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Wie wird das Anja-Niedringhaus-Forum konkret gestaltet? Neue Ideen bei Symposium

»Starke Person, starke Botschaft«

Höxter (WB). Das Forum Anja Niedringhaus nimmt immer konkretere Formen an. 50 Fachleute und Unterstützer haben bei einem Symposium im Pins-Forum konkret über die inhaltliche und bauliche Ausgestaltung des FAN gesprochen. Auch die Finanzierung des Projektes macht Fortschritte. Es fehlen jetzt noch 150.000 Euro, um mit dem Umbau zu starten.

Michael Robrecht

50 namhafte Gäste und Multiplikatoren haben am Niedringhaus-Symposium in Höxter am Konzept für das Forum gearbeitet. Foto: Michael Robrecht

Der Anteil des Niedringhaus-Forums in Höxter am Tilly-Haus soll um die 800.000 Euro betragen – Bund, Land und Stiftungen haben bereits großzügige finanzielle Zusagen gemacht. Alle Bewilligungen für die Baumaßnahme liegen vor. Architektin Cornelia Lange will zeitgleich zwei Wohnungen im alten Adelshof sanieren. Christine Longere und Silja Polzin (FAN-Vorstände) sehen einer Verwirklichung des Vorhabens positiv entgegen und hoffen, zeitnah mit dem Umbau beginnen zu können, wenn die Resteigenmittel zur Verfügung stehen. Weitere 150.000 Euro seien nötig.

Während des Symposiums wies Innenarchitektin Heike Falkenberg aus Düsseldorf darauf hin, dass das Forum überregional ausstrahlen werde: »Starkes Gebäude, starke Person, starke Botschaft«. Wichtig sei, dass die Besucher nicht nur Fotos, sondern auch den Menschen Anja Niedringhaus sehen wollten. Dazu müssten persönliche Gegenstände ausgestellt werden, so ein Wunsch.

FAN-Vorsitzende Christine Longere wies darauf hin, dass erst im zweiten Schritt Seminare und Workshops konzipiert würden. Die baulichen Fragen und die Einrichtung stehe zuerst im Vordergrund.

Roland Nachtigäller (Direktor Museum Marta Herford) sprach darüber, an wen so ein Forum oder Museum adressiert werden könne: »Anja Niedringhaus war weltweit unterwegs, das müsse in Höxter dokumentiert werden.«

Carl Wilhelm Macke (Verein Journalisten helfen Journalisten) sieht das Thema »Pressefreiheit« als wichtig für den Geist des FAN. Es würden viele Journalisten weltweit getötet, das sei relevant.

Christoph Luchs (TH Mittelhessen, Social Media) berichtete, wie wichtig heute eine digitale Präsenz in sozialen Medien für so ein gewichtiges kulturelles Projekt sei. Homepage, Instagram, Facebook, Twitter: »Das alles sind Standards für eine internationale Beachtung.« Luchs produzierte einen Film vom Symposium.

Inneneinrichtung

Prof. Michael Ebert (Hochschulen Hannover/Magdeburg – Studiengang Fotojournalismus) fand mit seinen Gedanken, auch die Geschichte der Nachrichtenfotografie in Höxter im FAN zu zeigen, viel Zuspruch. Anja Niedringhaus sei zeitweise in der Vordigitalzeit unterwegs gewesen und habe wirkungsmächtige Bilder geschaffen. »Fotos der Agenturen prägen das visuelle Gedächtnis des 20. Jahrhunderts«, sagte er. Heute gebe es eine Bilderflut, früher hätten Agenturen wie AP ein Dutzend im Fotolabor abgezogene Fotos pro Thema verschickt. Allein der Stern bekomme heute 22.000 Bilder am Tag aus allen Teilen der Welt. Er schlug die Wahrung des Kulturgutes Fotografie in einem Forum wie in Höxter in Zeiten der digitalen Vergänglichkeit vor.

Sophie C. Opitz (Fotomuseum Winterthur) widmete sich den sozialen Dynamiken von Fotos. Bei der Museumskonzeption gehe es auch darum, reflektiert mit Konfliktfotos umzugehen. Clemens Müller (Szenograf aus Dortmund) sprach die räumliche Inszenierung an. »Wie viel Platz brauchten Fotos?«, stellte er eine wichtige Frage. Die Fachleute wollen sich vernetzen und weiter bei der Konzeption des FAN mitarbeiten.

Seitens der Stadt Höxter kündigte Stefan Fellmann »tatkräftige Unterstützung« an und lobte das Engagement des Vereins.

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