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Kirche kritisiert Informationspraxis der Stadt

Neue Regeln auf städtischen Friedhöfen

Höxter (rob). Zum 1. Juni sind die Bestattungsabläufe auf den städtischen Friedhöfen geändert worden. Dazu gibt es eine kritische Stellungnahme des Pastoralverbundes Corvey.

Auf Höxters Friedhöfen gelten neue Regeln. Foto: dpa

Und auch in der Sitzung des Bau- und Grundstücksausschusses am heutigen Dienstag ab 18 Uhr im Stadthaus geht es um das Thema Friedhöfe. Eine Nachtragssatzung muss verabschiedet werden. Die Konkretisierung von Begrifflichkeiten ist notwendig. In einem Streitverfahren über die Festsetzung von Gebühren für die Durchführung von Trauerfeiern in der Friedhofskapelle wird die Verwendung verschiedener Begriffe in der Höxteraner Satzung nebeneinander gerügt – Friedhofskapelle, Leichenhalle, Trauerhalle.

Maximal zwei Erdbestattungen pro Tag

Um diesem Tatbestand eine eindeutigere Grundlage für die Gebührenerhebung zu verschaffen, sind die in der Friedhofssatzung und in der Gebührensatzung zur Friedhofssatzung verwendeten Begriffe aufeinander abzustimmen. So muss das Wort Leichenhallen durch Friedhofseinrichtungen in den Paragrafen ersetzt werden.

Was ärgert nun die Kirche? Die Katholische Kirche ist nicht damit einverstanden, dass durch die terminlichen Neuregelungen die Teilnahme für Menschen und Vereinsabordnungen zeitlich erschwert wird. Künftig ist der Beginn der Beerdigungen früher als sonst gelegt. Maximal zwei Erdbestattungen pro Tag (am Freitag eine) zwischen 9 und 11 Uhr sowie von 13 bis 14 Uhr und maximal vier Urnenbestattungen pro Tag im Abstand von eineinhalb Stunden sind seit 1. Juni 2018 zulässig. In der Erklärung von Pfarrdechant Krismaenk heißt es: »Die Neuregelungen machen uns nicht glücklich, weil wir die Gefahr sehen, dass so gute und bewährte Traditionen des Abschiednehmens, die Menschen Halt geben, abbrechen. Durch die frühen Termine wird es vielen, besonders in den Dörfern, sehr erschwert, an einer Beerdigung teilzunehmen.«

In Corvey und Lüchtringen gelten die bisherigen Regelungen

Weiter heißt es: »Es ist uns durchaus verständlich, dass die Stadt Höxter bei der Organisation des Bestattungswesens finanzielle Gesichtspunkte berücksichtigen muss, wenig verständlich dagegen ist die Informationspraxis in diesem Fall: Informationen seitens der Stadt gibt es nur auf Nachfrage und nicht im Vorfeld, insbesondere in einem Bereich, der die christlich geprägte Bestattungskultur in unseren Dörfern einschneidend betrifft. Aus diesem Grund können wir uns nur nachträglich an Sie wenden. Nachfolgend werden wir auch die Kirchengemeinden in den Pfarrnachrichten informieren, da es sich hier um einen überaus wichtigen und sensiblen Bereich der Seelsorge handelt.«

Auf den kirchlichen Friedhöfen Corvey und Lüchtringen gelten weiterhin die bisherigen Regelungen. BfH-Ratsfaktionschef Hermann Loges meint, dass die Verwaltung der Stadt Höxter wohl in einem offensichtlichem Alleingang die Bestattungsabläufe in zeitlicher Hinsicht geändert und Betroffene und an Bestattungen mit beteiligte Organisationen vor vollendete Tatsachen gestellt habe. Er habe eine Stellungnahme an die Stadt geschrieben. Das Problem müsse noch einmal besprochen werden.

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