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Handwerker erwecken Freibad an der Weser in Höxter aus Dornröschenschlaf

Startschuss zur Sanierung gefallen

Höxter (WB). Handwerker mit schwerem Gerät erwecken das Freibad an der Weser derzeit lautstark aus dem Dornröschenschlaf: Die vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung haben begonnen.

Sabine Robrecht

Schwimmmeister Volker Riedel (von links), Rainer Dröge vom Planungsbüro Gabel aus Walsrode, Benjamin Cessa von der Planungsgruppe Hildesheim, Georg Beverungen (Stadt Höxter, Sachgebietsleiter Hochbau), Louisa Becker (Mitarbeiterin Sachgebiet Hochbau), Lüder Steinberg (Abbruchunternehmen Freimuth aus Bülkau) und Bürgermeister Alexander Fischer präsentieren die Pläne. Foto: Sabine Robrecht

»Wir müssen 1000 Meter Rohre ausbuddeln und brechen gleichzeitig das Technikgebäude ab«, schildert Bauleiter Lüder Steinberg von der beauftragten Abbruchfirma Freimuth aus Bülkau die anstehenden Arbeiten.

Am Beckenboden des Springerbereichs haben Handwerker mit dem Herausstemmen der alten Leitungen begonnen. »Wir haben vier bis fünf Wochen Zeit eingeplant«, sagt Lüder Steinberg. Unterdessen kümmern sich Georg Beverungen, Sachgebietsleiter Hochbau bei der Stadt Höxter, und sein Team um die Vergabe der weiteren Gewerke.

Saison wird verspätet starten

Bei der Sanierung Regie führen wird die Planungsgruppe Hildesheim. Georg Beverungen: »Wir übergeben ihr einen Rohbau.« Für die Technik zur Wasseraufbereitung wollen die Fachleute den Winter ebenfalls nutzen. Natürlich hoffen sie, dass er mild wird. Umso mehr schaffen sie. Trotzdem ist absehbar, dass der Mai 2018 für die Eröffnung nicht zu halten sein wird. »Wir werden verspätet in die Saison starten«, kündigt Bürgermeister Alexander Fischer an.

Die Badegäste erwartet eine Schwimmer-/Nichtschwimmer-Kombi im großen Becken. »Der ehemalige Nichtschwimmerbereich wird Kleinkinderbecken. Das heutige Planschbecken verschwindet«, erläutert Georg Beverungen die Pläne. »Wir verringern das Wasservolumen erheblich und nutzen das Bad durch die Kombination Schwimmer – Nichtschwimmer, – Freizeit effizienter«, ergänzt er.

Attraktionen runden Freizeit-Konzept ab

Attraktionen runden das Freizeit-Konzept ab: Eine neue Breitrutsche endet im Nichtschwimmerbereich. Drei Massagedüsen als Wasserspeier laden zum Entspannen ein. Aus einem, drei und fünf Metern Höhe können die Badefreunde an gewohnter Stelle ins erfrischende Nass springen. Und auf die Kinder warten spannende Spielmöglichkeiten mit dem Element Wasser. Kurzum: »Wir passen das Freibad den heutigen Freizeitgewohnheiten an«, so der Bürgermeister.

Kubatur des Bades wird ablesbar bleiben

All dem fällt der Denkmalschutz keinesfalls zum Opfer: »Die alte Kubatur des Bades wird ablesbar bleiben«, erläutert Architekt Benjamin Cessa von der Planungsgruppe Hildesheim. Am großen Becken bleiben als so genanntes Belegstück im Sinne der Denkmalpflege das hintere Durchschreitebecken sowie der Beckenkopf mitsamt den Startblöcken erhalten. »Alle anderen Bereiche werden saniert, umgebaut und mit neuen Überlaufrinnen versehen.« Das Becken erhält neue – dichte – Leitungen und wird im März 2018 mit Edelstahl ausgekleidet. Fachleute montieren vorgefertigte Sechs-Meter-Elemente. Beheizt wird das Badewasser zeitgemäß mit Sonnenenergie und einem Blockheizkraftwerk.

Für den Winter soll das Becken nun nach dem Ausbau der alten Leitungen zunächst wie jedes Jahr gefüllt werden. Derweil sollen Arbeiten etwa an der Technik je nach Wetter möglichst weiterlaufen.

Fit für die nächsten 80 Jahre

Wenn das Freibad im Sommer 2018 dann tatsächlich wieder die Türen öffnet, werden sich Schwimmfreunde in der Rückschau auf die Endlos-Debatten fragen »Warum nicht gleich so?« Dennoch schauen die Höxteraner nach vorne und freuen sich auf 2018. »In diesem Sommer war es im Nachhinein gesehen gar nicht so schlimm, dass das Freibad geschlossen war«, nehmen es die Bürger angesichts des Wetters gelassen.

Mit der Sanierung des Beckens ist das Gesamtprojekt noch nicht abgeschlossen. »Die ebenfalls denkmalgeschützten Gebäude sind in einem zweiten Schritt an der Reihe«, kündigt Georg Beverungen an. Am Ende ist das Bad fit für die nächsten 80 Jahre.

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