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Von Telekom beauftragte Firma fährt über Wiesen im Taubenborn – Landwirte sind sauer

Schwere Maschinen im Naturschutzgebiet

Höxter (WB). Für Ärger bei einigen Landwirten aus Godelheim hat jetzt eine von der Telekom beauftragte Baufirma aus Sachsen-Anhalt gesorgt. Sie ist mit schwerem Gerät über Weidewiesen im Naturschutz- und FFH-Gebiet Taubenborn zwischen Höxter und Godelheim gefahren – ohne Genehmigung oder Absprache mit den Behörden.

Dennis Pape

Die Spuren auf den Wiesen im Naturschutzgebiet sind deutlich – hier sind schwere Fahrzeuge gefahren. Foto: Dennis Pape

Franz Pieper aus Godelheim ist einer der Landwirte, die die Flächen im Taubenborn vom Landesbetrieb Straßen NRW gepachtet haben. Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT betonte er: »Es handelt sich hier um ein sensibles Gebiet, das weder betreten noch befahren werden darf. Sollte es zu einer Betriebsprüfung seitens der Landwirtschaftskammer kommen, müsste ich als Pächter mit einer Strafe von bis zu 50.000 Euro rechnen.« Er habe Straßen NRW bereits informiert.

Landwirt sieht Stadt in der Pflicht

Pieper kritisiert, dass es zwar einen städtischen Weg entlang der Bahngleise am Taubenborn gibt, dieser jedoch von der Stadt Höxter nicht gepflegt werde. »Das ist auch der Grund, warum die Firma durch die Wiesen im Naturschutzgebiet gefahren ist und dort deutliche Spuren hinterlassen hat«, so Pieper: »Ich sehe die Stadt in der Pflicht, ihren Weg wieder frei zu machen, da nicht nur die Telekom ihre Kabel erreichen muss, sondern auch die Bahn ihre Signalanlagen regelmäßig prüft. Karl-Heinz Wintermeyer von der Telekom betonte auf Anfrage, dass die beauftragte Firma eigenverantwortlich arbeite und dabei »selbstverständlich auch den Umweltschutz beachten muss«. Deshalb sei die Rechtslage eindeutig – »die möchte ich aber nicht öffentlich bewerten«, sagte er. Auch nach seinen Informationen sei der parallel zum Schienennetz verlaufende und zugewucherte öffentliche Weg nicht befahrbar gewesen. Deshalb sei die Firma unerlaubter Weise ausgewichen.

Die Stadt Höxter weist die Verantwortlichkeit für das Problem von sich. »Die Telekom darf städtische Wege nutzen. Wenn es aber um Grundstücke Dritter geht, muss sie Absprachen mit diesen treffen«, sagte Andrea von Heesen (Sachgebiet Tiefbau).

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