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Mega-Stromleitung durch den Kreis Höxter geplant – Mahnwache am Montag

Tennet reicht Antrag ein

Kreis Höxter (WB). Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat am Freitag den Antrag auf Bundesfachplanung für die geplante Südlink-Stromtrasse bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Die vorgesehenen 75-Meter-Strommasten könnten laut Planung auch auf einem Vorzugskorridor im Kreis Höxter zwischen Vörden, Brakel-Bökendorf und Warburg errichtet werden.

Michael Robrecht

In Höxter haben die Bürgerinitiativen aus dem Kreis Höxter vor einigen Wochen gegen die riesige Stromleitungstrasse demonstriert. Foto: WB

Die Mega-Leitung soll bis zum Abschalten des letzten Kernkraftwerks 2022 fertiggestellt sein, um den Windstrom aus dem Norden in den Süden Deutschlands zu bringen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der süddeutschen Bundesländer leisten. Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung der Tennet TSO GmbH. Energiewende und Stromnetzausbau, also auch Südlink, wies darauf hin, dass es Projekte von Politik und Gesellschaft seien, die Tennet als Übertragungsnetzbetreiber im Auftrag des Gesetzgebers umsetze. Es sei allerdings mit Blick auf 2022 entscheidend, dass rasch Klarheit darüber geschaffen werde, ob es bei der bestehenden gesetzlichen Verpflichtung zum Bau der großen Stromverbindungen im Rahmen der Energiewende bleibe.

Am Abend treffen sich Landräte und Bürgermeister aus 17 Kreisen und Städten im Kreishaus in Hameln zur juristischen und fachlichen Bewertung des Antrags. Sie kommen aus NRW, Niedersachsen, Hessen und Bayern und fordern mehr Transparenz bei der Korridor-Auswahl für die Masten und Kabel. Zuletzt hatten die Kritiker aus drei Ländern, darunter auch Landrat Friedhelm Spieker aus Höxter, konkrete Kooperation von Tennet beim Einblick in die Planungsunterlagen gefordert, um herauszufinden, warum die Trasse durch den Kreis Höxter so stark bevorzugt wird.

Tennet schafft Vorrausetzungen

Mit der Einreichung des Antrags hat Tennet nun die Voraussetzung geschaffen, damit die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde das formelle Verfahren beginnen kann. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens - voraussichtlich 2016/17 - wird der am besten geeignete einen Kilometer breite Trassenkorridor verbindlich festgelegt. In einem anschließenden Verfahren wird dann der genaue Verlauf der Leitung innerhalb dieses Trassenkorridors bestimmt.

In den Antrag an die Bundesnetzagentur sind konkrete Vorschläge für Trassenkorridore von Bürgern, Kommunalpolitik und Verbänden eingegangen. Bürgerhinweise waren beispielsweise auf Info-Veranstaltungen von Tennet im Kreis Höxter gesammelt und ausgewertet worden. Tennet hatte seit Februar einen umfassenden Projektdialog angestoßen und Bürger, Bürgerinitiativen, Gemeinden, Landespolitik sowie Naturschutzorganisationen auf Veranstaltungen und in Gesprächen über das Projekt informiert und um Hinweise für die Planungen gebeten. Die eingegangenen Hinweise und Vorschläge führten dazu, dass der erste Trassenkorridorvorschlag an einigen Stellen angepasst wurde; aus anderen Hinweisen entstanden insgesamt 98 neue Bürgervorschläge, die TenneT in den Antrag mit aufgenommen hat. Damit enthält der Antrag nun insgesamt knapp 3 000 Kilometer mit alternativen Trassenkorridorführungen, darunter auch viele großräumige Varianten.

Die Bürgerinitiativen im Kreis Höxter – besonders stark sind sie in Vörden, Bökendorf und im Warburger Land aktiv – wollen nicht locker lassen, gegen die Tennet-Trasse zu Felde zu ziehen. Die letzte größere Demo lief in Höxter. Am Montag, 15. Dezember, ist ab 18 Uhr eine Mahnwache auf Höxters Marktplatz von der BI Marienmünster gegen die Stromtrasse vorgesehen.

Weitere Informationen zum Antrag finden sich im Internet. Der Antrag ist hier veröffentlicht.

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