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Storchenpaar auf dem Schornstein ist Attraktion – Kindergartenkinder suchen Namen für die Jungen aus

Ovenhausen begrüßt Ovo und Antje

Höxter/Ovenhausen (WB). Antjes Lebensgefährte hat jetzt auch einen Namen. Ovo soll das Weißstorch-Männchen heißen – als Reminiszenz an den Namensgeber Ovenhausens. Über dieses Dorf wacht schließlich das verliebte Vogelpärchen, dessen Glück der »Freundeskreis Grubestörche« jetzt unter dem Horst gefeiert hat.

Sabine Robrecht

Die Störche sind ausgeflogen, als sich der Freundeskreis im Schatten des Horstes versammelt. Dass Antje und Ovo auf dem Schornstein nisten, freut die Menschen im Dorf sehr. Hubert Drüke (vorne rechts) hat eigens eine Storchentafel entworfen. Foto: Sabine Robrecht

Antje und Ovo sind eine Attraktion im Dorf. Der stillgelegte Schornstein, auf dem sie nisten, ist von der Ortsdurchfahrt aus einzusehen. Jeder Vorbeifahrende schaut, ob Herr und Frau Storch zuhause sind.

Das »traute Heim« in 22 Metern Höhe gibt es noch nicht lange: Der »Freundeskreis Grubestörche« – ein Zusammenschluss engagierter Vogelfreunde und Naturschützer – hat im vergangenen Jahr die Nisthilfe auf dem Betriebsgelände der Firma Maderas Holztechnik errichtet. Einen weiteren Horst bauten sie auf einer Wiese am Ortsrand von Lütmarsen.

Zweites Paar nistet in Boffzen

Dass eines der beiden neuen Storchennester so schnell angenommen würde, hätte der Freundeskreis nicht für möglich gehalten. Und auch die Dorfbewohner sind aus dem Häuschen: »Ich habe noch nie so viele Anrufe und Emails erhalten«, erzählt Dr. Norbert Tenkhoff, Mitglied des »Freundeskreises Grubestörche«. Vielleicht erfüllt sich ja der Wunsch der Aktiven, dass der Weißstorch sich in der Region ansiedelt.

 Ein zweites Paar nistet nicht weit entfernt in Boffzen . Dort hatte es, wie berichtet, Ende April zwischen vier Störchen Kämpfe um den Horst gegeben. In Ovenhausen kämpften fast zeitgleich drei Artgenossen. »Sie flogen über unsere Köpfe hinweg«, erinnert sich Ralf Lüke, Geschäftsführer der Firma Maderas Holztechnik. Geblieben ist schließlich Antje, deren Lebensgefährte aus Boffzen, Georg, sich in eine andere Störchin verguckt hat. Untreue ist bei Störchen nicht unüblich. Antje zog weiter und fand ihr Glück in Ovenhausen. Der Neue an ihrer Seite – Ovo – trägt einen Ring. Die Nummer ordnet ihn der Vogelwarte Helgoland zu.

Sein Namensgeber Ovo lebte, so Ortsheimatpfleger Franz-Josef Gottlob, vor mehr als 1000 Jahren. Er wird in einem Schenkungsregister des neu gegründeten Klosters Corvey mehrmals als Zeuge urkundlich erwähnt.

Wenn der gefiederte Ovo und seine Frau Antje Nachwuchs bekommen, sind zwei Namen schon vergeben: Ein Junges wird Julian und eins Mia heißen. Die Kinder des Kindergartens haben sich diese Namen ausgesucht. »Das Brutgeschäft wird sicher bald losgehen«, ist Dr. Tenkhoff sicher. Derweil plant der Freundeskreis, am Rand des Firmengeländes nahe der Straße eine Storchentafel aufzustellen. Hubert Drüke hat einen Entwurf erarbeitet. Auf der Tafel werden die Ankunft der Störche aus Afrika, die Zahl der Jungen und der Abflug nach Afrika dokumentiert. Zwei lebensgroße Störche aus Stahl halten die Tafel in den Schnäbeln. Sie stehen auf zwei großen Findlingen. Ideengeber Hubert Drüke und seine Mitstreiter freuen sich auf die Umsetzung des Entwurfs. An der Straße zur Schenkenküche soll neben der Bank ein Schild zum »Storchenblick« einladen. Ein Hinweis am Radweg rundet die Beschilderung ab. Der Freundeskreis möchte, um ins Nest schauen zu können, eine Webcam installeren. »Dafür sammeln wir noch Geld.«

Unter Federführung der Lütmarser Gruppe ist eine Biotopverbesserung in den Wiesen zwischen Lütmarsen und Ovenhausen geplant. Dabei soll es darum gehen, die Rahmenbedingungen für die natürliche Nahrungsaufnahme zu optimieren.

Die Naturfreunde sind glücklich darüber, dass ihr Freundeskreis inzwischen auf fast 30 Mitglieder angewachsen ist. Zu den Neuzugängen gehört Rudolf Ostermann, der kürzlich Vorsitzender des NABU geworden ist.

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