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Falk Wennemann (45) will Bürgermeister in Höxter werden

»LGS birgt auch Gefahren«

Höxter (WB). Falk Wennemann (45) will bei der Kommunalwahl 2020 als unabhängiger Bürgermeisterkandidat für Höxter ins Rennen gehen. Der Familienvater setzt sich derzeit für die Initiative zum Erhalt der natürlichen Grünanlagen statt Parkplätzen für die Landesgartenschau ein – die LGS an sich lehnt er nicht ab, sieht aber dennoch Gefahren, auf die er im Vorfeld hinweisen will.

Dennis Pape

Falk Wennemann auf dem Wall in Höxter – er will sich dafür einsetzen, dass die Innenstadt für alle Höxteraner auch während der Landesgartenschau 2023 frei zugänglich bleibt. Dafür steht er im Austausch mit allen Akteuren. Foto: Dennis Pape

Aus BfH ausgetreten

»Höxter braucht eine echte Stimme für die Bürger – und genau die möchte ich sein. Mein Motto lautet: ›Ein Höxteraner für die Höxteraner‹«, betont Wennemann im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT: »Ich möchte als unabhängiger Kandidat antreten, um meine Wähler zu vertreten und mich nicht mit Parteipolitik auseinandersetzen zu müssen – das kostet zu viel Energie, die man besser zum Wohl Höxters einsetzen kann.« Wennemann ist nach eigenem Bekunden aus der BfH ausgetreten. Er war stellvertretender sachkundiger Bürger für die Fraktion im Ausschuss für Familie, Bildung und Sport sowie im Ortsausschuss Höxter-Stadtkern.

220 Unterstützer müssen unterschreiben

Für seine Bewerbung braucht der Höxteraner 220 Unterstützer-Unterschriften. »Die Entscheidung dazu, dass ich mich zur Wahl stellen möchte, ist am vergangenen Freitag mit meiner Familie gefallen. Die entsprechenden Unterlagen habe ich bereits angefordert – jetzt erarbeite ich mein Programm im Detail.«

In seiner Heimatstadt sieht der Vater von zwei Töchtern fünf bis sechs Baustellen, die gleich zu gewichten seien – die LGS stehe derzeit aber besonders im Fokus. »Bundesweit hat die Landesgartenschau in der Vergangenheit bei den meisten der ausrichtenden Städten ein Defizit hinterlassen – deshalb stehe ich diesem Großereignis positiv kritisch gegenüber und befinde mich in intensiven Gesprächen mit der Durchführungsgesellschaft sowie dem Förderverein.« Die Stimmung in der Stadt und den Ortschaften dürfte nicht kippen – deshalb muss seiner Ansicht nach auch unbedingt verhindert werden, dass Höxteraner »Eintritt für ihre Stadt« zahlen müssten. »Der Wall sollte beispielsweise weiter für alle zugänglich sein«, sagt er.

Gewerbesteuerhebesatz zu hoch

Neben der LGS dürfe man aber auch weitere Baustellen in Höxter nicht vernachlässigen. »Die Gewerbesteuereinnahmen sind eingebrochen. Wir müssen – vielleicht in Kooperation mit der Hochschule – dafür sorgen, dass sich beispielsweise Startup-Unternehmen ansiedeln«, sagt er: »Außerdem ist der Hebesatz in Höxter zu hoch.« Wennemann möchte sich auch dafür einsetzen, dass die Innenstadt bis 2030 oder 2035 autofrei wird – ausgenommen Lieferverkehr und Rettungswesen. Fördergelder sollten darüber hinaus mehr in den Ortschaften ankommen – allgemein dürfe man die Dörfer nicht abhängen.

Freiberuflicher Dozent

Wennemann war in den vergangenen Jahren unter anderem bundesweit als Vertriebsingenieur tätig und hat anschließend mit dem Bundesentwicklungsministerium an der Verbreitung von Klein-Photovoltaikanlagen in Namibia gearbeitet. Heute ist der Höxteraner freiberuflich tätig und arbeitet unter anderem als Dozent an der Fortbildungsakademie der Wirtschaft. Er teilt sich die Kinderbetreuung mit seiner Frau.

Wennemann ist der zweite Bewerber ums Bürgermeisteramt in Höxter. Bereits im Mai hat Daniel Razat seinen Hut in den Ring geworfen.

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