht immer gelungen, weil mancher Fahrraddiebstahl gar nicht zur Anzeige gebracht werde. Fahrräder, die sich nicht zuordnen ließen, seien dann bei den Fundbüros der Städte abgeliefert worden.

Niggemann weist darauf hin, dass es sinnvoll ist, für seinen Drahtesel einen Fahrradpass anzulegen, den es bei den Händlern gibt. Dort könne neben Name, Adresse und Fahrradbeschreibung auch die Rahmennummer eingetragen werden, die sich in der Regel am Lenkerkopf, unterhalb des Sattels, an der Unterseite des Tretlagers oder auf der Gepäckträgerplatte befindet. Diese Daten helfen der Polizei, den Verbleib eines gestohlenen Fahrrades zu klären.

Fahrradpass als App

„Die Rahmennummer ist meistens eingeschlagen oder auf andere Weise fest mit dem Rahmen verbunden“, berichtet Andreas Hellwig, Dienstgruppenleiter bei der Polizei in Höxter. Er fährt jeden Tag mit dem Rad von Albaxen nach Höxter zur Arbeit. Sinnvoll sei darüber hinaus, den Kaufbeleg und ein Foto des Rades aufzubewahren – auch für Versicherungszwecke. Den Fahrradpass gibt es auch als App für iPhones und Android-Handys zum Herunterladen.

Mit elektronischen Helfer können auch mehrere Fahrräder gleichzeitig verwaltet werden. Bis vor einiger Zeit gab es auch die Möglichkeit, sein Rad von der Polizei codieren zu lassen. Diesen Service bietet die Kreispolizeibehörde Höxter allerdings nicht mehr an. „Der Aufwand war zu groß. Die Codierung hat keinen zusätzlichen Nutzen gebracht“, sagt Niggemann, zumal die Rahmennummer ja eine eindeutige Identifizierung möglich mache.

Einige Fahrradhändler böten bereits elektronische Kennzeichnungen an, bei denen ein Mikrochip im Rahmen die Daten des Rades und des Eigentümers enthält.

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