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Prestigebau für Holzminden wird weiter geplant – Grüne wollten Vorhaben kippen und scheitern

Millionenprojekt: Rat will die Duftstoff-Erlebniswelt „Sensoria“

Holzminden

Wird das Millionenprojekt „Sensoria Düfte & Aromen Holzminden“ weiter verfolgt, auf Eis gelegt oder ganz aufgegeben? Der Rat Holzminden will den Traum nicht aufgeben und lehnte den Antrag der Grünen mit 19 zu 13 ab, das Projekt zu streichen. Eine leidenschaftliche Debatte ging der Entscheidung voraus. CDU, SPD, FDP und drei Mitglieder der WIR/GfH/UWG-Gruppe stützen das Vorhaben. Grüne, Teile der WIR/GFH/UWG und die Linken wollen raus.

Michael Robrecht

„Sensoria“ soll auf einem leeren Innenstadt-Grundstück (Obere Straße) nahe der Holzmindener Weserbrücke gebaut werden. Foto: Stadtmarketing Holzminden

Der Rat setzt auf einen millionenschweren Förderzuschuss für die Duft-Erlebniswelt. Nachdem die N-Bank im August 2020 den Zuwendungsbescheid für den Bau von „Sensoria Düfte & Aromen Holzminden“ in Höhe von 2,7 Millionen Euro (60 Prozent der kalkulierten Gesamtkosten) als nichtrückzahlbaren Zuschuss genehmigt hat, beschloss der Rat Holzminden am 15. September 2020 mit großer Mehrheit den Bau des Aromen-Hauses. „Sensoria“, geplant von international renommierten Architekten, soll ein Leuchtturm an einem bisher wenig ansehnlichen Ort der Stadt werden.

Die Stadtmarketing Holzminden GmbH war von Anfang an in der von der Bürgerstiftung Holzminden ins Leben gerufenen Projektgruppe zur Schaffung einer interaktiven Wissens- und Erlebniswelt, einer Erlebniswelt zum Riechen, Schmecken, Anfassen und Lernen, beteiligt. Seit 2015 darf sich Holzminden offiziell „Stadt der Düfte und Aromen“ nennen. Aber bisher gab es wenig Möglichkeiten, den Besuchern dieses Stadtmotto erlebbar zu machen.

Das Stadtmarketing schreibt: „Sensoria“ habe das Potenzial die vorhandene Tourismusintensität auszubauen und sich gegenüber den Nachbarregionen zu behaupten und deren Aktivitäten (PS Speicher Einbeck, Welterbe Corvey, Landesgartenschau Höxter, Porzellanmanufaktur Fürstenberg, Wildpark Neuhaus) gleichwertig zu ergänzen. Die Einrichtung wäre einzigartig in Deutschland, es gebe nichts Vergleichbares!

Die Förderkulissen setzen eine Einbindung in das regionale Tourismuskonzept der Region Weserbergland voraus. Um die Wertschöpfungsfunktion des Tourismus langfristig in einem harten Verdrängungswettbewerb zu sichern, müssen laut Konzept Sehenswürdigkeiten und Attraktionen mit überregionaler Strahlkraft in der Region installiert werden, die die Aufenthaltsdauer und Qualität steigern, so Holzmindens Stadtmarketing. Der Weserbergland Tourismus beurteilt in seiner Stellungnahme zum Förderantrag das Vorhaben als eine Bereicherung für die gesamte Region und sieht gute Marktchancen.

„Sensoria“ bietet auch die Möglichkeit, das historische Gedächtnis der Stadt und die Innovationen der bekannten Duftstoff-Unternehmen zu verbinden. Es gebe hier eine Jahrhundertchance für die ganze Region, so die Stadtmarketing GmbH.

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