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Herausragendes Konzert in Höxteraner Kilianikirche mit Ludwig Güttler und weiteren Musikern

Virtuoses Spiel begeistert

Höxter (WB). »Musik vertreibt den Teufel und macht die Menschen glücklich«. Diesen Ausspruch Martin Luthers konnte man berechtigt über das Konzert in der Kilianikirche stellen. In Kooperation mit der Volkshochschule Höxter war es der Evangelischen Kirchengemeinde gelungen, die herausragenden Künstler Ludwig Güttler (Trompete und Corno da caccia), Thomas Irmen (Trompete und Corno da caccia) sowie den Konzertorganisten Friedrich Kircheis für einen Abend in der Kilianikirche zu gewinnen.

Dagmar Korth

Spitzenklasse: Ludwig Güttler (rechts) und Thomas Irmen sorgen mit ihrem Spiel für ein überzeugendes Konzerterlebnis. Foto: Harald Iding

Das war ein gelungener Abend, der ganz im Zeichen großer Barockkomponisten stand. Ludwig Güttler, berühmter Trompeter, der als Solist und Dirigent einem breiten Publikum besonders durch die Wiederbelebung der sächsischen Hofmusik des 18. Jahrhunderts und dem von ihm maßgebend geprägten Kammerorchester »Virtuosi Saxoniae« bekannt wurde, spielte als erstes Werk die »Sonata c-moll für Trompete und Orgel« von Jean Baptiste Loeillet.

Der strahlende Ton des Trompeters zeigte barocke Grandezza, samtweiche Kantilene und virtuosen Elan. Ludwig Güttler bot eine reich differenzierte Artikulationsstudie, beschwor die Fantasie und die Assoziationslust der zahlreichen Zuhörer in der bis auf den letzten Platz besetzten Kilianikirche. Güttler bot ein differenziertes Klangbild, inspiriert und mit feinsten Nuancen geschmückt.

Meisterhaft

Der zweite Trompeter des Abends war Thomas Irmen, Solotrompeter der Philharmonie Chemnitz. Mit der »Suite in B-dur für Trompete und Orgel« von Pavel Josef Vejvanovský bewies er eindrucksvoll, wie meisterhaft auch er sein Instrument beherrscht.

Die Suite ist ein sehr ansprechendes Werk. Musik, die ganz aus ihrer Gestaltungsfülle und einem subtilen Klangbild heraus verstanden werden will. Irmen schuf ein pastellfarbenes Klanggewebe mit wunderbar klar profiliertem Ton.

Als besondere ins Ohr gehende Klangjuwelen durfte man die vier Choralvorspiele genießen, etwa »Wie schön leuchtet der Morgenstern« von Gottfried A. Homilius, oder das immer wieder berührende »Jesus bleibet meine Freude« von Johann Sebastian Bach.

Hervorragender Organist

Den beiden Künstlern zur Seite stand als hervorragender Organist Friedrich Kircheis. Als gleichberechtigter Partner bereitete er den Boden und die Basis für ein überaus ausgewogenes Zusammenspiel. Da wurde viel aufgeboten an subtiler Registration, Artikulation, Dynamik und Spieltechnik.

Die beiden Bach-Werke »2. Satz aus der Triosonate d-moll für Orgel BWV 645« und das »Präludium und Fuge a-moll BWV 543 für Orgel« reklamierte er in üppigem Klang als vitale Lebensäußerung des großen Musikus aus Eisenach. Kircheis’ Spiel zeigte mit feindosierten Registern, wie kantabel, brillant die beiden Werke klingen können.

Mit dem »Konzert D-dur für zwei Trompeten und Orgel« von Henry Purcell endete ein sehr schönes Konzert mit exzellenten Interpreten. Das Publikum wusste diesen Höhepunkt im musikalischen Leben der Stadt Höxter mit großem Applaus zu würdigen.

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