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Mateusz Nickel aus Höxter ist NRW-Kammersieger

Maurer in der ersten Liga

Höxter (WB). Mateusz Nickel hält eine besonders große Schleifhexe in beiden Händen. Mit dem Diamanttrennblatt kann er Stücke aus Betonwänden heraussägen. Wo ein neuer Operationssaal des St.-Ansgar-Krankenhauses entstehen soll, haben zurzeit noch die Handwerker das Sagen. Und einer von ihnen ist der besten Maurer Nordrhein-Westfalens. Nickel ist kürzlich Kammersieger auf Landesebene geworden.

Marius Thöne

Im St.-Ansgar-Krankenhaus schafft Mateusz Nickel mit einer Riesen-Schleifhexe Platz für einen neuen Operationssaal. Der 24-Jährige ist der beste Nachwuchsmaurer in Nordrhein-Westfalen. Er ist Kammersieger auf Landesebene geworden. Foto: Marius Thöne

In Krefeld waren die besten Maurer aus den sechs Handwerkskammerbezirken Nordrhein-Westfalens gegeneinander angetreten. Nickel vertrat den Bezirk Bielefeld. Es galt, in sechs Stunden ein vorgegebenes Werk zu schaffen. Eine halbe Stunde hatten die Prüflinge Zeit, die Bauzeichnung zu studieren und sich vorzubereiten. Die besondere Herausforderung lag darin, dass sowohl ein waagerechtes als auch senkrechtes Mauerwerk aus Kalksandstein und roten Klinkern hergestellt werden musste. »Die Steine hatten alle die gleichen Maße, mussten aber trotzdem aus dem Mauerwerk hervor- oder zurücktreten«, berichtet Nickel. »Da musst du wirklich jeden Stein mit der Wasserwaage kontrollieren«. Es ging darum, dass die Steine genau lotrecht sein mussten und auch die Fugen immer passend. Als I-Tüpfelchen mussten die Prüflinge noch einen Turm auf das Mauerwerk setzen.

Erster Sieger auf Landesebene seit 2011

Nickel arbeitet beim Bauunternehmen Hemesoth in Höxter. Er ist der erste Kammersieger seit 2011 auf Landesebene, der aus dem Kreis kommt. Der 24-Jährige hat auch gerade erst seine Ausbildung abgeschlossen. »Ich bin nicht mehr ganz jung, aber ein gutes Beispiel, dass man nicht immer Abitur machen muss, um erfolgreich zu sein«, sagt der Maurer selbstbewusst. Nach der Realschule strebte auch er das Abi an. Merkte aber schnell, dass »nur Theorie nicht so meins ist«.

Weil er schon als Kind gerne an Bauzäunen gestanden hat und zusah, wie Neubauten in die Höhe wuchsen, bewarb er sich um eine Stelle als Maurer. »Ich freue mich abends zu sehen, was ich mit meinen Händen geschaffen habe«, nennt Nickel einen wesentlichen Antrieb für seine Tätigkeit. Dabei sei es egal, ob es um einen Umbau wie jetzt im Ansgar-Krankenhaus oder einen Neubau gehe.

Geselle will sich weiterentwickeln

In seinem erlernten Beruf will sich der frisch gebackene Geselle weiterentwickeln und sich zum Polier fortbilden, um künftig auch eine Baustelle leiten zu können.

Nickels Chef Eckehard Hemesoth ist stolz auf seinen Schützling. »Sein Beispiel zeigt, dass eine Ausbildung im Handwerk eine sehr gute Basis für das spätere Fortkommen im Beruf ist«.

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