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Luftbildfotograf Hajo Dietz aus Nürnberg zeigt Höxter und die Region von oben

Stadt schmiegt sich an den Fluss

Höxter/Nürnberg (WB). Die Weser schlängelt sich durch eine malerische Kulturlandschaft. Städte und Dörfer säumen ihre Ufer. Brücken spannen sich über den Fluss. Die Region entlang des Stroms macht nicht nur am Boden, sondern auch aus der Vogelperspektive einen charmanten Eindruck. Und kann sich mit anderen pittoresken Gegenden durchaus messen. Diesen Eindruck hat der erfahrene Nürnberger Luftbildfotograf Hajo Dietz, der ganz Deutschland von oben kennt, am blauen Himmel über Höxter gewonnen und in fesselnden Aufnahmen festgehalten.

Sabine Robrecht

Höxter – die mittelalterliche Stadt am Fluss: Diese Luftaufnahme richtet den Blick entlang der Landesgartenschau-Kulisse an der Weser bis hin zur Welterbestätte Corvey. Auch der Wall, der die Altstadt wie ein Grünzug umschließt, ist zu erkennen. Unten rechts im Bild die Weserkampfbahn. Foto: Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz

Zwischenlandung

Bei strahlendem Sonnenschein machten sich der selbstständige Luftbildfotograf und sein Pilot an einem Tag im Mai von Burgebrach bei Bamberg mit ihrer zweisitzigen Ultraleichtmaschine Tecnam P92 für einen Auftrag auf den Weg nach Hannover. Am Flugplatz Höxter-Holzminden auf dem Räuschenberg tankten sie auf, um an der Weser und an der Leine entlang mit Kurs auf die niedersächsische Landeshauptstadt weiterzufliegen. „Bei der Landung hatten wir Corvey imposant unter uns“, erzählt Hajo Dietz. Vom Flugzeug aus hat er die, wie er sagt, „wunderbare Schlossanlage“ in ihrer wirkmächtigen Größe und auch im Zusammenspiel mit dem nahen Weserbogen, der Eisenbahnbrücke und der Landschaft eindrucksvoll ins Bild gesetzt.

Höxteraner erläutert Bilder

Auf der Homepage des erfahrenen Profis (www.nuernbergluftbild.de) hat Corvey schon länger einen Platz. Dietz präsentiert aus seinen reichen Beständen Luftbilder bedeutender UNESCO-Welterbestätten, in deren Reihe er auch die ehemalige Reichsabtei am Weserbogen bei Höxter in Szene gesetzt hat. Entstanden ist die Aufnahme im August 2017, als der gebürtige Nürnberger schon einmal mit seiner Fotoausrüstung im Flieger über dem Weserbergland unterwegs war.

Neben der Welterbestätte künden auf der Homepage zwei fantastische Aufnahmen der nahe gelegenen Stadt Höxter von diesem Flug. Wie viele weitere Bilder sind die Fotos aus Corvey und der Kreisstadt an der Weser mit erläuternden Texten versehen. Diese stammen aus der Feder des Höxteraners Elmar Arnhold. Der heute in Braunschweig lebende Bauhistoriker fächert die Geschichte Corveys und Höxters mit profundem Fachwissen informativ und aufschlussreich auf. Mit Hajo Dietz arbeitet er gedeihlich zusammen. Beide verbindet eine unerschöpfliche Leidenschaft für ihre Profession. Und auch der Wunsch, andere Menschen etwa für historische Städte zu begeistern, eint den Bauhistoriker und den Luftbildfotografen. Hajo Dietz möchte mit seiner Homepage für das „Reisen in Deutschland und ein bisschen drum herum“ Impulse geben. In erster Linie beliefert er kommunale Planungs- und Bauämter, weitere Behörden, Unternehmen und Presse- und Buchverlage. Das Portfolio reicht von Großbaustellen, zeitgeschichtlichen Ereignissen, Naturschutzgebieten und bedeutenden Baudenkmälern bis hin zu Dokumentationen für Stadtplanung, Stadtentwicklung und Konversion.

Gartenschauen dokumentiert

Dokumentiert hat der 62-Jährige auch Gartenschauen - sowohl vor, während und nach dem Großevent. „Man sieht, dass eine Stadt nachhaltig etwas davon hat“, bilanziert Dietz, der unter anderem die Bundesgartenschau in Heilbronn 2019 sowie Landesgartenschauen in Würzburg (2018), Bayreuth (2016) und Bamberg (2012) aus der Luft begleitet hat.

Hajo Dietz

In Höxter kann er sich die Landesgartenschau gut vorstellen. Deren Kulisse am Wall und an der Weser entlang nach Corvey hat der renommierte Luftbildfotograf so ansprechend mit dem Blick von oben in Szene gesetzt, dass die Vorfreude steigt. „Höxter und Corvey liegen wunderschön“, sagt Hajo Dietz. „Aus dem Flugzeug zeigt sich der Weserbogen bei Corvey in seiner ganzen Pracht. Die Stadt schmiegt sich im Halbrund an die Weser wie Köln an den Rhein.“ Und ringsherum blühten an diesem Flug-Tag im Mai die Rapsfelder in leuchtendem Gelb. Deshalb landeten Hajo Dietz und sein Pilot auf dem Hin- und Rückweg von Hannover nicht nur, wie geplant, zum Tanken auf dem Räuschenberg zwischen. Der Fotograf hatte aus der Region entlang der Weser reizvolle Aufnahmen „im Kasten“, als er in Burgebrach bei Bamberg aus dem Flugzeug stieg.

Neue Perspektiven

Markenzeichen seiner Bilder ist die Bearbeitung: „Luftaufnahmen sind, wenn sie aus der Kamera purzeln, blass und blaustichig“, erläutert der 62-Jährige. „Wir haben ein Verfahren entwickelt, um diese atmosphärischen Störungen herauszunehmen. Die aufwändige Bearbeitung gibt der Aufnahme ihren natürlichen Kontrast und ihre satte Farbe.“ Am Ende wirkt das Bild so natürlich, dass man ihm die Bearbeitung nicht ansieht. Der Betrachter stellt vielmehr fest, dass „seine“ Stadt, in der er lebt und die er zu kennen glaubt, aus der Vogelperspektive viel Neues zu bieten hat. Der Blick weitet sich und macht vielleicht Lust darauf, die Heimatstadt mitzugestalten. Dazu bietet Höxter in dieser Zeit vor der LGS viele Möglichkeiten.

Fesselnde Blicke auf Stadt, Land und Fluss

Generell üben Luftbilder eine große Faszination auf den Betrachter aus. Aus der Vogelperspektive offenbaren Städte ihre in Jahrhunderten gewachsenen Strukturen. Flüsse zeigen ihre markanten Verläufe, und Kulturlandschaften entfalten sich in ihrer ganzen Abwechslung und Weite.

Hajo Dietz kennt Deutschland von oben aus langjähriger Berufserfahrung und ordnet Höxter und das Weserbergland als eine der wunderschönen Gegenden ein. Dem WESTFALEN-BLATT hat der Nürnberger eine Auswahl seiner Luftbilder zur Verfügung gestellt. Sie setzen nicht nur Höxter und seine Lage am Fluss, sondern auch die Welterbestätte Corvey im Kontext der Landschaft in Szene. Am Verlauf der Weser und ihren Bögen kann der Betrachter sich nicht sattsehen. Nachdenklich stimmen die Aufnahmen mit dem Ex-Kernkraftwerksgelände in Würgassen, weil sie offenbaren, in welch schöner Landschaft das KKW liegt. Da schmerzt die Vorstellung vom drohenden riesigen Atommüll-Lager besonders.

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