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Spannende Projekte bei »Jugend forscht«

Von Kartoffelchips und Traktorstrahlen

Höxter/Brakel/Warburg (WB). Die Nachwuchsforscher aus dem Kreis Höxter haben ein dickes Lob verdient. In Paderborn beeindruckten sie Jury und Besucher mit ihren Projekten . Die zeichneten sich beim Regionalentscheid von »Jugend forscht« und »Schüler experimentieren« nicht nur durch gründliche Vorbereitung und Liebe zum Detail, sondern auch durch Vielfalt aus.

Dietmar Kemper

Dem Schutz der Wildbienen haben sich Lars Möhring (15) aus Höxter, Max Schmidtke (14) aus Boffzen und Luca Schäfer (15) aus Höxter verschrieben. Die Schüler untersuchten, welche Wildbienenarten unter welchen Umständen in vertikalen Wänden im Naturschutzgebiet am Bielenberg nisten. Insektenhotels sollten Lössboden enthalten, in den die Bienen Löcher bohren können. Foto: Ingo Schmitz

Mit Jasmin Sommer (17) aus Bad Driburg, die sich umfassend mit der Holografie und Hologrammen, also der dreidimensionalen virtuellen Darstellung eines Gegenstandes, beschäftigt hat, und Jan Ahlemeyer (18) aus Nieheim, der sich eingehend dem gentechnischen Verfahren CRISPR widmete, schafften zwei Teilnehmer in der Kategorie »Jugend forscht« den Sprung zum Landeswettbewerb (Bericht auf der OWL-Seite).

14-Jährige erforscht leckeres Thema

Ein leckeres Thema hatten sich die 13-jährigen Jannis Westerwelle, Lars Kröger und Julian Fischer aus Nieheim ausgesucht. Sie ermittelten bei acht verschiedenen Chipssorten den Fettgehalt und verglichen ihn miteinander. Sie kamen im Schnitt auf 16 Gramm Fett pro 50 Gramm Chips. »Light-Chips hatten 30 Prozent weniger Fett als die normalen«, sagte Jannis Westerwelle am Samstag.

Jasper Deilke (14) und Niklas Voß (14) aus Höxter entwickelten ein Modul zur Tierbeobachtung. Einen Raspberry Pi 3 Model B verbanden sie mit einer Kamera, einer kleinen LED, einem Mikrofon und einem Hygrometer. Durch Tierbeobachtung könne man noch unbekannte Verhaltensweisen von Vögeln herausfinden, glaubt Niklas Voß.

Wasser sparen motiviert die Neunjährige

Im Sachkundeunterricht hatte Lena Sophie Barnekow aus Marienmünster erfahren, dass es wichtig ist, Wasser zu sparen. Das motivierte die Neunjährige zu eigenen Forschungen. Zwischen zwei und zehn Liter Wasser aus einem Waschgang ließen sich wiederverwenden, ist sie überzeugt.

Das Phänomen der durch Wasserwellen erzeugten Traktorstrahlen schauten sich Dominik Schlothane (17) und Esben Bertgen (16) aus Bad Driburg an. »Durch Traktorstrahlen wird ein Objekt auf ein anderes zubewegt«, erklärte Dominik Schlothane. Den Prozess illustrierten die Schüler am Beispiel eines Tischtennisballs. Mit Traktorstrahlen lasse sich Plastikmüll im Meer zusammentreiben und einfacher entfernen, sind die beiden überzeugt.

Die 17-jährigen Jonas Giefers und Kilian Eilebrecht aus Bad Driburg bauten eine Fotobox und präsentierten sie am 1. Advent beim Tag der offenen Tür im Gymnasium St. Xaver. So eine Box gebe einer Party einen besonderen Touch, meinen die beiden. Steffen Boschmann (18) aus Nieheim und Selin Öztürk (17) aus Steinheim fanden heraus, dass Natron noch effektiver als Aktivkohle üble Gerüche im Alltag neutralisiert. Für mehr Kalkmagerrasenflächen werben die Höxteraner Schüler Sebastian Hagspiel (14), Niklas Pottmeier (14) und Sebastian Dickel (15). Kalkmagerrasen garantiere eine große Artenvielfalt, stellten sie bei ihrer Untersuchung des Kalkmagerrasens im Naturschutzgebiet Bielenberg fest. Dort sei die Renaturierung erfolgreich verlaufen.

Seinem Vater, einem Forstwirt, die Arbeit beim Erfassen der Breite von Baumstücken erleichtern, will Lukas Josef Güthoff (18) aus Brakel. Er forscht an einer Ziffernerkennung durch Künstliche Intelligenz. Ein Lob verdienten sich nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch ihre Lehrer, die sich in den Dienst von »Jugend forscht« und »Schüler experimentieren« stellen. Bundesweit sind das 5000.

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