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1,6 Millionen-Projekt: Kunstrasenplatz soll in Höxter-Albaxen gebaut werden – Dioxin-Entsorgung kostet 275.000 Euro

Stadt braucht die Fördermittel

Höxter (WB)

Der Kunstrasenplatz in Höxter-Albaxen für das sogenannte Sportzentrum Nord (Albaxen, Stahle, Lüchtringen) wird ein Millionenprojekt. Das steht seit dem Spätsommer 2020 fest. Die Kosten für die Umwandlung des Rasen- in einen Kunstrasenplatz liegen inzwischen bei 1,6 Millionen Euro. Vom Landschaftsarchitekturbüro Peters und Winter in Detmold sind die Kosten ermittelt worden. Die Stadt Höxter will den Kunstrasenplatz mit Fördermitteln des Landes und des Bundes hinbekommen.

Jürgen Drüke

„Hier auf dem Rasenplatz soll der neue Kunstrasenplatz entstehen.“ Roland Merker, Vorsitzender des Stadtsportverbands Höxter, zeigt auf die Rasenfläche. Die Baumaßnahme ist mit 1,6 Millionen Euro veranschlagt worden. Foto: Jürgen Drüke

„Wir wollen den Kunstrasenplatz in Albaxen nach Möglichkeit zeitnah umsetzen. Wir setzen dabei stark auf Fördermittel des Bundes und des Landes“, sagte Bürgermeister Daniel Hartmann gestern Vormittag in einem exklusiven Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Ein zusätzlicher Kostenfaktor: Anfang September 2020 war in der Aschenbahn der Sportanlage Albaxen Dioxin festgesellt worden. „Die Entsorgung des gefährlichen Gifts kostet 275.000 Euro. Auch für die Entsorgung des Sondermülls haben wir Fördermittel, die mit 80 Prozent vom Land ausgewiesen sind, beantragt“, berichtete Georg Beverungen. „Wir haben noch keine Zusage, stehen aber zumindest in Sachen ­Dioxin-Entsorgung auf der Prioritätenliste ganz oben“, führte der Abteilungsleiter für Hochbau und Gebäudemanagement am Donnerstagvormittag weiter aus. Die Bodenbeschaffenheit, die Größe des Platzes, der Aushub von Erde und Rasen und zusätzlich zahlreiche einzelne Punkte seien in das Gutachten des Planungsbüros Peter und Winter eingeflossen.

„Eine Antwort auf unseren Förderantrag für den Kunstrasenplatz soll es vom Land im Frühjahr dieses Jahres geben. Der Bund wird uns voraussichtlich im Juni benachrichtigen“, erklärte Dezernent Stefan Fellmann. Mit dem Ratsbeschluss aus dem August 2020 über die 1,6 Millionen-Euro-Maßnahme sei man bei der Förderung im vielfach überzeichneten Landesförderprogramm im vergangenen Jahr leider nicht mehr zum Zuge gekommen. „Die Programme laufen bis 2024 weiter. Deshalb ist der Antrag nun neu gestellt worden“, so Fellmann. Die Kosten für Baumaßnahmen seien in wenigen Jahren immens angestiegen. „In einigen Bereichen waren das mitunter bis zu 60 Prozent“, betonte wiederum Georg Beverungen. Auch bei den Kunstrasenplätzen habe sich einiges ge- und verändert. Kork sei inzwischen die Alternative zum Gummigranulat.

Im Doppelhaushalt für 2020/21 war der Kunstrasenplatz in Albaxen noch mit 750.000 Euro für das Zentrum Nord (Albaxen, Stahle und Lüchtringen) im Rahmen des Sportstättenkonzepts vom Rat bei den Haushaltsberatungen am 15. Januar 2020 beschlossen worden. Im Ratsbeschluss vom 25. August 2020 sind die Kosten weit über die Millionengrenze vorgestellt und von den Ratsfraktionen abgesegnet worden. „Das geschah unter der Prämisse, dass Fördermittel beantragt werden“, verdeutlichte Bürgermeister Hartmann.

Aus dem Fördertöpfen des Landes (Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten) sowie des Bundes (Bundesprogramm für kommunale Einrichtungen, Sport, Bildung und Kultur) sind auch die Fördermittel für die Sanierung der Bielenberghalle (3,4 Millionen Euro) beantragt worden. „Wir wollen alles ausschöpfen. Niemand soll uns am Ende zum Vorwurf machen, dass wir Fördermittel nicht beantragt haben“, sagte Stadtkämmerer Lothar Stadermann. „Sonst wäre Höxter auch beim Neubau des Hallenbads leer ausgegangen. Es gab letztlich stattliche vier Millionen Euro Fördermittel.“

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Es ist ein sehr langer Weg. Das Sportstätten-Entwicklungskonzept für Höxter ist 2017 auf den Weg gebracht worden. Ein unabhängiges Institut aus Stuttgart hatte die Planung mit Politik, Verwaltung und insbesondere den Sportvereinen unter anderem in Workshops auf den Weg gebracht. Der Sanierungsstau bei Sporthallen sollte endlich angegangen werden und moderne Sportzentren entstehen. Der Kunstrasen Albaxen zeigt, es ist leider kein Sprint, sondern ein Marathon. 1,6 Euro Millionen erscheinen zudem im Vergleich zu vergleichbaren Projekten und Kunstrasenplätzen in der Region viel zu hoch.

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