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Polizei stellt Verkehrsunfallbericht vor – weniger Tote – Problemgruppe junge Fahrer

Mehr Schwerverletzte im Kreis Höxter

Höxter (WB). Die Zahl der Verkehrstoten im Kreis Höxter ist 2018 geringer gewesen als im Landesdurchschnitt: Drei Menschen kamen im vergangenen Jahr bei Unfällen ums Leben. Aber: Die Zahl der Schwerverletzten ist im Verhältnis zu anderen Regionen in NRW höher. Die Kreispolizeibehörde hat die Verkehrsunfallstatistik präsentiert.

Dennis Pape

Bei Verkehrsunfällen im Kreis Höxter (hier in Neuenheerse) hat es insgesamt 160 Schwerverletzte gegeben. Foto: Dennis Pape

»Viele Touristen erfreuen sich jedes Jahr an unserer Landschaft mit Wald und Hügeln – doch auch das Straßennetz ist eingebettet in diese Gegebenheiten mit vielen kurvenreichen Strecken. Und die bergen für den Kraftfahrzeugverkehr auch viele Gefahren«, sagte Landrat Friedhelm Spieker. 2017 starben im Straßenverkehr im Kreis Höxter zwei Menschen, 2018 waren es drei. »Zweifellos ist jeder getötete Mensch einer zu viel – dennoch ist es erfreulich, dass die Anzahl der Verkehrstoten im Jahr 2017 die niedrigste und 2018 die zweitniedrigste Zahl seit Schreibung der Unfallstatistik ist«, führte Spieker bei der Pressekonferenz aus. Eine positive Tendenz werde beim Blick in die Vergangenheit schnell deutlich: 2001 wurden beispielsweise noch 31 Verkehrstote im Kreisgebiet gezählt. »Diese Entwicklung lässt auf einen Straßenverkehr ohne Tote im Kreis Höxter hoffen«, so der Landrat.

160 Schwerverletzte

4441 Verkehrsunfälle sind im Jahr 2018 im Kreis Höxter gezählt worden, 2017 waren es noch 4522. Bei 449 Unfällen gab es im vergangenen Jahr Personenschäden, im Vorjahr waren es noch 397 – die Zahl liegt damit über dem Zehn-Jahresschnitt von 410. »Es ist weiterhin unsere Mission, vor allem diesen Unfällen vorzubeugen«, sagte Norbert Lammers (Leiter der Direktion Verkehr). 2018 gab es 160 Schwerverletzte (2017 waren es 125) sowie 431 Leichtverletzte (2017: 401). Somit ist die Gesamtzahl verletzter Menschen im Straßenverkehr des Kreises Höxter von 528 auf 594 gestiegen. Im Vergleich der Häufigkeitszahlen auf 100.000 Einwohner ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden, geringer als im Landesdurchschnitt – die Wahrscheinlichkeit, schwer verletzt zu werden jedoch höher als in Gesamt-NRW. »Das erklärt sich teilweise durch viele kurvenreiche Strecken, auf denen Grundsätzlich 100 Stundenkilometer erlaubt sind. Unfälle bei höherer Ausgangsgeschwindigkeit haben eher schwere Folgen als im Stadtverkehr. Wichtig ist: Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist nicht immer die witterungs- und situationsangepasste Geschwindigkeit«, so Lammers. Dies gelte nicht zuletzt auch für motorisierte Zweiradfahrer – in diesem Bereich gab es 110 Unfälle (2017: 103).

Drogen am Steuer

Nichtangepasste Geschwindigkeit ist nicht nur weiterhin die Unfallursache Nummer eins, sie sei auch bei einem der drei tödlichen Unfälle (bei Erpentrup kam ein 18-jähriger Autofahrer ums Leben) der Auslöser gewesen. Sorgen bereitet auch die Zahl der Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Alkohol (42) oder Drogen (9). Spieker dazu: »Besonders bei jungen Fahrern und am Wochenende ist das ein Thema. Drogen wirken auch noch mindestens zwei oder drei Tage nach und vermindern die Reaktionsfähigkeit.« Eine weitere Gefahr sei weiter auch die Ablenkung durch elektronische Geräte wie Smartphones. Schon eine kleine Unaufmerksamkeit könne erhebliche Auswirkungen auf den Bremsweg haben, warnte die Polizeiführung um den Leiter Christian Brenski.

Junge Problemgruppe

Junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) seien Landesweit als auch im Kreis Höxter die Problemgruppe – sie stellen 7,8 Prozent des Bevölkerungsanteils, aber 19,2 Prozent aller Verunglückten in der Region. 114 junge Fahrer sind 2018 verunglückt, davon waren 36 zu schnell unterwegs – es gab 29 Schwerverletzte. Bei den Senioren (ab 65 Jahre) liegt der Anteil der Verunglückten lediglich bei 12,5 Prozent. Der älteste Unfallverursacher ist 94 Jahre alt gewesen. 2018 sind zwölf Kinder mehr verunglückt als 2017, die Zahl der Schulwegunfälle stieg von fünf auf zehn. Es verunglückten elf Kinder als Fußgänger, 14 als Radfahrer und 18 als Mitfahrer in Autos.

Maßnahmen der Polizei

»Die Polizei arbeitet präventiv und repressiv. Bei Verkehrsverstößen geht es darum, nicht einfach nur zu blitzen. Der Fahrer wird auch auf sein Fehlverhalten und die Gefahren hingewiesen«, so Spieker. Verkehrserziehung starte bereits im Kindergarten und setze sich in der Schule fort – unter anderem mit dem Projekt Crashkurs NRW. Für Erwachsene gibt es in diesem Jahr Motorrad- und Fahrradaktionstage. Die Social-Media-Aktivitäten werden ausgebaut.

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