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Versammlungsverbot kümmert nicht jeden: Motorradfahrer tummeln sich auf Köterberg – 23 Anrufe aus dem gesamten Kreis bei Polizei Höxter

Köterberg: Corona-Gefahr nehmen einige nicht ernst

Höxter/Köterberg (WB/rob). Mitten in der Corona-Krise hat sich das Wetter am Samstag von seiner schönsten Seite gezeigt. Viele Biker gingen im Kreis Höxter auf Tour und trafen sich auf dem Motorradfahrer-Hotspot Köterberg. „Eine ganz schlechte Idee“, erklärt die Polizei.

Die Corona-Gefahr – nicht jeder nimmt sie ernst, wie hier am Samstagnachmittag die Biker auf dem Köterberg. Foto: Michael Robrecht

Am Nachmittag zur besten Kaffeezeit standen vor dem Köterbergturm im regen Wechsel immer dutzende Motorräder. Die Biker tummelten sich zum Teil ungeniert in Gruppen vor dem Köterberghaus, tranken Kaffee nahe des geöffneten Kiosks oder lagen gar zu viert in der Sonne am Hang des 500-Meter-Berges. Die Frage, ob man aktuell zum Spaß Motorrad fahren und – viel schlimmer – sich so in Gruppen zusammenstellen darf, sollte mit Blick auf die Krise Nein lauten. Als die ersten Fotos vom Biker-Meeting auf dem Köterberg in sozialen Medien auftauchten, war die Empörung groß

Die Polizei in Höxter und in Lippe hat von dem Auflauf auf dem höchsten Berg des Weserberglandes ebenfalls erfahren und will sich des Themas mit Blick auf den Biker-Saisonbeginn besonders annehmen, zumal der Kreis Höxter auch in Corona-Zeiten ein Mekka für Motorradfahrer bleiben wird. Gegen das Fahren selbst hat die Polizei nichts, jedoch gegen Pausen in größeren Gruppen wie auf dem Berg.

Auf dem Köterberg will die Polizei Lippe nach den Erfahrungen vom Samstag laut Polizeisprecher Lars Ridderbusch ab sofort Kontrollen vornehmen.

23 Anrufe wegen Verstößen gegen Versammlungsverbot und Corona-Verordnungen ist die Polizei Höxter aktuell im Kreis nachgegangen, sagte Polizeisprecher Georg Arendes. In einem Pkw seien fünf junge Leute erwischt und in einer Garageneinfahrt acht Personen angezeigt worden. Zwei Ruhestörungen gab es. Und oft hätten die Beamten nach einer Anzeige keine Personen mehr angetroffen, so Arendes. Ärger oder Anzeigen wegen zu großer Privatfeiern oder Privattreffen gab es nicht.

Mann rief “Corona”

Die Polizei Lippe musste am Wochenende mehrere Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz feststellen, dabei wurden 15mal Strafanzeigen gefertigt. Zweimal wurde gegen Quarantäneauflagen verstoßen. Polizeibeamte stellten auf Straßen und öffentlichen Plätzen außerdem Ansammlungen von mehr als zwei Personen fest. Am Samstagvormittag pöbelte ein augenscheinlich Betrunkener Passanten in der Detmolder Innenstadt an und bespuckte sie. Dabei rief er “Corona”. Da gegen den Mann ein Haftbefehl bestand, wurde er in Gewahrsam genommen. Eine tatsächliche oder vorgebliche Coronainfektion ist übrigens kein Mittel, um sich polizeilichen Maßnahmen zu entziehen. Ein Randalierer, der am Freitagabend mit auf die Wache genommen wurde, behauptete infiziert zu sein. Ein hinzugerufener Arzt bescheinigte ihm dennoch die Gewahrsamsfähigkeit und der 45-Jährige Rintelner musste die Nacht in der Zelle verbringen.

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