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Lebenshilfe in Höxter zieht um: 2,8 Millionen-Euro-Neubau fertig – 24 Bewohner, 25 Betreuer

Schöner wohnen an der Stadtmauer

Höxter (WB). Die Bewohner freuen sich, die Heimbetreiber auch, und auch die Handwerker ziehen zufrieden Bilanz. Das neue Wohnheim der Lebenshilfe an Höxters nördlicher Stadtmauer ist fertig. Am Montag zogen die ersten »Mieter« ein. 2,8 Millionen Euro kostete das neue Haus.

Michael Robrecht

Ein Wohnheim zieht um: 24 Menschen finden im Lebenshilfe-Neubau ein neues Zuhause. Hier packen (von links) Bewohner Heinrich Rasche, Alexander Rode (Vorsitzender Lebenshilfe), Jerome Major (Geschäftsführer) und Andreas Ruhnau (Einrichtungschef) mit an. Foto: Michael Robrecht

Die Lebenshilfe Brakel baute das Hausensemble auf einem 4000 Quadratmeter großen Grundstück unweit der Corbie-straße – hinter der alten Villa Dormann, zwischen Glockenpfuhl, Grefenhagen und Stadtmauer. Die Stiftung Wohlfahrtspflege fördert das Projekt mit 600.000 Euro, der LWL auch. Lebenshilfe-Geschäftsführer Jerome Major sagte bei der Bauprojektvorstellung, dass sein Verband in ein neues Heim investiere, um eine bessere Wohnqualität für die Menschen anbieten zu können. Die Standards der 1980er Jahre seien überholt, neue Vorgaben müssten erfüllt werden. Deshalb verlasse man die Unterkunft Neue Straße. Grund sei auch das neue Wohn- und Teilhabegesetz. Es stelle höhere Anforderungen an Zimmergrößen und schreibe für Wohnheime mit vielen Doppelzimmern, wie in der Neuen Straße, 80 Prozent Einzelzimmer vor. Das sei dort nicht umsetzbar gewesen, deshalb habe man sich für den Umzug entschieden.

»Die Lage ist ein Gewinn«

Gebaut wurden zwei zweigeschossige Gebäude, die in H-Form miteinander verbunden sind. Auf 1280 Quadratmetern werden dort 24 Menschen mit geistiger Behinderung wohnen und 25 pädagogische Mitarbeiter, die Bewohner betreuen. Architekt Stefan Brand freute sich, dass im Innenstadtbereich ein freies Grundstück zu kaufen war. »Die Gebäude passen sich mit ihren Satteldächern der Altstadt an. Die Lage hier an der historischen Mauer und die Grünflächen sind ein Gewinn«, sagte Geschäftsführer Jerome Major.

Weg in die Stadt ist kurz

Am Montag wurden nun Möbel ausgepackt, Zimmer eingerichtet, Gemeinschaftsräume nutzbar gemacht, und einige Handwerker nahmen letzte Arbeiten in dem hellen Gebäude vor. Bewohner Heinrich Rasche (65), der auch schon in der Neuen Straße lebte, schwärmt von seinem neuen Zuhause: »Der Weg in die Stadt ist kurz. Im Garten können wir mithelfen und uns aufhalten. Es gibt sogar eine Grotte an der Stadtmauer zum Sitzen«, sagte der Lebenshilfe-Bewohner.

Auch Einrichtungsleiter Andreas Ruhnau ist sehr zufrieden mit dem neuen Haus: »Wir sind hier mittendrin!« Lebenshilfe-Vereinsvorsitzender Alexander Rode sieht hier die Möglichkeit, dass Teilhabe und Inklusion gelebt werden könnten. Geschäftsführer Major will die Einrichtung zukünftig mehr für die Höxteraner öffnen.

Einweihung am 25. Oktober

Offiziell eingeweiht wird das Millionenprojekt am Freitag, 25. Oktober, mit geladenen Gästen. Weitere Begegnungsmöglichkeiten soll es bald geben. Hervorgehoben wird von allen Beteiligten das gute Miteinander mit den Nachbarn. Der bisherige Grundstückseigentümer Wilhelm-Erhard Dormann durfte sich als einer der ersten die neuen Räume ansehen: »Das ist sehr schön geworden«, sagte er. Das gesamte Umfeld hinter der grünen Villa mit Lagergebäude ist durch den Neubau aufgewertet worden. Zufahrt ist vom Glockenpfuhl aus. Die Garten- und Parkplatzanlagen werden zurzeit noch gestaltet.

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