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Abteikirche zwischen den Feiertagen geöffnet – liebevoll gestaltete Krippe setzt Zeichen der Hoffnung

Weihnachten in Corvey

Höxter

Restauratoren haben den Hochaltar und die Seitenaltäre fachkundig auf Hochglanz gebracht, die Orgelempore ist nicht mehr eingerüstet, die vom Küsterehepaar Helga und Johannes Gritzo wie immer liebevoll gestaltete Krippe inszeniert die Geburt des Erlösers: Wenn Corveys Abteikirche vom 26. Dezember bis einschließlich Neujahr geöffnet ist, umfängt festlicher Glanz die Besucherinnen und Besucher.

 

Die Krippe in der Abteikirche Corvey setzt das Geschehen in der Heiligen Nacht in Szene. Das Küsterehepaar Helga und Johannes Gritzo gestaltet die Krippe mit viel Liebe zum Detail. Foto: Kirchengemeinde Corvey

Die Corona-Pandemie und ihre zugespitzte Entwicklung überschatten an diesem Weihnachtsfest die Gemütslage der Menschen. Kontaktbeschränkungen und Unbehagen bremsen ihre Freude aus. Gerade in dieser Situation kann die friedliche Szenerie der Krippe wie ein Silberstreif am Horizont wirken. Denn die Botschaft der Heiligen Nacht ist Hoffnung. Trotz aller Ungewissheit verheißt das Kind in der Krippe Gottes bedingungslosen Beistand.

Deshalb ist es dem Leiter des Pastoralverbunds Corvey, Dr. Hans-Bernd Krismanek, so wichtig, dass die Kirchen mit ihren Krippen geöffnet sind. So auch in Corvey: Jeweils von 11 bis 16 Uhr können die Menschen vom zweiten Weihnachtstag bis 1. Januar die festlich geschmückte Abteikirche und das karolingische Westwerk besuchen – und vielleicht Kraft aus dem Gedanken schöpfen, dass die Benediktinermönche aus Corbie vor fast 1200 Jahren mit der Gründung eines Klosters im Land der Sachsen ein großes Wagnis auf sich genommen haben. Vom großartigen Erfolg ihrer Mission kündet das heutige Weltkulturerbe Corvey.

Detailaufnahme der Krippe vom vierten Advent: Das Christuskind ist noch nicht da. Foto: Kirchengemeinde Corvey

Was die Mönche damals hatten, war Gottvertrauen. Dieses legen der Pfarrdechant und der geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey, Josef Kowalski, den Menschen ans Herz. „Wir öffnen die Kirche, damit sie sich Gott zuwenden können“, sagen Dr. Krismanek und Josef Kowalski. Eine Leitplanke in der Zuversicht auf bessere Tage könne eine Bibelstelle aus dem Alten Testament – Josua 1,9 - sein: „Sei mutig und entschlossen. Hab keine Angst und lass Dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, Dein Gott, bin bei Dir, wohin Du auch gehst.“

Der Brunnen mit Wasserlauf gehört zu den Details, die die Blicke der Besucher auf sich ziehen werden. Foto: Kirchengemeinde Corvey

„Josua heißt übersetzt ‚Gott hilft‘. Im Vertrauen darauf werden wir die Pandemie gemeinsam überstehen“, formuliert der Pfarrdechant die zentrale Hoffnungsbotschaft dieses Weihnachtsfestes, derer sich die Menschen mit dem Besuch der Krippe in der Abteikirche vergewissern können. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für die historische Springladen-Orgel wird gebeten. Am zweiten Weihnachtstag besteht auch die Möglichkeit zur Verehrung des Heiligen Stephanus, dessen Gedenktag der 26. Dezember ist und dessen Büste aus diesem Anlass auf dem Altar stehen wird. In der Marienkapelle besteht die Möglichkeit zum stillen Gebet.

Das Küsterehepaar Helga und Johannes Gritzo hat die Abteikirche Corvey festlich hergerichtet und auch draußen vor dem Westwerk Weihnachtsbäume geschmückt. Foto: Kirchengemeinde Corvey

Die Krippe wird die Menschen wieder in ihrer anmutigen Komposition erfreuen: das Kind in der Krippe, Marias liebevoller Blick, der treusorgende Josef, der Engel, die Hirten, die Schafe: Das Ehepaar Gritzo hat die Heilige Nacht mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt. „Wir haben die Figuren so platziert, dass ihr Gesicht den Besuchern zugewandt ist“, sagt Johannes Gritzo. Das frische Moos, das er und seine Frau Ende November gesammelt haben, unterstreicht ebenso wie die Pflanzen, die Buchsbaumgruppe, das Heu im Stall und das Lagerfeuer draußen die besondere Harmonie dieser Krippe vor dem Nordseitenaltar der Barockkirche. Jedes Detail hat seinen Zauber: Aus einem Brunnen fließt Wasser in ein Rinnsal. Ein Schaf trinkt aus diesem Wasserlauf. Ein anderes gesellt sich zu Ochs und Esel, die im Stall das Christuskind wärmen. Der Stall ist indirekt beleuchtet. Warmes Licht fällt auf die heilige Familie. Von links nähert sich der Hirte mit seiner Herde. Und auch der Engel des Herrn, der im Lukasevangelium die große Freude der Geburt des Heilands verkündet, wacht über die so friedliche Szenerie. „Mit dem Aufbau haben wir am zweiten Advent begonnen“, berichtet Helga Gritzo. Der stabile Unterbau, den zwei Firmen vor einigen Jahren gesponsert haben, und der Stall waren zuerst an der Reihe. Nach und nach formierte sich dann das weihnachtliche Geschehen, welches die Küster Jahr für Jahr mit viel Hingabe für die Menschen im Corveyer Land erbaulich in Szene setzen.

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