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Praxisgemeinschaft: Fachleute in Höxter nehmen den Menschen ganzheitlich in den Blick

„Wir helfen in mehreren Richtungen“

Höxter

„Der Mensch steht im Mittelpunkt. Wir betrachten ihn in seiner ganzen Tiefe und nehmen auch psychische und systemische Ursachen einer Erkrankung in den Blick, um schließlich Körper, Geist und Seele in eine gesunde Balance zu bringen.“

Sabine Robrecht

Das Team der Praxisgemeinschaft Twiete möchte in mehreren Richtungen helfen: Cécile Droste (von links), Carsten Becker, Gerald Niedeggen, Susanne Reinold und Marion Sander nehmen die verschiedenen Ursachen von Erkrankungen ganzheitlich in den Blick. Foto: Sabine Robrecht

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz hat sich in Höxter, Twiete 4, eine fünfköpfige interdisziplinäre Praxisgemeinschaft zusammengeschlossen: Carsten Becker (53), Diplom-Biologe und Heilpraktiker mit Schwerpunkt klassische Homöopathie, Cécile Droste (43), Diplom-Psychologin und Coach, Gerald Niedeggen (64), praktischer Arzt, klassische Homöopathie, Susanne Reinold (48) und Marion Sander (53), Familien- und Systemaufstellungen, begleiten Menschen auf dem Weg zu Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensfreude.

„Wir nehmen uns Zeit“, formulieren die Fachleute unisono einen entscheidenden Grundsatz. Zeit ist unabdingbar, wenn es darum geht, beim Patienten in die Tiefe zu schauen und auch das Umfeld zu beleuchten. Aus dieser ganzheitlichen Rundum-Anamnese ergeben sich verschiedene Therapieformen, die die Praxisgemeinschaft unter einem Dach anbietet. „Wir können in mehreren Richtungen helfen“, sagt Carsten Becker.

Diese Optionen offenbaren sich bei einigen Patienten im Lauf einer Therapie. Cécile Droste nennt ein Beispiel: „Wenn ich in einem Coaching feststelle, dass der oder die Betroffene das vorliegende Problem erfasst hat, aber in der Verhaltensänderung nicht weiterkommt, kann eine systemische Ursache dahinterstecken.“ Dann trifft es sich gut, dass Susanne Reinold und Marion Sander auf kurzem Dienstweg erreichbar sind. Ihr Ansatz – die Aufstellung eines Systems wie der Familie – visualisiert Beziehungsgeflechte und offenbart Dynamiken und Rangfolgen. Diese können einen Menschen ausbremsen. Um diese oder andere Blockaden zu lösen, bietet Marion Sander auch eine Atemtherapie an. „Der Atem ist die Brücke zwischen Körper und Seele“, sagt sie.

Bei vererbten Leiden wie der Migräne rät Susanne Reinold durchaus auch zur Familienaufstellung – um zu schauen, was vielleicht systemisch dahintersteckt. In dem Zusammenhang verweisen Cécile Droste und Carsten Becker auf das Phänomen, dass psychische und auch körperliche Traumata an die nächste Generation weitergegeben werden. Diese können bei dem, der sie geerbt hat, gesundheitliche Folgen haben.

Die Fachleute der Praxisgemeinschaft möchten bei ihren Patienten diese und andere tiefere Ursachen von körperlichen oder seelischen Erkrankungen ans Licht bringen. Um auch die unbewusste Ebene zu erreichen, arbeiten sowohl Gerald Niedeggen, als auch Cécile Droste mit einer Hypnotherapie nach Milton Erickson – dem Wegbereiter der modernen Hypnose. „Die Hypnose ist eine tiefe Arbeit, wenn man mit Reden nicht weiterkommt. Das ist zum Beispiel bei vererbten Ängsten der Fall“, erläutert die Psychologin. Gerald Niedeggen wendet die Hypnose bei chronischen Erkrankungen, zum Beispiel Krebs, und auch bei Suchterkrankungen an. „Unbewusst wollen wir Menschen immer leben. Die Hypnose gibt uns die Möglichkeit, diese Kraft zu suchen und für den Patienten spürbar zu machen“, sagt der Mediziner und Homöopath. Das sei ein hoffnungsvoller Weg etwa nach schlechten Prognosen bei Krebs. Denn Zuversicht und Lebenswille seien eine wichtige Ressource, wenn es darum geht, die Krankheit entgegen der düsteren Aussichten doch zu besiegen.

Diese Ressource mobilisiere im Menschen Selbstheilungskräfte. „Die Heilkraft des eigenen Körpers ist medizinisch nicht zu unterschätzen“, betont Cécile Droste. „Sie wird oft durch Ängste unterdrückt und blockiert. Wir möchten diese Kraft aktivieren.“

Auf die Selbstheilungskräfte setzt auch die klassische Homöopathie. „Sie sind entscheidend“, sagt Carsten Becker. „Die wirkliche Heilung erfolgt immer durch den Patienten selbst.“ Aus seiner Sicht ist ein Energiemangel dringend behandlungsbedürftig. Denn: „Ohne Energie haben wir keine Abwehrkräfte gegen Infekte oder mutierte Zellen.“ Der Heilpraktiker steht ebenso wie Gerald Niedeggen der Behandlung chronischer Krankheiten rein schulmedizinisch kritisch gegenüber. Dazu seien die Menschen und die Ursachengeflechte für Erkrankungen viel zu verschieden.

Ein Grundanliegen für eine gute Heilung sei eine psychische Gesundung, betont Carsten Becker. In der Praxisgemeinschaft spiegeln die vernetzten Fachgebiete diesen ganzheitlichen Ansatz wider.

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