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Frühstückstreffen in Höxter: 205 Frauen hören Vortrag

Von der »Powerfrau« verabschieden

Höxter (WB). Ein Vollzeit-Job als Kindergartenleiterin wie Hildegunde Grabe-Dragan, ehrenamtliche Arbeit in der Kfd wie Ingrid Plückebaum – und dazu noch der Anspruch, die perfekte Mutter, Ehefrau oder Kollegin zu sein. So hat wohl jede der 205 Frauen beim Frühstückstreffen im Ringhotel Niedersachsen ihre ganz eigenen Situationen, die sie als »Powerfrau« zu stemmen hat.

Greta Wiedemeier

Das Team des Frühstückstreffens für Frauen sorgte erneut für ein volles Haus: (von links) Rita Esan, Annet Winklmair, Rita Bögehold, Nicole Pohl, Referentin Katja Bernhardt, Christiane Bogusch, Musikerin Loreen Friedrich, Cäcilia Niederprün und Maria Pankratz. Foto: Greta Wiedemeier

»Feiern Sie doch mal ihre Grenzen«, rief Referentin Katja Bernhardt sie alle dazu auf, öfter mal »Nein« zu sagen und für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Neben kulinarischem Gaumenschmaus und musikalischer Begleitung, in diesem Fall durch Loreen Friedrich, sollen die Frühstückstreffen seit vielen Jahren immer auch zum Nachdenken anregen und Impulse für das eigene Leben geben.

Mit ihrem Vortrag »Abschied von der Powerfrau – die eigenen Grenzen erkennen und akzeptieren« traf Bernhardt offenbar einen Nerv. »Es ist gar nicht so einfach, alle Frauen anzusprechen und zufriedenzustellen«, honorierte Hildegunde Grabe-Dragan die Leistung der Referentin.

Frauen gehen mit eigenen Erkenntnissen nach Hause

Gerade Frauen neigen laut Bernhardt zum Perfektionismus, zur Harmonie und dazu, mehr für andere als für sich selbst zu sorgen. Doch keine Maschine funktioniert ohne regelmäßige Wartung – die studierte Theologin gab Tipps, um nicht wie sie selbst vor einigen Jahren eines Tages im Burn-Out zu landen. Mit den Worten »Wer immer alles gibt, hat irgendwann nichts mehr, was er geben kann«, plädierte sie für eine Neudefinition der »Powerfrau« und lässt mit der Erzählung der biblischen Geschichte von Maria und Martha auch den christlichen Aspekt nicht außer acht.

»Besonders der Hinweis, dass man keine Hand mehr frei hat, wenn man immer alles im Griff haben möchte, hat mich beeindruckt«, sagt Nadine Golla. Martina Kemper hingegen will in Zukunft darauf achten, ihre eigenen Leistungen nicht herunterzuspielen, sondern anzuerkennen. So wird am Samstag jeder mit eigenen Erkenntnissen nach Hause gegangen sein, von denen wohl viele dafür sorgen werden, dass die innere »Powerfrau« sich verabschiedet.

»Im kommenden Jahr wird es die Vorverkaufskarten nur noch online geben«, informieren die Veranstalter schon jetzt. Unter www.cvents.de hat dann jeder wie gewohnt etwa vier Wochen vorher die gleiche Chance, eine Karte zu ergattern. Wer nicht internetaffin ist, hat zudem die Möglichkeit, Karten unter Telefon 05232/9462555 zu erwerben.

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