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Eine Institution in Höxter: Ortsausschuss Stadtkern verabschiedet Stadtheimatpfleger nach 22 Jahren

Wilfried Henze geht und Dirk Meyhöfer übernimmt

Höxter

Wilfried Henze hat nach 22 Jahren sein Amt als Stadtheimatpfleger abgegeben. Nachfolger soll Dr. Dirk Meyhöfer werden. Im Ortsausschuss Höxter-Stadtkern ist Henze offiziell verabschiedet worden. Er war in Höxter eine Institution!

Von Michael Robrecht

Ämterwechsel: Der bisherige Stadtheimatpfleger Wilfried Henze gibt sein Amt ab, Dr. Dirk Meyhöfer (rechts) übernimmt in Kürze nach der Bestätigung durch den Kreisheimatpfleger. Im Ortsausschuss Höxter ist Henze verabschiedet worden und Meyhöfer stellte sich vor. Foto: Michael Robrecht

„Wilfried Henze gilt als einer der profundesten Kenner, wenn nicht als der beste Kenner der Höxteraner Stadt- und Baugeschichte. Wir lassen ihn nur traurigen Herzens gehen“, sagte Ortsausschussvorsitzender Ralf Dohmann in seiner Laudatio. Henze habe seit dem Jahr 2000 viel für das Stadtbild in Höxter getan.

Erster Stadtführer

Er habe als erster Stadtführer unzählige weitere Stadtführer ausgebildet und vielen Menschen die Schönheiten der Kreisstadt näher gebracht, erklärte Dohmann. Als Botschafter von Höxter habe er sich viel Anerkennung erworben. Einstimmig sei er 1999 gewählt worden. „Viele kennen ihn als Mann mit der Baskenmütze“, meinte der Ortsausschussvorsitzende zu Henzes Markenzeichen, wenn er in der Innenstadt unterwegs ist. Für seine Verdienste, auch im HVV, habe er den vom Rat verliehenen Ehrenamtspreis 2013 bekommen.

Ralf Dohmann hat in seiner Funktion als Ortsausschussvorsitzender Stadtheimatpfleger Wilfried Henze (links) nach 22 Jahren im Rathaussal am Donnerstagabend verabschiedet. Foto: Michael Robrecht

Wilfried Henze gab seinem Nachfolger und den Höxteranern folgenden Satz mit auf den Weg: „Alles, was Bestand haben will, muss sich wandeln.“ Das sagte er auch mit Blick auf die Landesgartenschau 2023, die er als große Chance für Höxter sieht. Er habe sich vorgenommen, mit 75 Jahren als Stadtheimatpfleger aufzuhören, und sogar noch ein Jahr drangehängt. Jetzt sei aber Schluss; Jüngere müssten übernehmen und er wünsche seinem Nachfolger Dirk Meyhöfer viel Erfolg. Neue Ideen seien gefragt, zumal Höxter durch die vielen Umbauten und die LGS zur zeit einen großen Schnitt nach vorne mache.

Stadtheimatpfleger muss Stellung beziehen

Wilfried Henze berichtete von vielen Gesprächen mit Politik und Verwaltung. Er habe zu etlichen oft auch strittigen Themen seine Anmerkungen gemacht. Und auch, wenn er anderer Meinung als die Entscheider aus Politik und Verwaltung in Sachfragen gewesen, sei das meiste in angenehmer Atmosphärebesprochen worden. Er sei nur Ratgeber gewesen, Entscheidungen hätten die gewählten Vertreter treffen müssen. Stadtbildpflege, Baumaßnahmen, historische Bewertungen, Förderung der Heimatkunde und der Heimatgeschichte sowie des kulturellen Erbes seien vorrangige Aufgaben eines Heimatpflegers.

Baustelle Höxter: In diesen Monaten immer auch ein Betätigungsfeld für den Stadtheimatpfleger. Foto: Michael Robrecht

Der neue Stadtheimatpfleger Dr. Dirk Meyhöfer (72), der  nach dem einstimmigen Votum im Ortsausschuss von Kreisheimatpfleger Werner Hans-Gorzolka noch bestätigt werden muss, stellte sich im Gremium  vor. „Hier kommt die Jugend“, scherzte Meyhöfer im Ratssaal. Er habe sich für die nächsten fünf Jahre vorgenommen, für Höxter etwas zu tun und neue Leute für die Stadtbildpflege und für Höxter zu gewinnen. Wilfried Henze sei ein „guter Trainer“ gewesen, wie man das Amt des Stadtheimatpflegers mit Wirkung und Überzeugung ausüben könne.

In Hamburg und in Höxter zuhause

Er stamme aus dem Ruhrgebiet und habe vier Jahrzehnte beruflich in Hamburg verbracht, verstehe aber die Höxteraner gut, auch weil er mit einer Höxteranerin aus der Tischlerfamilie Valentin verheiratet sei und sich seit 1978 ständig in Höxter aufgehalten habe, so Meyhöfer. Ihm habe die besondere Nähe und Bürgerlichkeit der Höxteraner untereinander im positiven Sinn immer sehr gefallen. Höxter müsse heute noch stärker sagen, wer man sei und was man erzählen wolle.

Er wolle „in Höxter reinkommen“ und habe ja mit seiner Frau auch schon lange eine Wohnung in der Innenstadt. „Ohne Liebe zur Stadt geht es nicht. Wir kommen jetzt aus Hamburg auch ganz nach Höxter. Alles hat seine Zeit – auch in Hamburg“, sagte Meyhöfer, der neben der Stadtbildpflege auch ein Buch über die Stadterneuerung der vergangenen Jahrzehnte in Höxter plant.

Zur Person: Dirk Meyhöfer

Dirk Meyhöfer studierte nach seinem Abitur  in Herne an der TU Hannover  Architektur und Stadtplanung. Seit 1977 arbeitete er hauptberuflich als Journalist in den Bereichen Architektur, Landschaft, Design und Baugeschichte. Seine journalistische Ausbildung erhielt er bei WAZ und NDR.   Von 1977 bis 1987 war er Redakteur im Jahreszeitenverlag  Hamburg bei der Zeitschrift AW Architektur und Wohnen. Seit 1987 arbeitete er als freier Journalist für Tageszeitungen, Magazine, Architekturfachzeitschriften und den öffentlich-rechtlichen.  Seit 2000 hatte er Lehraufträge   an diversen deutschen Hochschulen in Detmold, Bremen und Hamburg. 2021 wurde er an der HCU mit einer Dissertation zu dem Thema „Hafencity Hamburg – Vom Nichtort zur Marke, Stadtentwicklung als Branding“ promoviert. Er ist Autor von mehr als  100 Büchern. Meyhöfer ist verheiratet mit Dorothee Meyhöfer (geborene Valentin); beide haben einen Sohn.

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