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Feuerwehr Höxter zieht eine erste Bilanz der Einsatznacht

Nach Tornado: Zwei Häuser in Lütmarsen unbewohnbar

Höxter

Der Deutsche Wetterdienst hat bestätigt, dass es sich bei dem starken Sturm in Lütmarsen und Umgebung um einen Tornado gehandelt hat. Unterdessen hat die Höxteraner Feuerwehr eine erste Bilanz des Unwetters gezogen. Demnach hat es zwei Verletzte gefordert, zwei Häuser in Lütmarsen sind nicht mehr bewohnbar.

Von Marius Thöne

In Lütmarsen hat es auch das Bollerbachstadion erwischt. Foto: Jürgen Drüke

Eine Person, schreibt die Feuerwehr in ihrer Einsatzbilanz, habe eine Platzwunde am Kopf erlitten. Ein Feuerwehrmann sei bei den Aufräumarbeiten verletzt worden.

Stadtbrandinspektor Jürgen Schmits spricht von einer Großschadenslage und einer so genannten Chaosphase. Demnach seien in Lütmarsen, Ovenhausen sowie in Randgebieten von Brenkhausen Bäume umgeworfen und Dächer teilweise abgedeckt worden. „Die Rettungswege waren nicht mehr befahrbar“, heißt es im veröffentlichten Einsatzprotokoll. Die Ortsdurchfahrten wurden am Abend gesperrt, die Straßen und Wege allerdings soweit freigeräumt, dass  zumindest die Rettungskräfte durchkommen konnten.

Ortsdurchfahrt noch zu

Verpflegung in der Kirche ausgegeben

Neben der Feuerwehr war auch das Technische Hilfswerk aus Höxter im Einsatz. Ebenso das DRK, das die Verpflegung der 180 Einsatzkräfte übernahm, die bis spät in die Nacht tätig waren.  In Lütmarsen wurde die Versorgung in der Kirche, in Ovenhausen am Gerätehaus organisiert. Mehrere Bagger, Traktoren, Harvester und Lastwagen von privaten Unternehmen und Landwirten kamen beim Aufräumen zu Einsatz. Bürgermeister Daniel Hartmann und Ordnungsdezernent Stefan Fellmann machten sich am Abend  ein Bild von der Lage.

Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt. Zwei Häuser in Lütmarsen sind unbewohnbar. Foto: Jürgen Drüke

Notunterkunft in der WBK gefunden

Problematisch sei gewesen, dass die Gerätehäuser in Ovenhausen und Lütarmsen durch Sturmschäden nicht erreichbar waren und die Wehrleute vor Ort nicht ausrücken konnten. Dieses Problem sei allerdings zügig gelöst worden. Schmits berichtet von vielen Menschen, die sich in den Gefahrenbereichen aufgehalten hätten. Zum Teil seien sie sogar auf ihre abgedeckten Hausdächer geklettert. Sie seien aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen.

Ein Video vom Tornado

Zwei Häuser in Lütmarsen wurden im Laufe des Abends  als unbewohnbar eingestuft. Eine Familie kam bei Bekannten unter. In dem anderen Haus leben Schichtarbeiter, die eine Notunterkunft in der Weserberglandklinik fanden, die der Bürgermeister kurzfristig organisieren konnte.

Dachdecker und andere Freiwillige helfen

Die Feuerwehr-Einsatzleitung forderte Hilfe von Dachdeckerbetrieben an, die in den betroffenen Dörfern um die Absicherung von Gefahrenstelen kümmerten. Der Bauhof lieferte Sperrbaken und Bauzäune.

Einsatzleiter Schmits berichtet von einer großen Hilfsbereitschaft. So hätten Anwohner die Feuerwehrleute mit kleinen Stärkungen und Getränken versorgt. Ein Feuerwehrmann aus Norderstedt, der zu Besuch in Lütmarsen war, habe ebenfalls mit angepackt. „Wir sind froh, dass es keine größeren Verletzungen gab und danken allen Einsatzkräften, Behörden und den unzähligen freiwilligen Helfern für ihre Unterstützung“, sagen Bürgermeister Daniel Hartmann und Feuerwehrchef Schmitz. „So etwas habe ich noch nie gesehen,“ so Hartmann weiter.

Erzbischof zeigt sich bestürzt

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat seine Bestürzung über die vielen Verletzten und Zerstörungen durch Tornados geäußert. „Über das Ausmaß des schweren Unwetters am gestrigen Nachmittag und Abend, das neben der Kernstadt von Paderborn viele weitere Gebiete im Erzbistum betraf, bin ich tief bestürzt“, erklärte er am Samstag und verwies dabei auf die über 40 Verletzten. „Viele Menschen haben zudem Ängste ausgestanden und Schäden an Wohnraum, Hab und Gut erlitten. Ich hoffe inständig, dass allen Verletzten geholfen werden kann, und dass alle, die in Not sind, Trost, Hoffnung und Hilfe erfahren“, betonte der Erzbischof. Die Bistumsleitung werde nach einer ersten Bestandsaufnahme mit den zuständigen Stellen darüber beraten, wie das Erzbistum in dieser Ausnahmesituation mit unbürokratischen Hilfsmaßnahmen unterstützen könne, sagte er. Auch viele kirchliche Gebäude im Erzbistum Paderborn seien von den Auswirkungen des extremen Unwetters betroffen.

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