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Ukraine-Krise: Erklärung der Bundeswehr zum Einsatz von zusätzlichen Truppen im Baltikum

Soldaten aus Höxter und Augustdorf auf dem Weg nach Litauen

Höxter

Soldaten aus Höxter und Augustdorf werden nach Osten verlegt. Sie sind auf dem Weg nach Litauen. Dazu hat die Bundeswehrführung am späten Montagabend diese detaillierte Erklärung auf der Bundeswehr-Online-Seite verbreitet:

Von Michael Robrecht

1.400 Kilometer bis Litauen: Ein Stabsunteroffizier packt am Montag sein Gepäck für die nächsten Wochen in den Schwerlasttransporter. Foto: Bundeswehr Höxter

„Die Bundesregierung hat aufgrund der aktuellen sicherheitspolitischen Lage und einer Bitte der litauischen Regierung entschieden, Soldaten für die von Deutschland geführte Enhanced Forward Presence (EFPEnhanced Forward Presence) Battlegroup der NATO zusätzlich nach Litauen zu verlegen - rund 350 Soldatinnen und Soldaten insgesamt, davon circa 250 aus dem Heer. Das Fähigkeitsprofil der Soldaten ist breit gesteckt und beinhaltet Artillerie-, Aufklärungs-, ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr-, Pionier-, Feldjäger-, Logistik- und Sanitätskräfte. 1.600 Kilometer sind es von Deutschland bis zum Einsatzraum in Litauen. Notice to move bedeutet das Herstellen der Verlegebereitschaft. Es wurde für die Verstärkungskräfte ab dem 9. Februar verschärft befohlen. Diese Kräfte würden in nächster Zeit routinemäßig zu einer halbjährlichen Zertifizierungsübung für rund zwei Wochen nach Litauen verlegen, heißt es. Aus den Standorten, Lüneburg, Nienburg/Weser, Munster, Augustdorf, Höxter, Viereck, Neubrandenburg, Havelberg und Hagenow bereiten sich in diesen Stunden Soldaten auf ihren Marsch in Richtung Litauen vor. Für sie bedeutet dieser Auftrag lediglich ein verschobener Zeitplan. Ausbildung und Ausrüstung sind für sie optimal auf den Auftrag abgestimmt und sie werden nun lediglich früher abgerufen und länger der anerkannten Mission in Litauen zur Verfügung stehen.“

Soldaten des ABC-Abwehrbataillons 7 in der General-Weber-Kaserne. Foto: Michael Robrecht

Und weiter hieß es: „Kettenfahrzeuge, schwere geländegängige Lkw-Lastkraftwagen, aber auch technische Geräte und Versorgungsgüter wie beispielsweise Munition, Ergänzungsstoffe oder auch Verpflegung werden aktuell für den Transport vorbereitet. Aus den Bataillonen fahren die Soldaten als kleine Marschpakte in vorbereitete Sammelräume. Aus den kleinen Marschgruppen der Bataillone würden größere Marschkolonnen zusammengestellt, die dann geschlossen im Straßenmarsch weiter nach Polen fahren würden, beschreibt ein Verantwortlicher der Marschorganisation. Auch würden in diesen Sammelräumen weitere Kraftstoffe oder auch Verpflegung für die Marschkolonnen bereitstehen.“

Technischer Dienst beim ABC-Abwehrbataillon in Höxter. Foto: Bundeswehr Höxter

Das Heer verstärkt die Battlegroup: „Rund 1.600 Kilometer Straße liegen vor den Soldaten. Ein großer Teil dieser Verstärkungskräfte, also rund 100 Fahrzeuge teilweise mit oder Anhänger, werden im Landmarsch als Marschkolonne Litauen erreichen. Schwere Kettenfahrzeuge werden per Schwerlasttransporter transportiert, zusätzlich wird ein Teil der Soldaten vom Fliegerhorst Wunstorf aus nach Litauen geflogen. Das Heer leistet damit seinen Beitrag zur moderaten Verstärkung des NATO-Bündnisses im Baltikum, jederzeit bleibt dabei eine Deeskalation“.

Hintergrund

Die Bundeswehr erhöht ihre Präsenz an der NATO-Ostflanke und verlegt dafür Soldatinnen und Soldaten mit Gerät nach Litauen, um die Mission Enhanced Forward Presence zu verstärken. In ganz Deutschland laufen Planungen und Vorbereitungen: Schwerlast- oder Gefahrstofftransporte über eine Strecke von rund 1.400 Kilometern von Deutschland über Polen nach Litauen benötigen genauso wie die Verlegung von Soldatinnen und Soldaten dorthin eine sorgfältige Planung. Natürlich beachten die Logistikerinnen und Logistiker dabei die geltenden Lager-, Transport- und Sicherheitsbestimmungen. Bestimmen auch Rastplätze und Unterkünfte auf den Verlegerouten.Auch internationale Abstimmungen sind nötig: Grenzübergang und Transit durch das Gebiet alliierter Nachbarn sind abzustimmen, Anmeldefristen müssen beachtet werden. Das Logistikzentrum beherrscht die komplexen Verfahren „im Schlaf“ und ist damit ein wichtiger Arbeitsmuskel des Logistikkommandos der Bundeswehr. Zahlreiche zivile Mitarbeitende sowie Soldatinnen und Soldaten sind 24/7 ansprechbar, stellen gemeinsam die Verlegung und damit die Einsatzfähigkeit der ausgewählten Kräfte sicher.

Die Bundeswehr erhöht ihre Präsenz an der NATO-Ostflanke und verlegt dafür Soldatinnen und Soldaten mit Gerät nach Litauen, um die Mission Enhanced Forward Presence zu verstärken. In ganz Deutschland laufen Planungen und Vorbereitungen - auch Übungen wie diese. Foto: Bundeswehr

Nachdem die Verteidigungsministerin am 7. Februar die Verstärkung der NATO-Ostflanke beschlossen hat, erfolgte auch in Höxter die formelle Aktivierung und die Planung wird zeitnah umgesetzt.

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