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Einzige deutsche Parfümerieschule: Symrise in Holzminden freut sich über sieben neue Parfümeurinnen

Super-Nasen haben guten Riecher

Holzminden/Höxter (WB). Die Super-Nase ist ihr Kapital. In Deutschlands einziger Parfümerieschule im Weltkonzern Symrise in Holzminden werden Parfümeure ausgebildet. Die Absolventen sind weltweit begehrt. Sieben Talente aus vier Nationen haben jetzt ihre Ausbildung an der Parfümerieschule des Duftstoffriesen erfolgreich abgeschlossen.

Michael Robrecht

»Wir können 3000 verschiedene Düfte unterscheiden«, sagen Emma Yao Wie (von links) aus China, Marine Ipert aus Frankreich, Jamie Tan Yuping aus Singapur, Suthathip Theduschienchai aus Thailand und Leslie Gauthier aus Frankreich.

Nur Menschen mit einem wirklich guten Riecher seien in der anspruchsvollen Duftstoff-Branche richtig, hörte das WESTFALEN-BLATT beim Besuch in der exklusivsten Schule des Weserberglandes. Einen guten Duft zu kreieren, erfordere neben einem außergewöhnlich sensiblen Näschen vor allem solides Fachwissen, berichteten die sieben jungen Damen zu Beginn ihrer Ausbildung dem WB und hofften, den hohen Ansprüchen gerecht werden zu können.

Was ist aus den Duft-Ladies geworden? Sie haben alle bestanden! Oft haben die Bewerber schon eine Vorbildung, sind Chemiker, Laborant, Drogist oder Pharmazeut. Wenige sind »nur« Quereinsteiger. Marine Ipert und Leslie Gauthier aus Frankreich, Emma Yao Wie aus China, Jamie Tan Yuping aus Singapur und Suthathip Theduschienchai aus Thailand – alle Mitte bis Ende 20 Jahre jung – drückten die Duftschulbank beim Duftproduzenten in Holzminden.

Urkunden übergeben

Jetzt erhielten die Jungparfümeurinnen ihre Abschlusszertifikate – und die sind sehr viel wert. »Im Laufe ihres vier- bis fünfjährigen Studiums haben die Studenten das Parfümeurs-Handwerk an mehreren Standorten auf der ganzen Welt von der Pike auf erlernt«, berichtet Symrise-Pressesprecherin Christina Witter. Künftig kreieren sie als Parfümeure für Symrise in Frankreich, China, Brasilien und USA und verlassen ihre Wahlheimatorte im Weserbergland.

Die finalen Hürden haben die Studenten mit Bravour gemeistert: Nach bestandener Abschlussprüfung und erfolgreicher Präsentation einer Forschungsarbeit hat Symrise Leslie Gauthier, Marine Ipert, Jamie Tan Yuping, Suthathip Thedvichienchai, Emma Yao Wei, Laure Breysse und Suzy Le Helley hochoffiziell zu Parfümeuren ernannt. Vor einer Fachjury demonstrierten sie, was sie in ihren vier Studienjahren gelernt hatten. Die Prüfungsaufgabe verlangte die Kreation einer Parfüm-Basis für Seifen, Shampoos sowie Weichspüler-Düfte. Die besten Basen übernimmt Symrise sogar in seine Parfümerie-Palette. Das Parfümeurs-Team kann sie dann in seinen Düften einsetzen. Die Kreationen aus Blüten von Jasmin, Muguet und Ylang überzeugten die Jury auf ganzer Linie.

Forschungsauftrag als Meisterstück

Im zweiten Teil der Prüfung stellten die Studenten der Fachjury ihre Abschlussarbeit – das Meisterstück – vor. Analog zu einer Doktorarbeit erfüllten sie dafür einen selbstständigen Forschungsauftrag. Die Prüfer legen Wert auf Kreativität, individuellen Stil und die Fähigkeit, Rohstoffe aus der Symrise-Palette zu nutzen. Die Studentinnen erfüllten auch diese Anforderungen souverän. Suzy Le Helley gewann einen neuen Duftstoffs aus Longoza-Samen. Die Pflanze wächst auf Madagaskar.

Achim Daub

»Ein guter Parfümeur setzt mit selbstständig entwickelten Duftstoffen Trends«, sagt Achim Daub, Vorstand Scent & Care bei Symrise. »Mit einem Studium an der in der Branche renommierten Parfümerieschule von Symrise erwerben unsere Absolventen diese Fähigkeit.« Die Studenten durchlaufen an der Symrise-Parfümerieschule ein Studium an verschiedenen Standorten. Auf die zwei obligatorischen Studienjahre in Holzminden folgen Einsätze in den wichtigsten Kreativzentren in Europa, den USA, Brasilien, Mexiko und Schanghai. Auf diesem Weg erlernen sie die Grundlagen der Parfümerie. Dazu gehören die umfangreiche Kenntnis der verschiedenen Extraktionstechniken und der chemischen Prozesse, mit denen man Duftstoffe gewinnt.

Rohstoffstudien und kreatives Arbeiten

Auf dem Lehrplan der Schule standen ebenfalls intensive Rohstoffstudien und kreatives Arbeiten. Mit diesen Studieninhalten eigneten sich die Duft-Talente sukzessive Kenntnisse über Duftkompositionen an, die sie im finalen Teil ihrer Ausbildung praktisch in realen Kundenprojekten vertieften. »Während ihrer Auslandsstationen sammeln unsere Studenten Erfahrungen und damit das Verständnis für die Besonderheiten globaler Märkte, Konsumenten und Kulturen«, sagt Béatrice Favre-Bulle, Senior Vice President Perfumery Excellence & Sustainability, Symrise. »Diese Erfahrungen helfen Ihnen, Düfte zu kreieren, die die Wünsche moderner Verbraucher und insbesondere der Millennials erfüllen.«

Während die sieben Parfümeure ihre Lehrjahre nun abgeschlossen haben, bereitet sich auf der Parfümerieschule eine neue Generation von Talenten auf den Abschluss vor. Die drei Studenten des Jahrgangs 2017 haben gerade ihre akademische Zwischenprüfung abgelegt und wurden zu Junior-Parfümeuren ernannt. Weitere sechs Trainees haben im Januar 2019 ihr Studium begonnen und stehen am Anfang ihrer inspirierenden Duftreise.

Weltkonzern Symrise

Symrise in Holzminden ist ein globaler Anbieter von Duft- und Geschmacksstoffen, funktionalen Inhaltsstoffen für Lebensmittel, sowie kosmetischen Grund- und Wirkstoffen. Zu den Kunden gehören Parfum-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Getränkehersteller, die pharmazeutische Industrie sowie Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln und Heimtiernahrung. Mit einem Umsatz von rund drei Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2017 gehört das Unternehmen zu den global führenden Anbietern im Markt für Düfte, funktionale Inhaltsstoffe für Lebensmittel und Aromen. Der Konzern mit Sitz in Holzminden ist mit rund 100 Standorten in Europa, Afrika und dem Nahen sowie Mittleren Osten, in Asien, den USA sowie in Lateinamerika vertreten.

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