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Beim Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbandes stellen sich Kandidaten vor

Union präsentiert sich als Einheit

Höxter (WB). Beim Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbandes Höxter in Lütmarsen haben die Vorstellungen von Daniel Razat – unabhängiger Bürgermeisterkandidat, der von der Union unterstützt wird – und CDU-Landratskandidat Michael Stickeln im Mittelpunkt gestanden. Darüber hinaus berichteten Bundestagsabgeordneter Christian Haase und Landtagsabgeordneter Matthias Goeken aus Berlin beziehungsweise Düsseldorf und stimmten die 100 Mitglieder ebenfalls auf das spannende Wahljahr 2020 ein.

Dennis Pape

Beim bereits 15. Neujahrsempfang hat der CDU-Stadtverband Höxter 100 Mitglieder sowie den unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Daniel Razat, Landratskandidat Michael Stickeln, den Bundestagsabgeordneten Christian Haase und den Landtagsabgeordneten Matthias Goeken begrüßt. Foto: Dennis Pape

Zum Auftakt wurde die sanierte Kirche in Lütmarsen besichtigt. Stadtverbandsvorsitzender Georg Moritz betonte: „Das christliche C gehört einfach zur CDU.“ Mit Blick auf den Wahlkampf sagte er: „Wir wollen die absolute Mehrheit.“

Razat gibt sich kämpferisch

„Mein Ziel ist es, am Ende des Jahres Bürgermeister der Stadt Höxter zu sein“ – Daniel Razat, unabhängiger Kandidat für das Stadthaus in Höxter, setzt auf die bereits zugesicherte Unterstützung der Union und gab sich bei seiner Vorstellung beim Neujahrsempfang kämpferisch: „Ich habe viel Zukunftsorientiertes vor, aus einer Vision wird für mich eine Mission. Wir haben ein anstrengendes Jahr vor uns und einen weiten Weg zu gehen – nicht zuletzt, weil es viele Mitbewerber auf den Bürgermeisterposten in Höxter gibt.“

Der Bundeswehroffizier betonte, er habe eine klare Strategie und trete an, um zu gewinnen: „Ich bin bestens vorbereitet. Und wenn jemand fragt ‚Wer ist das eigentlich?‘, dann wird er es schleunigst erfahren. Es ist immer einfach, über die Attraktivität der Stadt oder die Landesgartenschau zu reden – mir geht es aber auch um die unangenehmen Themen wie beispielsweise die Windkraft“, sagte der Ovenhäuser. Razat bekräftigte vor den CDU-Mitgliedern, dass er den direkten Kontakt zu den Bürgern suchen werde. Ihm sei bewusst, dass jede einzelne Ortschaft individuelle Themen habe – das sei wichtig, und dennoch müsse man die Stadt Höxter auch als Einheit betrachten.

Zu den CDU-Vertretern sagte er: „Wir müssen 2020 gemeinsam angehen, um anschließend gemeinsam Zukunft gestalten zu können. Ich kann motivieren und Mitarbeiter abholen – die Stadtverwaltung hat endlich wieder eine vernünftige Führung verdient. Politik, Verwaltung und Bürger müssen wieder eine Gemeinschaft werden – damit Zwist und Alleingänge ein Ende haben.“

Umweltpolitik mit Augenmaß

Michael Stickeln, noch Bürgermeister in Warburg und CDU-Landratskandidat für die Wahl in diesem Jahr, betonte wiederum bei seiner Vorstellung in Lütmarsen: „Gemeinsam mit der CDU als beständige Kraft möchte ich den Kreis Höxter in die Zukunft führen.“ Nicht zuletzt seine 16-jährige Erfahrung als Oberhaupt der Hansestadt spreche für ihn. Stickeln führte nach einer Vorstellung seines Werdegangs wichtige Themen für das Kulturland an. „Bei der Digitalisierung haben wir einen großen Schritt gemacht – wir brauchen aber Glasfaser bis in jedes Haus, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Das kann und wird zu einer Renaissance des ländlichen Raumes führen“, lautete eine seiner Thesen. Er habe durchaus Verständnis dafür, dass es junge Menschen nach der Schule in die größeren Städte zieht. Aber: „Wenn sie wiederkehren wollen, müssen wir interessant sein. Wir haben unter anderem eine schöne Landschaft, eine saubere Umwelt und Bauland.“

Besonders wichtig sei auch das Thema Mobilität – „wir müssen mehr Geld in das System spülen“, sagte der 51-Jährige. Nicht minder relevant sei es, die für den Kreis Höxter wichtige Landwirtschaft beim Strukturwandel zu unterstützen. Stickeln plädierte auch für eine Umweltpolitik mit Augenmaß, die Förderung der Bildung in den Schulen, Kreisberufskollegs und der Technischen Hochschule, sowie einen schnellen Ausbau der Bundesstraße 64. Angesichts vieler kleiner Parteien, der „Gefahr AfD“ und des Höhenfluges der Grünen seien die Herausforderungen in diesem Wahljahr größer denn je.

Mehr Handlungsspielraum

Mit Blick auf die Windkraft forderte Bundestagsabgeordneter Christian Haase ein neues Planungsrecht: „Die Kommunen brauchen mehr Handlungsspielraum“, sagte er. Die CDU müsse außerdem weiterhin verinnerlichen, dass die Landwirtschaft zum ländlichen Raum gehöre und man mit der Technischen Hochschule in der „Champions League“ hinsichtlich der Entwicklung der Landwirtschaft spiele. In Sache Klimaschutz habe Haase die Gefahr erkannt, „dass einige wollen, dass wir in Panik verfallen – das ist nicht gut“. Wichtig sei auch, dass die CDU auf allen Ebenen und bei allen Themen aus einem Guss agiere – „denn wir wollen die Mehrheit im Kreis, Land und Bund erhalten, um gemeinsam im Sinne der Bürger Zukunft gestalten zu können“.

Positive Entwicklung

Landtagsabgeordneter Matthias Goeken wies in seiner Ansprache mit Nachdruck darauf hin, dass die großen Zentren und der ländlichen Raum nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften – unter anderem beim Thema Windkraft. Generell müsse die Alternative Fotovoltaik wieder mehr in den Vordergrund rücken und es unbedingt mehr Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energie geben. Er verwies auch auf eine positive Entwicklung in der Stadt Höxter, die nicht zuletzt durch das Engagement vor Ort und durch Fördermittel möglich sei. Auch die Landesgartenschau sei ein Motor, in Corvey müsse sich jedoch noch einiges bewegen – in erster Linie nahm er diesbezüglich das herzogliche Haus in die Pflicht: „Bürgermeister kommen und gehen, der Adel bleibt.“

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