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ABA Pyrotechnik präsentiert in Ovenhausen bei Höxter Raketen-Test

Vorgeschmack auf Silvester-Feuerwerk

Höxter-Ovenhausen (WB). Ovenhausen im vorgezogenen Silvester-Lichterglanz: ABA Pyrotechnik aus Altenbergen hat es jetzt eineinhalb Stunden so richtig krachen lassen. Der Himmel brennt beim Raketen-Test 2019. Das Produktvorschießen des heimischen Feuerwerkherstellers war mit Blick auf die Publikumsresonanz der Knaller: Hunderte Besucher schauten sich im Grube-Stadion des TuS Ovenhausen die neuesten Feuerwerk-Kreationen und Lichter-Trends „made in Altenbergen“ an.

Michael Robrecht

Das vorgezogene Silvester-Feuerwerk hat viele der 500 Zuschauer in Ovenhausen begeistert. Erst zum zweiten Mal hat ABA Pyrotechnik aus Altenbergen ein Produktvorschießen angeboten. Doppelt so viele Besucher wie 2018 sind gekommen. Fotos: Michael Robrecht Foto:

ABA-Werkleiter Florian Gasch war über so viele Zuschauer begeistert. „Unfassbar!” Geschätzt doppelt so viele Menschen wie bei der Premiere 2018 seien zum Feuerzauber gekommen: 500? Oder mehr? Das sei in der Dunkelheit schwer zu zählen gewesen, meint der Betriebsleiter. Die Autos standen überall in Ovenhausen. Viele wollten nach so viel Lichterpracht am Samstag direkt zum Werksverkauf zu ABA nach Altenbergen fahren und einkaufen, um Silvester selbst als Feuerwerker für feurige Momente zu sorgen.

Viele Besucher hielten eine „Schussliste“ der Pyrotechniker in Händen, auf der die 33 Feuerwerksartikel, die vorgeführt wurden, aufgelistet waren. Vom Modell „Vulkan Crackling“ für 8,49 Euro über das „Krawallmonster“ für 3,99 Euro bis zum Feuerwerkspaket „Paranoid“ für 199 Euro (im Vorverkauf für 179,10 Euro!) war alles zu haben, was den Böller-Freunden Spaß macht. Die Raketen, viele aus Altenbergener Produktion, hatten alle kreative Namen, die jedoch schnell in Schall und Rauch aufgehen: „Whistle Blower“, „Apokalyptischer Reiter“, „Knister Teufel“ oder „Sonnensturm“. Im Nachthimmel über Ovenhausen wurde ein kunstvoller Kampf der Lichteffekte ausgefochten: Abwechselnd duellierten sich beim Raketenspektakel grelle Blitze mit bunten Farbexplosionen gepaart mit Donnerschlägen.

Leidenschaftliche Diskussion

In der aktuell laufenden leidenschaftlichen Diskussion um die Benutzung von Feuerwerkskörpern an Silvester taucht immer wieder der Vorwurf der Klimaschädlichkeit durch Feinstaub auf. Ja, man wisse, dass die Debatte um Böller-Verbote und die Umweltverträglichkeit von Silvester-Raketen in vollem Gange sei. Der Altenbergener Feuerwerk-Hersteller will durch Information mit Vorurteilen aufräumen. Autos im Straßenverkehr würden weitaus mehr Feinstaub produzieren als die Batterien mit Verbundfeuerwerk, die am Abend in Ovenhausen im Grube-Stadion vorgeführt worden seien, sagt ABA-Betriebsleiter Florian Gasch.

Bei Feinstaub handele es sich – anders als bei CO2 – nicht um ein „klimarelevantes” Gas. Der Vorwurf der Schädlichkeit für das Klima sei unbegründet, da die entstehenden Feinstäube schlichtweg andere physikalische Eigenschaften, als die im Straßenverkehr produzierten, besäßen, erklärte Florian Gasch zusammen mit Malte Klein.

Gasch freut sich über die vielen feuerwerksbegeisterten Menschen vor Ort. Das Thema sei nicht out. Der Verkauf der Feuerwerksartikel laufe gut, auch beim Werksverkauf vor Silvester. Und tatsächlich: Die 500 oder mehr Zuschauer feierten die Feuerwerker mit viel Applaus, der fast ein politisches Statement war. „Wir lassen uns die Freude am Feuerwerk nicht von Leuten nehmen, die alles verbieten wollen, was Spaß macht“, sagen Lars und Sven aus Höxter. Viele Aktive vom TuS Ovenhausen sorgten beim Feuerwerksevent wieder für reichlich Bratwurst und Getränke.

ABA-Firmengeschichte

ABA Pyrotechnik beschäftigt sieben Mitarbeiter. Firmengründer August Bräkling war selbstständiger Bohr- und Sprengunternehmer. So begann er sich neben der artverwandten Tätigkeit mit der Pyrotechnik auseinander zu setzen. Erste Produktentwicklungen wurden gefertigt. 1975 gründete er für den wachsenden Bereich eine eigene Firma – die ABA Pyrotechnik. Als 1981 der Pachtvertrag für das Werk in Vienenburg auslief, baute man eine neue Fabrik im Steinbruch bei Altenbergen. In den Folgejahren wurde die Firma der größte Produzent an pyrotechnischer Munition. Daneben sind Großfeuerwerk, technische Pyrotechnik und Artikel für den weltweiten Export produziert worden. Bis 2006 führte Ute Bräkling den Betrieb. 2006 wurde die ABA Pyrotechnik von der Familie Pfleghardt übernommen. Markus Pfleghardt aus Fürth, selbst seit etlichen Jahren Pyrotechniker, ist heute Geschäftsführer von ABA.

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