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Umweltfrevel am Burgberg in Bevern

Seltene Pflanze gestohlen

Holzminden/Bevern(WB). Für viele orchideenbegeisterte Wanderer und Hobbyfotografen ist der Burgberg bei Bevern im Frühjahr zur Blütezeit ein weithin bekanntes und beliebtes Ziel. Insbesondere der Frauenschuh wächst hier an einem der nordöstlichen Hänge in einer Anzahl, die einzigartig für ganz Niedersachsen ist. Die wild wachsende Pflanze ist streng geschützt, doch das interessierte ein paar Waldfrevler offenbar nicht. Sie haben etliche der Pflanzen einfach ausgegraben und gefährden damit die seltene Art.

Unbekannte haben auf den Burgberg bei Bevern Frauenschupflanzen wie diese ausgegraben – eine Straftat. Foto: Stefanie Beyer

Die Niedersächsischen Landesforsten führen in Zusammenarbeit mit Experten und Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde schon seit vielen Jahren teils aufwendige Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durch, um das Frauenschuh-Vorkommen zu erhalten und weiter zu stärken. „Ziel ist es dabei auch, dass sich Besucher langfristig an diesem außergewöhnlichen Naturschatz erfreuen können, ohne ihn zu gefährden“, erläutert Kreissprecher Peter Drews.

Herber Rückschlag

Aktuell habe das Projekt jedoch einen herben Rückschlag erlitten. Allein auf der Hauptfläche seien rund ein Dutzend Frauenschuhpflanzen ausgegraben und gestohlen worden. „Anhand der Menge und Größe der Löcher lässt sich vermuten, dass die Diebe die Pflanzen mit einem Auto abtransportiert haben. Auch in benachbarten kleineren Beständen fehlen einige Frauenschuh- sowie Kreuzenzian-Pflanzen“, so Drews. Darüber hinaus seien die erst im vergangenen Jahr erneuerten Handläufe des Besucherpfades auf der Frauenschuhfläche stark beschädigt worden.

Bereits in den vergangenen Jahren seien vereinzelt Frauenschuhdiebstähle registriert worden – das Ausmaß erreiche jedoch in diesem Jahr neue Dimensionen. Dabei sei der Diebstahl streng geschützter Pflanzenarten – zu denen der Frauenschuh gehört – kein Kavaliersdelikt, sondern laut Bundesnaturschutzgesetz eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden kann. Auch der illegale Besitz an sich und der Verkauf seien strafbar. Zudem sei ein Diebstahl der Pflanzen wenig lohnenswert, da sie aufgrund ihrer besonderen Standortansprüche im Privatgarten schnell eingingen.

Strafanzeige erstattet

Der aktuelle Vorfall wird seitens der Naturschutzverwaltung strafrechtlich verfolgt. Darüber hinaus wird beraten, mit welchen Maßnahmen der Frauenschuhbestand zukünftig besser geschützt werden kann. Dabei hoffen die Landesforsten und die Untere Naturschutzbehörde auch auf Unterstützung durch die Bevölkerung und appellieren an Spaziergänger und Wanderer: „Bitte melden Sie der Polizei, wenn Ihnen im Umfeld der Frauenschuhfläche etwas Ungewöhnliches auffällt, wie beispielsweise Besucher mit Grabe-utensilien oder Autos, die unberechtigt die Wege nutzen“. Nur so bestehe die Chance, das Frauenschuhvorkommen zu schützen und Diebstähle aufzuklären.

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