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Zehn Kreise unterzeichnen Erklärung – Netzbetreiber reicht Antrag ein

Neuer Widerstand gegen Südlink-Stromtrasse

Höxter (WB). Netzbetreiber Tennet hat am Freitag den Antrag für die Höchstspannungsleitung Südlink an die Bundesnetzagentur übergeben. Zugleich wächst der Widerstand gegen die umstrittene Stromtrasse.

Matthias Band

Zehn Kreise haben jetzt die »Hamelner Erklärung« unterzeichnet. Darin fordern sie eine neue Planung der Stomtrasse, die unter anderem durch die Kreise Höxter und Lippe führen soll. Foto: dpa

In Hameln trafen sich Freitagabend Vertreter von Kreisen aus NRW, Niedersachsen, Hessen und Bayern. Zehn unterzeichneten die »Hamelner Erklärung«. Darin fordern sie eine neue Planung der Trasse, die auch durch die Kreise Höxter und Lippe führen soll. Maßgeblich für die Wahl der Trasse dürfe nicht die vordergründige Wirtschaftlichkeits-Berechnung von Tennet sein, fordern die Kreise.

Mit der Einreichung des Antrags hat Tennet das formelle Planungsverfahren für die Höchstspannungsleitung eingeleitet. Die 800 Kilometer lange Trasse von Wilster bei Itzehoe bis Grafenrheinfeld bei Schweinfurt soll bis 2022 ans Netz gehen und Strom aus Windparks im Norden in den Süden transportieren. In dem Jahr werden die letzten deutschen Atommeiler abgeschaltet.

Ein Kilometer breiter Korridor favorisiert

In dem Antrag geht es um den Verlauf eines ein Kilometer breiten Korridors von Norden nach Süden, den Tennet favorisiert. Gleichzeitig seien auch die drei Alternativrouten eingereicht worden, sagte Tennet-Sprecher Alexander Greß. Eine davon würde ebenfalls durch OWL führen – und zwar über Herford, Bielefeld und Paderborn. Fachleute halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass eine der drei Alternativrouten doch noch den Zuschlag erhält.

 In die Planung seien 98 von 112 Vorschlägen zum Trassenverlauf eingeflossen, sagte Greß. Zudem hätten 500 der mehr als 3000 Vorschläge von Bürgern, Kommunen und Verbänden berücksichtigt werden können. Eine abschnittsweise Erdverkabelung, die vier- bis achtmal so teuer wie eine Freileitung ist und von den Verbrauchern bezahlt wird, werde erst geprüft, wenn der genaue Korridor der Trasse feststehe.

Für eine detaillierte Bewertung der Tennet-Unterlagen sei es noch zu früh, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann. Er sehe aber bereits Überarbeitungsbedarf.

Netzbetreiber fordern weitere OWL-Trasse

Die Stromnetzbetreiber haben jüngst ihre Forderung nach einer vierten großen Nord-Süd-Leitung erneuert, die mitten durch OWL führen soll. Diese gut 380 Kilometer lange Trasse soll von Bad Essen (Landkreis Osnabrück) bis nach Urbebach bei Frankfurt verlaufen. Die Trasse würde in OWL durch die Kreise Gütersloh und Paderborn führen, der genaue Trassenverlauf ist noch offen. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit die Notwendigkeit des Projekts.

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