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Auch SB-Standorte in den Beverunger Ortsteilen Amelunxen, Herstelle und Haarbrück sind betroffen

Volksbank schließt weitere Filialen

Höxter/Boffzen/Beverungen/Lüchtringen (WB/ako). Die Schließungswelle geht weiter. Die Volksbank gibt ihre Filialen in Höxter-Lüchtringen, Lauenförde und Boffzen auf. Zudem werden die Geldautomaten in den Beverunger Ortsteilen Amelunxen, Haarbrück und Herstelle abgebaut.

Die Volksbank-Filiale in Lauenförde wird Ende September geschlossen, die Kunden sollen nach Beverungen ausweichen. Auch die Filiale in Boffzen hat keine Zukunft, von hier ist der Weg nach Höxter schon weiter. Fotos: Alexandra Rüther Foto:

In einer Pressemittelung der Genossenschaftsbank heißt es: „Die Volksbank Höxter, Zweigniederlassung der Verbund Volksbank OWL eG, bündelt zum 1. Oktober 2020 ihre Kompetenz vor Ort und erhöht die Leistungsfähigkeit ihrer Berater-Teams. Mit dem Ziel, die persönliche Beratung und Betreuung der Kunden sicherzustellen, werden Ende September drei kleinere Filialen im Kreis Höxter mit benachbarten Standorten personell zusammengelegt: die Filiale Boffzen mit dem Beratungscenter am Möllingerplatz in Höxter, die Filiale Lauenförde mit dem Beratungscenter Beverungen sowie die Filiale Lüchtringen mit der Filiale Stahle. Bei den Filialen, die umziehen, handelt es sich um Standorte, die aktuell mit nur wenigen Mitarbeitern besetzt und nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet sind. Die SB-Standorte in Amelunxen, Haarbrück und Herstelle werden aufgrund der geringen Nutzung geschlossen. Für diese Standorte gibt es Alternativen am Standort in Beverungen.“

Kundenverhalten ändert sich

Kundennähe und Kundenorientierung bedeuten in der heutigen Zeit nicht mehr zuallererst und ausschließlich räumliche Nähe, sondern vor allem, dass sich die Volksbank immer wieder neu auf das Verhalten und die Wünsche ihrer Kunden ausrichte. „Digitalisierung und demografischer Wandel bleiben nicht ohne Auswirkungen auf das Kundenverhalten und die Nachfrage nach Bank-Service-Leistungen“, sagt Ina Kreimer, Mitglied des Vorstandes der VerbundVolksbank OWL. Internet und Telefon seien heute ganz normale Zugangswege zur Bank. Ein großer Teil der Kunden wickele seine alltäglichen Bankgeschäfte online oder per Telefon ab. „Durch diese Entwicklungen haben sich auch der Geschäftsalltag in den Filialen und die Tätigkeiten der Mitarbeiter gewandelt. Heute fließt die meiste Zeit in die individuelle Beratung unserer Kunden zu grundlegenden Finanz- und Vermögensfragen“, sagt Ina Kreimer. Durch die Zusammenlegung der Filialen passe die Bank ihre Strukturen den genannten Veränderungen an.

Service wird umfangreicher

Alle Kunden der betroffenen Filialen könnten an den neuen Standorten in Zukunft ein wesentlich umfangreicheres Service- und Beratungsangebot als bisher nutzen. In den Beratungscentern und in der Filiale Stahle stünden beispielsweise Spezialisten mit den Schwerpunkten „Gewerbe und Freie Berufe“, „Vermögen“ und „Immobilien“ zur Verfügung. Zudem profitierten die Kunden auch von erweiterten Öffnungszeiten. Die Selbstbedienungseinrichtungen mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker sollen an den bisherigen Standorten (Boffzen, Lauenförde und Lüchtringen) erhalten bleiben. Das Kunden-Centrum sei montags bis freitags durchgängig von 8 bis 18 Uhr telefonisch zu erreichen.

Derentals Bürgermeister Günter Reling will darum kämpfen, dass der Geldautomat im Dorf erhalten bleibt. Foto: Alexandra Rüther Derental ist nicht betroffen

Günter Reling ist Bürgermeister in Derental. Auch hier betreibt die Volksbank nur noch einen Geldautomaten. Im Moment ist der gesperrt – aufgrund der jüngsten Sprengangriffe auf Geldautomaten in NRW.

Damit folgt die Volksbank einer Empfehlung des Landeskriminalamtes. Und Derental ist nicht der einzige „abgelegene Standort“, der davon betroffen ist. In Derental hat man jetzt die Befürchtung, dass die Schließung vielleicht doch endgültig sein könnte – angesichts der Geschehnisse in den anderen Orten. „Natürlich weiß ich, dass der Automat bei uns im Dorf für die Volksbank nicht wirtschaftlich ist“, sagt der Bürgermeister. Allerdings habe die Volksbank als Genossenschaftsbank auch eine Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, betont Reling. Zwar habe man ihm inzwischen versichert, dass der Automat in Derental erhalten bleiben soll, „aber wir bleiben natürlich wachsam“. Gerade ältere Leute seien darauf angewiesen, hier Bargeld abheben zu können. „Glücklicherweise haben wir in Derental noch ein Lebensmittelgeschäft, einen Fleischer und einen Frisör. Aber keiner davon hat ein EC-Karten-Lesegerät“, sagt Reling. Und wer erst mit dem Bus nach Beverungen gefahren ist, um dort Geld abzuheben, der kaufe dort auch dann gleich ein. „Schließlich fährt der Bus ja nicht zehn Minuten später schon wieder zurück, also nutzt man die Zeit.“

Sicherheitsvorkehrung

Die Volksbank betont, dass eine dauerhafte Schließung des Geldautomaten nicht im Raum stehe. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: „Die SB-Filiale Derental ist eine von elf SB-Filialen, die wir vorübergehend aufgrund der Empfehlungen des Landeskriminalamtes NRW vor dem Hintergrund der vermehrten (Spreng-)Angriffe auf Geldautomaten geschlossen haben. Dabei handelt es sich um eine wichtige Sicherheitsvorkehrung. Damit soll aktuell vermieden werden, dass Anwohner in unmittelbarer Nähe der Geldautomaten potenziellen Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt sind. Aktuell analysieren wir die betroffenen Standorte, um danach die erforderlichen individuellen Sicherheitsvorkehrungen umzusetzen. Eine dauerhafte Schließung dieser Standorte und insbesondere des Standortes Derental ist derzeit nicht geplant.“

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