1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Hoexter
  6. >
  7. Wenn die Dunkelheit leuchtet

  8. >

Titel ist bei Lesung von Margot Käßmann in Kilianikirche Programm – 500 Besucher

Wenn die Dunkelheit leuchtet

Höxter (WB). Mit einer beeindruckenden Lesung aus ihrem Buch »Wenn die Dunkelheit leuchtet« hat Margot Käßmann 500 Zuhörer in der Höxteraner Kilianikirche begeistert. Das Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit entführte beim Auftritt der früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in eine facettenreiche Weihnachtswelt.

Dennis Pape

Mit einer beeindruckenden Vorlesung aus ihrem Buch »Wenn die Dunkelheit leuchtet« hat Margot Käßmann 500 Zuhörer in der Kilianikirche in Höxter sowohl zum Nachdenken angeregt als auch bestens unterhalten. Foto: Dennis Pape

Das Licht ist gedimmt, lediglich eine kleine Lampe erleuchtet das Gesicht von Margot Käßmann. Die Rednerin blickt nachdenklich drein. 500 Zuhörer lauschen gebannt ihren Worten: »Weihnachten ist überall dort, wo vergeben wird. Dort, wo Flüchtlinge aufgenommen werden. Dort, wo Menschen, die alleine sind, eingeladen werden.« Stille. Dann erklingt das Lied »Von guten Mächten wunderbar geborgen«. Einige Gäste singen zu der Melodie des Gitarristen Werner Hucks mit – leise, flüsternd, aber herzerwärmend.

Es sind Momente wie diese, die die Lesung der ehemaligen Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers unter Mitwirkung eines begnadeten Gitarristen zu einer besonderen gemacht haben. Nachdenklich, dann wieder heiter, fröhlich, manchmal aber auch bedrückt – Margot Käßmann präsentierte sich am Samstagabend ebenso facettenreich wie die Kurzgeschichten und Impulse aus ihrem Buch »Wenn die Dunkelheit leuchtet«.

In diesen Texten geht es um Gottes Licht in der Welt und die Schatten, um die große Freude und die Sorgen, die zum Leben dazugehören. Ausgangspunkt ist das Himmlische, das in die Welt hinein wirkt und so in der Weihnachtszeit die Dunkelheit zu leuchten beginnt. Die Möglichkeit zur Reflexion der Beiträge unterbreitete Werner Hucks den Gästen mit verschiedenen Stücken nach jedem Vortrag.

Margot Käßmann hat die Zuhörer sowohl mit eigenen Texten als auch mit Werken anderer Künstler in ihren Bann gezogen. Mal sind die Beiträge ernst, mal werden sie nicht nur mit einem Augenzwinkern vorgetragen, sondern erheitern auf literarisch höchstem Niveau das Gemüt – so wie der Text »Weihnachten zuhause«, der die ursprüngliche Weihnachtsgeschichte mit einer gehörigen Prise Realitätskomik aus dem heutigen Familienleben kombiniert.

Bereits vor der Lesung konnte sich die ehemalige Vorsitzende der EKD ein Bild von der Umgebung machen. Sie besuchte zunächst Kopten-Bischof Amba Damian im Kloster in Brenkhausen und besichtigte mit diesem auch Corvey und Höxter. »Wir haben uns 1998 im Advent in Simbabwe kennen gelernt«, verriet Käßmann.

Begeistert aufgenommen wurde sie auch von den Organisatoren der Veranstaltung – der Volkshochschule Höxter Marienmünster und der Evangelischen Kirchengemeinde. VHS-Leiter Rainer Schwiete betonte: »Sie steht für ein klares Wort – es gibt wenige Persönlichkeiten in Deutschland mit einer vergleichbaren Reputation. Bestes Indiz: Wir hätten deutlich mehr als 500 Karten vergeben können.« Auch Pfarrer Reinhard Schreiner war voll des Lobes: »Sie regt uns zum Nachdenken, Weiterdenken und manchmal auch zum Umdenken an.«

Startseite