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Senior im Landkreis Holzminden ist um eine fünfstellige Summe betrogen worden

Polizei warnt vor falschen Bänkern

Holzminden

Ein falscher Bankangestellter hat im Landkreis Holzminden einen 75-Jährigen um einen Großteil seines Ersparten gebracht. Nach Angaben der Polizei erbeutete der Betrüger bei dem Senior in der vergangenen Woche eine fünfstellige Summe.

Marius Thöne

Mit Hilfe eines solchen Tan-Geneators geschah der Betrug im Landkreis Holzminden (Symbolbild). Foto: Marius Thöne

„Hier ist die Gutgläubigkeit gnadenlos ausgenutzt worden“, sagt Polizeisprecherin Stephanie Heineking-Kutschera. Der Senior habe keinen Verdacht geschöpft, als am frühen Abend die Festnetznummer seiner Hausbank im Display angezeigt wurde. Es meldete sich ein Herr Meißner, angeblicher Mitarbeiter der Hausbank. Mit der Legende, dass es verdächtige Abbuchungen vom Konto des 75-Jährigen gegeben habe, welche verifiziert werden sollten.

Als der Angerufene verneinte Buchungen getätigt zu haben, bot der falsche Herr Meißner an, die Aufträge zurückzubuchen. Dazu ließ dieser sich zunächst die Nummer der EC-Karte von dem Senior „zum Abgleich“ vorlesen. Im Anschluss forderte der angebliche Bänker den ahnungslosen Mann auf, die EC-Karte in den TAN-Generator zu schieben und das Gerät an sein Telefon zu halten.

Das rät die Polizei

Trotz der Anmerkung des 75-Jährigen, dass der TAN-Generator defekt sei, wies der Betrüger ihn an, die Karte mehrfach in das Gerät zu schieben und mit „OK“ zu bestätigen, was das Opfer auch tat. Es ertönte ein lauter Piepton und der Anruf wurde beendet.

Nachdem der Senior vergeblich versuchte hatte, „Herrn „Meißner unter der im Display angezeigten Rufnummer zu erreichen, versuchte er sein Konto online zu kontrollieren und musste feststellen, dass er keinen Zugriff darauf hatte. Er suchte daraufhin am Folgetag seine Hausbank auf und musste feststellen, dass ein fünfstelliger Betrag von seinem Konto, zunächst auf ein Konto einer Bank in Deutschland und dann weiter ins Ausland, abgebucht wurde. Der Geschädigte erstattete Strafanzeige.

Ein ähnlicher Sachverhalt ereignete sich ebenfalls in der vergangenen Woche. Hier schöpfte der Angerufene jedoch Verdacht und beendete das Gespräch umgehen, sodass es zu keinem Schaden kam.

Fachbegriff

„Call-ID-Spoofing“ nennt sich das „Kopieren“ von Telefonnummern. Auch die falschen Polizeibeamten kopieren auf diese Art die Nummern echter Polizeidienststellen und täuschen so Richtigkeit bei ihren Anrufen vor.

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